5 Formel 1

Max Verstappen (vorne) & Co. stehen am Wochenende vor einer neuen Herausforderung. © APA/afp / JOE KLAMAR

Premiere in Silverstone: Wie funktioniert das neue Formel-1-Format?

Mitten in der Formel-1-Saison gibt es am Wochenende in Silverstone eine Neuerung im Reglement: in vorerst insgesamt drei Sprint-Qualifikationen gibt es zusätzliche Punkte für die Top 3, die Premiere ist am Samstag (17.30 Uhr).

Die herkömmliche Qualifikation wird schon am Freitag abgehalten. Neben Silverstone sind 2021 noch Monza sowie entweder Brasilien oder die USA für die weiteren Rennen im Gespräch. Ob sich das neue Format durchsetzt, hängt auch vom Feedback der Fahrer ab.


Die Neuerung, die einstimmig von FIA, Formel 1 und allen zehn Teams am 26. April beschlossen wurde, soll zusätzliche Spannung in die „Königsklasse“ bringen, ist im Motorsport aber nichts Neues. In der Formel 2 gibt es Sprintrennen schon lange. In der Formel 1 wird es nun einem Test unterzogen.

Konkret wird ein Sprintrennen so aussehen:
- Die Renndistanz beträgt 100 km, in Silverstone sind das 17 Runden, die Rennzeit sollte etwa 25 bis 30 Minuten betragen.

- Es gibt keinen vorgeschriebenen Reifenwechsel und freie Reifenwahl, die Aufstellung für das Sprint-Qualifying am Samstag (17.30 Uhr) wird durch die „normale“ Qualifikation am Freitag entschieden.

- Punkte gibt es nur für die Top 3: Sieger 3, Zweiter 2, Dritter 1. Diese zählen für Fahrer- und Konstrukteurswertung. Keine Siegerehrung. Das Resultat bringt auch die Startaufstellung für das Rennen am Sonntag.

- Ablauf eines Sprint-Wochenendes: Freitag: 1. Freies Training (60 Minuten), danach Qualifikation (wie immer Q1, Q2, Q3) – bestimmt Aufstellung für Sprintrennen; Samstag: 2. Freies Training (60 Min.), danach Sprintrennen – bestimmt Startaufstellung; Sonntag: Grand Prix

- Langfristigkeit: Es handelt sich um eine Testphase mit drei geplanten Sprint-Qualifyings. Setzt sich das Format durch, soll es längerfristig eingesetzt werden, allerdings sicher nicht an jedem Wochenende.
Eine große Umstellung
Für die Teams bedeutet diese Änderung eine große Umstellung: Es steht weniger Trainingszeit zur Verfügung, um das Auto auf den Kurs abzustimmen. Zusätzlich kommen die Boliden nach dem ersten Training am Freitag in den Parce Ferme, danach sind kaum noch Änderungen möglich.

Darum herrsche schon im ersten Training großer Druck, ließ man auch in einer Mitteilung von Mercedes wissen. „Es lastet ein deutlicher Druck darauf, das Setup sowohl für wenig als auch für viel Benzin zu finden. Gleichzeitig muss auch die Kühlung für die Power Unit und die Bremsen berücksichtigt werden. Wer diese Parameter falsch wählt, könnte ab diesem Punkt vor einem schmerzhaften Wochenende stehen, da die Fahrzeugspezifikation für das normale Qualifying und danach festgelegt ist“, hieß es.

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