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Downhillerin aus Leidenschaft: Veronika Widmann in Aktion. © Moonhead Media

Adrenalin und Geschwindigkeit

Die Traminerin Veronika Widmann zählt zu den besten Downhill-Fahrerinnen der Welt – und will weiter durchstarten.

Als sie mit zwölf Jahren mit dem Cross-Country-Mountainbike begann, fand sie schnell Gefallen an den Abwärts-Passagen. „Ich habe gleich gemerkt, dass mir die technischen Streckenteile besonders taugen“, blickt Veronika Widmann, von Freunden meist nur „Vroni“ genannt, zurück. Die heute 26-Jährige, die stets für den BC Neumarkt an den Start ging und seit 2018 in Italien für das BMX Team Südtirol startet, hatte bald auch den ein oder anderen Erfolg in den Jugendkategorien vorzuweisen. Schon damals fand sie auch Gefallen am Downhill und war ab und an auf den heimischen Trails zu finden.

„Schule und Ausbildungen hatten Vorrang“

Bevor es jedoch in den Cross-Country-Elite-Kategorien ernst werden sollte, entschied sie sich als Juniorin dazu, aufzuhören. „Schule und Ausbildungen hatten Vorrang“, erklärt Widmann. 2013 hatte sie sich dazu entschieden nach Innsbruck zu gehen, um dort die Ausbildung zur Krankenpflegerin zu absolvieren. Nebenbei war sie auf den heimischen Trails unterwegs. „Der Downhill-Sport war zu dieser Zeit ein tolles Hobby, eine schöne Abwechslung“, erinnert sie sich.
Erste Schritte im Weltcup
Aufmerksame Beobachter erkannten bald das Talent der Traminerin, die daraufhin auch an einigen kleineren Rennen teilnahm. Es war 2015, als dann der Nationalcoach der „Azzurri“, Roberto Vernassa, Widmann entdeckte. „Er meinte, ich sollte mich im Weltcup versuchen. Dies war natürlich schon eine Ehre“, so Widmann. Diese Chance wollte sie sich nicht entgehen lassen und einen Versuch starten. Noch intensiveres Training stand fortan auf dem Programm.

Um im Weltcup Fuß zu fassen hatte sie dann 2015 ein halbes Jahr eine Pause von der Ausbildung genommen, um ihre erste ernsthafte Saison zu absolvieren.

Schnell stellten sich die ersten Erfolge ein, unter anderem überraschte sie bei der EM 2015 mit Silber. Auch den Italienmeistertitel konnte sie in diesem Jahr holen. Nicht zuletzt im Weltcup sollte es auf Anhieb klappen. Bereits im Sommer schaffte sie es im Val di Sole erstmals als Achte unter die Top-Ten. Auch das Jahr 2016 verlief erfolgreich, weitere Top-Ten-Ergebnisse folgten. „2017 war ein etwas schwierigeres Jahr für mich, Materialprobleme machten mir unter anderem zu schaffen“, blickt Widmann zurück.

Will sich stets verbessern: Veronika Widmann (rechts) in einer Diskussion über ihren Sport.

In der vergangenen Saison 2018 konnte sie wiederum kräftig Selbstvertrauen tanken und holte mit Platz fünf im Val di Sole ihr bestes Weltcup-Resultat. Auch in diese Saison startete sie mit EM-Bronze (SportNews hat berichtet) und dem achten Rang zum Weltcup-Auftakt gut.
„Mittelfristig unter die ersten Drei“

„Mittelfristig will ich natürlich auch im Weltcup unter die ersten Drei kommen“, gibt die Traminerin die Marschroute vor. Dafür trainiert sie hart und konzentriert sich in der Hochsaison ganz auf den Sport. Unter anderem von ihrem Team Insync-Racing und Sponsoren erhalte sie dafür die notwendige finanzielle Unterstützung. Ansonsten arbeitet sie nebenbei daheim in der Landwirtschaft.
Schwierige Situation für Downhiller
In Italien ist Widmann mittlerweile für das Bozner BMX Team Südtirol gemeldet. Dort findet Widmann auch optimale Trainingsmöglichkeiten vor. Generell sei es in Südtirol jedoch nicht einfach Trainingspisten zu finden. Auf den Trails rund um Tramin trainiere sie mit dem Enduro-Bike. Eine ideale Downhill-Strecke wäre laut Widmann in Kohlern, dort jedoch sei die Situation derzeit schwierig (Anm.: Von der Bozner Gemeindeverwaltung wurde für die dortigen Strecken ein Downhill-Verbot erlassen). Immerhin sei es bis zur Weltcupstrecke im Val di Sole nicht weit.
Weltcup in Schottland
Derzeit pausiert der Weltcup der Downhiller, weiter geht es mit der zweiten Etappe am 2. Juni in Fort William in Schottland. Dann zählt für „Vroni“ Widmann wieder nur ein Gedanke: „Adrenalin und Geschwindigkeiten“, jene beiden Zutaten, die den Reiz des Downhill-Sports ausmachen.

Im Weltcup möchte „Vroni“ um die Podesplätze mitfahren.


Die ausstehenden Weltcup-Etappen der Downhiller
02. Juni: Fort William (SCO)
09. Juni: Leogang (AUT)
07. Juli: Vallnord (AND)
14. Juli: Les Gets (FRA)
04. August: Val di Sole (ITA)
11. August: Lenzerheide (CH)
08. September: Snowshoe (USA)



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