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Dominik Windisch auf der Trainingsstrecke im Martelltal. © lm

Unter strengen Auflagen: Biathlon-Startschuss in Martell

Zum ersten gemeinsamen Trainingslager trifft sich die neu formierte Biathlon-Nationalmannschaft diese Woche in Martell. Wir statteten Dorothea Wierer und Co. einen Besuch ab.


Von Luis Mahlknecht aus Martell


Eine radikale Verjüngungskur hat die Zeit seit dem Saisonabbruch im März bis heute gekennzeichnet. So hat man mit Michela Carrara und Irene Lardschneider zwei junge Damen zu Doro Wierer und Lisa Vittozzi hinzugesellt, bei den Burschen ging man noch einen Schritt weiter und holte neben Patrick Braunhofer sogar die Junioren Didier Bionaz und Tommaso Giacomel mit ins Boot. Zusammen mit den etablierten Lukas Hofer, Dominik Windisch und Daniele Cappellari bilden sie nun die A-Mannschaft, die weiter unter der Regie von Cheftrainer Andreas Zingerle arbeitet.

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Vom frühen Morgen an sind Schießübungen auf dem Trainingsplan. Die Biathleten halten genau die Abstandsregelungen ein, besetzen nur jede dritte Schießbahn und üben ganz trocken den exakten Ablauf am Schießstand: Gewehr abnehmen, laden, in Position gehen, das Ziel anvisieren, schießen, repetieren, abschließen, das Gewehr schultern. Immer wieder – fast schon gebetsmühlenartig – werden die selben Abläufe vollzogen. Jeder Trainer (neben Zingerle sind auch Andrea Zattoni, Klaus Höllrigl und Nicola Pozzi da) steht hinter zwei Athleten, beobachtet, berät, korrigiert. Dann wird weggeräumt, wobei wieder jeder Sportler für seine eigenen Belange zuständig ist. Direkte Kontakte werden vermieden, und auch in den Kleinbussen haben jeweils nur drei Athleten Platz.

Dorothea Wierer am Stehendanschlag. © lm

Nach dem Schießen im Marteller Nieselregen geht es hinaus nach Goldrain, wo beim Kreisverkehr die Rollerski geschnürt werden. Die Vorgabe sind eine Stunde und 40 Minuten, die die Biathleten bergauf durchs Tal absolvieren sollten. Dorothea Wierer, die sich ihrer Vorbildrolle wohl bewusst ist, startet vorne weg, gibt das Tempo vor. „Es ist einfach ein Genuss, neben einer solchen Top-Sportlerin trainieren zu dürfen“, kommentiert der 20-jährige Tommaso Giacomel, der schon als Mitglied der Finanzwache die Gelegenheit hatte, vor diesem ersten Mannschaftstraining zusammen mit „Doro“ in Predazzo ein paar Übungseinheiten durchzuführen. Und auch Didier Bionaz strahlt: „Es ist eine unglaubliche Ehre, in diesem Team dabei zu sein.“
Von morgens bis abends ist alles durchgeplant
Cheftrainer Zingerle, der stets darauf bedacht ist, die Vorschriften des Wintersportverbandes einhalten zu lassen, erklärt ganz simpel die starke Verjüngung im Team: „Unser Blick ist selbstverständlich auf Olympia 2026 daheim gerichtet. Daher müssen wir jetzt die vielversprechenden Talente einbauen. In zwei Jahren wäre es zu spät.“ Und so schwitzen sie alle, vom gut gelaunten Dominik Windisch über die stets fokussierte Lisa Vittozzi bis zum bärtigen Patrick Braunhofer und der an leichten Kniebeschwerden leidenden Irene Lardschneider, bewältigen die Spitzkehren bei den Latscher Vorhöfen, gleiten an der Gand vorbei und erreichen Hintermartell, wo die fleißigsten gar bis zum Staudamm hinaufrollern.

Dann gibt es die Mittagspause, und am Nachmittag geht es im Fitness-Zentrum auf Trattla weiter. Martell bietet beste Bedingungen, die Biathleten legen die ersten Puzzleteile. Passend zum Mega-Puzzle mit 32.000 Teilen, das Lukas Hofer in den Zeiten des Lockdowns zusammengesetzt hat und jetzt einer sozialen Institution schenken möchte.

Autor: lm

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