E Rennrad

Fernando Gaviria (r.) gewinnt die erste Etappe © SID / Marco BERTORELLO

Gaviria gewinnt Tour-de-France-Auftakt und übernimmt Gelb

Der kolumbianische Radprofi Fernando Gaviria ist zum Auftakt der 105. Tour de France ins Gelbe Trikot gesprintet.

Der 23 Jahre alte Radprofi vom Team Quick-Step Floors gewann am Samstag die 201 km lange erste Etappe von Noirmoutier-en-l'Ile nach Fontenay-le-Comte.

Der deutsche Top-Sprinter Marcel Kittel (Katusha-Alpecin) wurde hinter Weltmeister Peter Sagan (Slowakei/Bora-hansgrohe) Dritter. „Es war ein harter Sprint. Der dritte Platz ist okay. Ich habe ein bisschen gepokert, aber war am Ende zu spät“, sagte Kittel, „wir wollten natürlich gewinnen. Ich bin sicher, dass wir das können. Die Power ist da“.

Der deutsche Vizemeister John Degenkolb (Trek-Segafredo) kam auf Rang acht. Andre Greipel (Lotto-Soudal) war auf Platz 26 chancenlos.

Der umstrittene Titelverteidiger Froome (Großbritannien/Sky), der kurz vor der Tour nach langen Diskussionen in seiner Asthmamittel-Affäre freigesprochen worden war, stürzte fünf Kilometer vor dem Ziel spektakulär und flog über einen Zaun. Der Topfavorit setzte das Rennen mit lädierter Schulter fort, konnte aber das rasende Feld nicht mehr erreichen und büßte ebenso 51 Sekunden ein wie Mitfavorit Richie Porte (Australien/BMC).

Nachdem der 33-jährige Froome am Donnerstag bei der Teampräsentation von den Zuschauern noch vehement angefeindet worden war, kam es auf der ersten Etappe nur zu vereinzelten Unmutsbekundungen - beim Sturz aber auch zu Jubel.
Mitfavorit Nairo Quintana (Kolumbien/Movistar) erlitt knapp außerhalb der Drei-Kilometer-Marke, nach der Pannen und Stürze von der Zeitmessung her folgenlos bleiben, einen Reifendefekt und verlor gar 1:15 Minuten. Die tückische Anfahrt zum Finale mit schmalen Straßen, mehreren Kreisverkehren und schließlich einer 90-Grad-Kurve forderte damit wie unter anderem von Kittel befürchtet ihren Tribut.
Wie üblich ging am Samstag bei traumhaftem Sommerwetter am der französischen Atlantikküste praktisch mit dem scharfen Start eine Gruppe Außenseiter auf und davon. Die drei Franzosen Jerome Cousin (Direct Energy), Yoann Offredo (Wanty-Groupe Gobert) und Kevin Ledanois (Fortuneo-Samsic) fuhren unter dem Jubel ihrer Landsleute am Streckenrand rund vier Minuten Vorsprung heraus, ehe das große Feld aktiv wurde.

Die einzige kleine Bergwertung 28 km vor dem Ziel überrollte das Trio noch an der Spitze, perfekt nach Plan war das Feld bei der 10.000-m-Marke aber beisammen.

Autor: sid

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