E Rennrad

Christian Dallago holte sich den Sieg. © hkmedia

Vor den Augen von Bonucci: Dallago siegt am Grödner Joch

Der 44. Giro delle Dolomiti wurde am Donnerstag nach einem Tag Pause mit der Königsetappe fortgesetzt. Mit Leonardo Bonucci zählte ein frischgebackener Fußball-Europameister zufällig zu den Zaungästen am Grödner Joch.

Die Etappe führte die Teilnehmer aus 25 verschiedenen Nationen von der Messe Bozen nach Gröden, von wo die Sellarunde im Uhrzeigersinn in Angriff genommen wurde. Während Thomas Gschnitzer aus Sterzing das Leader-Trikot verteidigen konnte, gibt es bei den Frauen mit Julia Jedelhauser aus dem Allgäu eine neue Gesamtführende.


Für die Radsportbegeisterten war es ein äußerst kräftezehrendes Teilstück. Nach der Umrundung des Sellastocks von der Messe Bozen aus zeigten die Radcompunter eine Länge von 160,3 Kilometern und über 3300 Höhenmetern an. Außerdem galt es zwei Bergzeitfahren zu bewältigen. Das erste davon führte von Plan de Gralba auf das Grödner Joch, war 5,5 Kilometer lang und wies 236 Höhenmeter vor. Eine ideale Strecke für den jungen Bozner Christian Dallago, der 500 Meter vor dem Passübergang den Turbo zündete und aus der siebenköpfigen Spitzengruppe ausbrach.

Der 22-Jährige, der in seiner Jugend beim FC Südtirol erfolgreich Fußball gespielt hat, setzte sich in 11.58 Minuten mit sechs Sekunden Vorsprung auf den Spanier Iraitz Goñi Diaz durch. Und das vor den Augen des frischgebackenen Europameisters Leonardo Bonucci, der sich zufällig am Grödner Joch befand und geduldig vielen Selfie-Wünschen nachkam. Platz drei belegte der Sizilianer Salvatore Busacca, der sich auf den letzten Metern hauchdünn am Sarner Eduard Rizzi vorbeischob (beide +12 Sekunden). Der Gesamtführende Thomas Gschnitzer kontrollierte das Geschehen und rollte als Siebter mit 16 Sekunden Rückstand auf Dallago ein.

Bei den Frauen rollte Julia Jedelhauser aus Marktoberdorf als erste über die Ziellinie. Die 33-jährige Ärztin, die für ihren Arbeitgeber – die St. Vinzenz Klinik Pfronten – startet, bewältigte das Bergzeitfahren in 14.22 Minuten. Sieben Sekunden später erreichte Daniela Kratzer aus Karlsfeld in Bayern das Ziel. Platz drei nahm die Boznerin Francesca Sassani ein, die 16 Sekunden auf Jedelhauser einbüßte und damit das Leadertrikot an sie verlor.

Mazzurana hat die größten Kraftreserven

Nach einer kurzen Stärkung ging es vom Grödner Joch hinunter nach Corvara, wo wenig später das zweite Bergzeitfahren (4,4 km/269 Höhenmeter) auf den Campolongo Pass anstand. Auch hier blieb dieselbe siebenköpfige Spitzengruppe lange zusammen, ehe der mittlerweile in Schweden lebende Bozner Luca Mazzurana in 11.07 Minuten das bessere Ende für sich hatte. Goñi Diaz musste sich abermals mit Platz zwei zufriedengeben, dieses Mal mit drei Sekunden Rückstand. Dallago komplettierte das Podium, sein Rückstand betrug vier Sekunden.

Gesamtleader-Gschnitzer landete auf dem sechsten Platz (+7 Sekunden) und führt im Klassement vor dem letzten Bergzeitfahren am Freitag mit 1.09 Minuten Vorsprung auf Dallago. „Wenn nicht etwas ganz Verrücktes passiert, dann sind die Würfel meiner Meinung nach bereits gefallen. Thomas Gschnitzer ist am Dienstag einfach viel zu stark gefahren und auch heute hat er immer gut mithalten können. Vom Giro delle Dolomiti bin ich begeistert. Das Format ist einzigartig. Während man in der Gruppe fährt, hat man Zeit Freundschaften zu schließen, zu plaudern und die Gegend zu genießen. Bei den Granfondos, an denen ich sonst teilnehme, fährt man hingegen immer auf Anschlag. Ich kann den Giro delle Dolomiti wirklich nur weiterempfehlen“, sagte Dallago.
Jedelhauser mit dem Double

Während es bei den Männern am Donnerstag also zwei verschiedene Sieger gab, triumphierte bei den Radlerinnen am Campolongo Pass abermals Julia Jedelhauser. Mit einer Endzeit von 13.02 Minuten nahm sie Francesca Sassani exakt eine halbe Minute ab. Monika Dietl, die Siegerin des Giro delle Dolomiti 2018 und 2019, belegte mit 31 Sekunden Rückstand den dritten Platz. In der Gesamtwertung beträgt Jedelhausers Vorsprung auf Sassani 42 Sekunden.

Ein Vorsprung, den die Allgäuerin am Freitag verteidigen möchte. „Das wäre der Plan. Ich komme eigentlich vom Berglaufen und man kennt mich auch unter den Mountainbikern. Das ist mein erstes Rennen auf dem Rennrad, deshalb bin ich überrascht, wie gut es hier läuft“, gab Jedelhauser zu Protokoll. Rang drei im Gesamtklassement hält derzeit Monika Dietl, allerdings schon mit 2.21 Minuten Rückstand.

Der Giro delle Dolomiti wird am Freitag mit der fünften Etappe fortgesetzt und verspricht besonders spannend zu werden, weil im Kampf um die Gesamtwertung die Würfel fallen. Das gesamte Teilstück ist 89,6 Kilometer lang (2173 Höhenmeter) und führt von der Messe Bozen über Blumau und Tiers hinauf auf den Nigerpass, dann in Richtung Welschnofen und über Gummer und Karneid zurück zur Messe Bozen. Das 13,2 Kilometer lange Bergzeitfahren mit einer Höhendifferenz von 625 Metern beginnt in St. Zyprian und endet am Nigerpass. Außerdem gibt es auch einen Giro Sprint hinauf nach Gummer (2 km/184 Höhenmeter), der jedoch nicht in die Gesamtwertung einfließt. Am Samstag wird der 44. Giro delle Dolomiti mit dem Team-Zeitfahren im Unterland abgeschlossen.

Schlagwörter: Giro delle Dolomiti

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