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Italien droht der Ausschluss von den Olympischen Spielen 2020. © AFP / FABRICE COFFRINI

Italien riskiert Olympia-Ausschluss für Tokio

Wegen eines Reformplans der nationalen Regierung droht Italiens Olympia-Komitee CONI der Ausschluss von den Olympischen Spielen 2020 in Tokio.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, sei in der italienischen Zeitung Corriere della Sera ein Brief des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) veröffentlicht worden, der vor der Einflussnahme der Regierung auf das CONI warnt.

So äußerte das IOC „ernsthafte Bedenken“ und erinnerte daran, dass die Mitgliedschaft in der Olympischen Bewegung „Übereinstimmung mit der Olympischen Charta und Anerkennung durch das IOC“ erfordere. Das geplante Gesetz, das der Regierung die Möglichkeit zur Einflussnahme auf die nationale Olympia-Organisation geben soll, riskiere laut IOC die Unabhängigkeit der Olympischen Bewegung in Italien.

Italiens Sportminister Giancarlo Giorgetti. © AFP / TIZIANA FABI


„Das CONI sollte eine autonome und rechtlich unabhängige Organisation gelenkt von der Olympischen Charta und seinen eigenen Statuten sein“, sagte James Macleod, Verfasser des Briefes und beim IOC zuständig für die NOK's (Nationale Olympische Komitees). Aus der italienischen Regierung waren nach Veröffentlichung des Briefes beschwichtigende Töne zu hören. Sportminister Giancarlo Giorgetti sagte, er wolle weiter an der neuen Verordnung arbeiten.
Italien will alle Missverständnisse ausräumen
„In dem Prozess werden wir alle Missverständnisse ausräumen, die der Brief des IOC-Offiziellen anspricht“, sagte Giorgetti. Das IOC schlug ein Treffen in der laufenden Woche in Lausanne vor, um „die Angelegenheit zu klären.“ Ein Jahr vor Olympia in Tokio machte der Ringeorden in seinem Brief jedoch auch klar, dass er die Macht habe, ein NOK zu suspendieren, „falls die Verfassung, Gesetze oder andere Regularien im betreffenden Land das NOK in seiner Aktivität oder der Ausübung seines Willens behindern.“

Dies war bereits geschehen. Das IOC hatte Kuwait im Oktober 2015 wegen politischer Einflussnahme der Regierung auf sportliche Institutionen suspendiert. Im August 2018 war der Ausschluss vorläufig aufgehoben worden, im Juli 2019 dann endgültig.

2026 richten Mailand und Cortina d'Ampezzo (und Antholz als Biathlon-Wettkampfstätte) die Winterspiele aus, die italienische Bewerbung hatte sich im Juni gegen Stockholm durchgesetzt.

Autor: sid/det

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