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Kevin Reza beklagt fehlende Solidarität im Fahrerfeld © SID / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

Schwarzer Tour-Starter Reza: „Keine große Solidarität im Feld“

Kevin Reza, einziger schwarzer Radprofi im Feld der 107. Tour de France, hat sich angesichts rassistischer Beleidigungen gegen ihn in den vergangenen Jahren über zu geringe Unterstützung im Peloton beklagt.

„Gab es Solidarität? Nicht wirklich“, sagte der 32 Jahre alte Franzose dem Internetportal cyclingnews: „Meine engsten Freunde im Feld sind zwar zu mir gekommen, aber generell? Nein, ich habe keine größere Solidarität erfahren, welche die Aufmerksamkeit auf das Geschehene gelenkt hätte.“

Reza war bei der Tour de France 2014 vom Schweizer Michael Albasini sowie bei der Tour de Romandie 2017 vom Italiener Gianni Moscon rassistisch beschimpft worden. Zwar meldeten sich danach einige Fahrer kritisch zu Wort, letzten Endes hatten die Fälle aber keine großen Folgen.

Reza: „So ist das nunmal“
„So ist das Peloton nunmal. Es gibt keine große Solidarität im Radsport. Das ist keine Kritik, sondern nur eine Beobachtung“, sagte Reza, der für das französische Team B&B-Vital Concept fährt: „Ich bin seit zehn Jahren Radprofi, aber große Solidarität habe ich nie verspürt - und noch weniger zur Zeit der Vorfälle mit Moscon und Albasini.“

Reza, der sich viel mit der Black-Lives-Matter-Bewegung auseinandergesetzt habe, fühle sich als schwarzer Profi im Radsport ein Stück weit einsam. „In der NFL, der NBA oder anderen Sportarten sind schwarze Athleten weniger eine Minderheit - oder sogar überhaupt keine Minderheit“, sagte er: „Da ist es dann weitaus leichter, eine gewisse Art von Solidarität zur erzeugen. Bei der Tour bin ich jedoch alleine - wenn auch nicht im weltweiten Radsport für den Rest des Jahres.“

Autor: sid

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