E Rennrad

Ließ sich im Ziel gebührend feiern: Tadej Pogacar. © APA/afp / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

Pogacar feiert zweiten Gesamtsieg der Tour de France

Der neue Dominator Tadej Pogacar signierte am Sonntagabend auf der Tour d'Honneur ein paar Trikots und zeigte kleine Kunststücke mit seinem Rad, gleichzeitig hat Sprinter Mark Cavendish zum Abschluss der 108. Tour de France den alleinigen Rekord verpasst.

Während für den 22 Jahre jungen Slowenen der zweite Gesamtsieg schon weit vor der letzten Etappe auf den Champs-Élysées in Paris feststand, wollte „King Cav“ am Sonntag die finale Krönung: Den 35. Tagessieg, mit dem er an Belgiens Legende Eddy Merckx vorbeigezogen und einen Jahrzehnte alten Rekord gebrochen hätte. Doch im prachtvollen Zentrum der Metropole gewann diesmal der Belgier Wout van Aert, es war sein dritter Etappensieg. Es war die erste Sprintniederlage für Cavendish, der Rang drei belegte.


Pogacar konnte seinen Triumph auf der letzten Tour-Etappe voll auskosten. Mit seinen sieben Teamkollegen von UAE lachte und scherzte der Gelb-Träger, gemeinsam mit den weiteren Slowenen schickte er ins TV-Bild eine Botschaft an den verletzt ausgestiegenen Rivalen und Landsmann Primoz Roglic.

Knapp ein Jahr nach der slowenischen Party, als Pogacar Roglic den Gesamtsieg ganz am Ende noch stibitzte, darf die kleine Sportnation gleich den nächsten sportlichen Riesencoup bejubeln. „Super-Pogi“, der diesmal durchweg glänzte und mit über fünf Minuten Vorsprung vor Jonas Vingegaard (Dänemark) und Richard Carapaz aus Ecuador lag, gewann neben dem Gelben Trikot auch das Weiße des besten Jungprofis und das Gepunktete des besten Bergfahrers. Landsmann Matej Mohoric rundete die slowenischen Festwochen mit zwei weiteren Tagessiegen ab.

Pogacar, der Kannibale
Pogacar, der Alleskönner aus Komenda, hat die Tour in diesem Jahr geprägt wie seit dem inzwischen als Dopingsünder überführten Lance Armstrong vor rund 20 Jahren niemand mehr. Belgiens Ikone Merckx adelte den Doppel-Champion bereits: „Ich sehe in ihm den neuen Kannibalen. Er ist extrem stark. Ich denke, er wird in den kommenden Jahren die Tour mehrmals gewinnen.“ Pogacar könne die Tour-Krone auch häufiger als fünfmal, was bislang die Rekordmarke ist, erobern.

Neben seiner exzellenten und taktisch fehlerfreien Leistung profitierte der Star des UAE-Teams auch von mehreren glücklichen Umständen. Hauptrivale Egan Bernal (Ineos) fuhr 2021 beim Giro d'Italia statt bei der Tour, die Gegner Roglic und Geraint Thomas stürzten früh und waren im Kampf um das Gelbe Trikot bereits in Woche eins raus. So fuhr Pogacar eigentlich ab seiner Solofahrt in den Alpen zwei Wochen dem Gesamtsieg entgegen, den er mit famosen Einzelerfolgen am Col du Portet und in Luz Ardiden noch garnierte.

Verpasste den alleinigen Allzeit-Rekord nur knapp: Mark Cavendish (r.). © APA/afp / THOMAS SAMSON


Neben dem ganz jungen Pogacar war der deutlich ältere Cavendish der zweite große Star dieser 108. Ausgabe. Der Brite erschien nach ganz harten Jahren plötzlich wieder aus der Versenkung und gewann vier von fünf Sprintfinals. Mit dem finalen Coup im prächtigen Zentrum von Paris hätte er Rekordhalter Merckx abgelöst, so bleibt es zunächst bei einem 34:34. Der 76-Jährige hatte vorab bereits relativiert: „Man kann das nicht vergleichen. Ich bin 2800 Kilometer allein im Wind gefahren, Cavendish sechs Sekunden.“

Schlagwörter: radsport

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2021 Sportnews - IT00853870210
//add embeds for inline videos