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In der Heimspielstätte der Atlanta Hawks wurde das Gerichtsurteil in Minneapolis gewürdigt. © APA/getty / Kevin C. Cox

US-Sport reagiert auf Schuldspruch für Ex-Polizist Chauvin

Basketball-Superstar LeBron James und zahlreiche weitere Topsportler und Mannschaften mit Bezug zu den USA haben auf den Schuldspruch für den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin im Prozess um die Tötung des Afroamerikaners George Floyd reagiert.

„ACCOUNTABILITY“, twitterte der NBA-Profi der Los Angeles Lakers nach der Urteilsverkündung am Montag in Großbuchstaben. Das heißt auf Deutsch so viel wie Rechenschaft oder Verantwortlichkeit. Kurz zuvor hatten die Geschworenen in Minneapolis im US-Staat Minnesota Chauvin in allen Anklagepunkten für schuldig befunden. NFL-Quarterback Russell Wilson von den Seattle Seahawks schrieb: „Liebe gewinnt.“


Die japanische Weltklassetennisspielerin Naomi Osaka, die sich in den vergangenen Monaten immer wieder für die „Black lives Matter“-Bewegung eingesetzt hatte, schrieb: „Ich wollte einen Tweet zur Feier des Tages schreiben, aber dann wurde ich von der Traurigkeit getroffen, weil wir etwas feiern, dass so klar ist wie der Tag. Der Fakt, dass wir unseren Atem anhalten vor dem Ergebnis, sagt viel aus, wie viel Ungerechtigkeiten schon vorgekommen sind.“

Auch viele Mannschaften wie die Los Angeles Lakers, die Minnesota Timberwolves, die New England Patriots oder die New Orleans Saints und Profi-Ligen wie etwa die NFL, die NBA und die MLS reagierten auf das Urteil. Man sei erfreut, dass der Gerechtigkeit offenbar Genüge getan worden sei, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung von NBA-Boss Adam Silver und der Chefin der Spielergewerkschaft NBPA, Michele Roberts. Es gebe aber auch noch viel Arbeit zu tun.

Raiders mit Fauxpass
Für Kritik sorgte der Tweet der Las Vegas Raiders aus der NFL. Dort hieß es nach dem Urteil: „I can breathe“ („Ich kann atmen“). Teambesitzer Mark Davis sagte, er übernehme die Verantwortung. Er habe George Floyds Bruder Philonise sagen hören „Heute sind wir wieder in der Lage zu atmen“ und habe diese Botschaft übernehmen wollen. Er habe nicht gewusst, das der Ausruf in einem anderen Fall von einem durch Polizisten getöteten Schwarzen von Unterstützern der Polizei benutzt worden sei.

Der 46 Jahre alte Floyd war am 25. Mai vergangenen Jahres in Minneapolis bei einer Festnahme ums Leben gekommen. Videos dokumentierten, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Chauvin presste dabei sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und starb wenig später.

Floyds schockierender Tod führte landesweit zu Demonstrationen und löste eine Debatte über systemischen Rassismus, Ungleichbehandlung und Polizeibrutalität gegen Schwarze in den USA aus. Insbesondere Spielerinnen und Spieler aus den Basketballligen WNBA und NBA haben ihre Plattform für Forderungen nach Gerechtigkeit genutzt.

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