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Innerhalb des Gewichtshebens soll eine „Kultur der Angst“ herrschen (Symbolbild von den Olympischen Spielen 2016). © APA/afp / GOH CHAI HIN

Gewichtheben: Doping-Vertuschung & Regime der Angst

Autokratischer Führungsstil, versickerte Millionenbeträge und zahlreiche vertuschte Dopingfälle: Professor Richard McLaren (75) hat zum Abschluss seiner unabhängigen Untersuchung des Gewichtheber-Weltverbandes IWF unter Präsident Tamas Ajan (81) das erwartet düstere Bild gezeichnet.

„Ich habe eine Organisation vorgefunden, in der eine Kultur der Angst bis in die höchsten Ebenen herrschte. Wer Ajan herausforderte, wurde entweder bestraft oder schikaniert“, sagte McLaren am Donnerstag im Rahmen der Präsentation seiner Erkenntnisse. Kaum ein Gewichtsheber sei bereit über Vorfälle zu sprechen. Der umstrittene Langzeit-Präsident Ajan war im April angesichts der schweren Vorwürfe zurückgetreten. Aufgedeckt hatte den Fall die ARD-Dopingredaktion in der Dokumentation „Geheimsache Doping - Der Herr der Heber“ im Januar.

Stimmenkauf und Doping im großen Stil
McLaren bezeichnete den Vorstand der IWF unter dem Ungarn nun als „dysfunktional und ineffektiv: Dr. Ajan nahm jedem außer sich selbst die Möglichkeit, die Geschäfte und Angelegenheiten der IWF zu durchblicken.“ Bei den vergangenen beiden Wahlkongressen seien zudem im großen Stil Stimmen für den Präsidenten gekauft worden.

Tamas Ajan soll eine „Kultur der Angst“ angeführt haben. © SID / GOH CHAI HIN


Mit Blick auf das Dopingsystem der IWF habe Ajan zweifellos an mancher Stelle Ermittlungen behindert, das echte Problem sei aber die „Doping-Kultur innerhalb des Sports“. Allein McLarens Untersuchung habe 40 positive Fälle aufgedeckt, denen nie nachgegangen wurde, darunter auch Gold- und Silbermedaillengewinner bei Weltmeisterschaften. Die Informationen seien für tiefergehende Untersuchungen an die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) weitergeleitet worden.

Autor: sid/cst

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