5 Formel 1

Wie groß wird die Umstellung für die Teams sein? © APA/afp / JOE KLAMAR

Red Bull-Ärger über Regeländerung

Trotz der in Spielberg eroberten Pole Position durch Max Verstappen herrscht dicke Luft bei Red Bull. Durch eine neue Regeländerung hinsichtlich der Durchführung von Boxenstopps sieht sich der österreichische Rennstall benachteiligt. Berater Helmut Marko vermutet sogar Konkurrent Mercedes hinter der Aktion.

Der momentane Weltrekord im Boxenstopp liegt bei 1,82 Sekunden. Aufgestellt wurde diese Bestzeit im Jahre 2019 im brasilianischen Sao Paolo – von Red Bull. Auch in diesem Jahr wurde die 2-Sekunden-Marke bereits dreimal unterboten, wiederum waren alle diese Stopps von Red Bull getätigt worden. Die schnelle Ausführung der Reifenwechsel gab Red Bull einen Wettbewerbsvorteil im Kampf um die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft, zumal der direkte Konkurrent Mercedes hinsichtlich der Bestzeiten außerhalb der Top 10 zu verorten ist.


Nun soll durch eine Direktive des Motorsportverbands FIA die Sicherheit bei den Boxenstopps erhöht werden – und die Stopps damit künstlich verlangsamt werden. „Wir waren in diesem Bereich sehr stark, wir halten den Weltrekord bei Boxenstopps, wir haben die Mehrheit der schnellsten Stopps in diesem Jahr hingelegt, und das ist kein Zufall. Ich finde das ein bisschen enttäuschend“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner bei einer Pressekonferenz vor dem Großen Preis der Steiermark in Spielberg. „Wenn man in einer Konkurrenzsituation ist und sie können dich nicht besiegen, dann ist der logische Schluss deiner Mitbewerber, dass sie versuchen, dich einzubremsen. Das ist offenbar das, was hier passiert.“

Red Bull wittert Einfluss von Mercedes
Die neu eingeführte und ab Ungarn (01. August, 15 Uhr) geltende Regel soll die Abläufe bei den Boxenstopps verlangsamen, aber dafür das Risiko für die beteiligten Mechaniker verringern. Demnach darf das Auto erst wieder abgesenkt werden, wenn alle vier Reifen komplett montiert worden sind. Zwischen dem Absenken und dem Grünlicht-Signal soll nun ein Puffer von 0,2 Sekunden eingebaut werden.

Mercedes soll wohl seine Finger im Spiel gehabt haben. © APA/afp / JOE KLAMAR

Für die Red Bull-Verantwortlichen sie die Erklärung nur ein vorgeschobenes Argument. „Es ist ohnehin die Pflicht zu gewährleisten, dass das Auto sicher ist. Und die Strafe dafür, dass ein Rad nicht korrekt montiert wurde, ist das sofortige Stehenbleiben des Autos. Das ist ja schon eine brutale Strafe“, führte Horner aus. „Ich bin mir also nicht sicher, was diese Direktive bezwecken soll.“ Rennstall-Berater Helmut Marko vermutet indes den Einfluss von Konkurrent Mercedes hinter dieser Entscheidung.
Silberpfeile arbeiten schon an neuer Strategie
Mercedes-Teamchef Toto Wolff stellte sich hingegen klar auf die Seite der FIA und betonte, dass die künstliche Verlangsamung keinen allzu großen Unterschied im Rennen machen würde. „Schnelle Boxenstopps sind nett und schauen cool aus, aber ich bin nicht hundertprozentig sicher, dass sie so einen großen Unterschied bei der Performance ausmachen, weil wir über ein oder zwei Zehntel im Schnitt diskutieren“.

Dass die Silberpfeile sich bereits an die kommende Regeländerung anpassen, konnte man bei einem Vorfall im zweiten Freien Training in Spielberg beobachten. Valtteri Bottas verlor nach einem Boxenstopp jegliche Traktion und drehte sich innerhalb der Boxengasse gefährlich. Auf Nachfrage der FIA äußerte sich der Finne folgendermaßen: „Wir haben in der Box zuletzt Zeit verloren. Daher wollten sie etwas Neues probieren, konkret im zweiten Gang wegfahren. Folglich war das Durchdrehen der Räder viel stärker und das Resultat unvorhersehbar“. Für den Vorfall wurde Bottas drei Plätze strafversetzt.

Schlagwörter: Motorsport

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