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Jannik Sinner musste die Überlegenheit seines Gegners anerkennen. © APA/afp / MARTIN BUREAU

Der Nadal-Zug überrollt Sinner

Rafael Nadal wird von der Tennis-Szene nicht umsonst als Sandplatz-König bezeichnet. Diesen Status untermauerte der Spanier am Montag bei den French Open mit einem glatten Dreisatzerfolg gegen einen chancenlosen, aber tapfer kämpfenden Jannik Sinner.

Um zu verdeutlichen, was es heißt, gegen Rafael Nadal in Paris zu spielen, reicht eine Statistik: 106 Partien hat der Mann aus Mallorca im Stade Roland Garros bestritten, nur zwei davon verloren. Das alleine wäre bereits beeindruckend genug. Hinzu kommt, dass Nadal seinen letzten Satz in Paris im Juni 2019 verloren hat. Vom 19-jährigen Sinner deshalb zu verlangen, gegen den 20-fachen Grand-Slam-Sieger zu bestehen, wäre zu viel. Und so spiegelten sich am Montag auf dem Court Philippe Chatrier die Kräfteverhältnisse gnadenlos wider. Nadal diktierte, dominierte und siegte mit 7:5, 6:3 und 6:0.


Eines vorneweg: Sinner erwischte – auch der Qualität und der Aura seines Gegners geschuldet – nicht seinen besten Tag. Die Fehler kamen zu oft, die Winner zu selten. Das Selbstvertrauen wurde dadurch angekratzt und der Sextner konnte nie seine ganze Qualität entfalten. Schon in den ersten Games wurden Probleme erkennbar, doch Sinner konnte einen Fehlstart (er lag schnell mit Break zurück) wettmachen und selbst mit Break in Führung gehen. Dabei profitierte er von unzähligen, für Nadal untypischen Vorhand-Fehlern. Dieses kostbare Break verteidigte Sinner bis zum 5:4 aus seiner Sicht. Als er für den Satz aufschlug, erhöhte der Spanier jedoch sein Niveau, spielte drei starke Games in Folge und entschied den ersten Durchgang für sich. Begünstigt wurde er unter anderem von Augenproblemen des Südtirolers, der den Physiotherapeuten auf den Platz rief und sich kurz behandeln ließ.

Nadal ist zu stark
Die Probleme, mit einem nun stark spielenden Nadal mitzuhalten, wurden damit jedoch nicht gelöst, im Gegenteil: Nadal schaffte zwei Breaks, entlief auf 4:0 – und schien den Satz scheinbar sicher in der Tasche zu haben. Der Sextner gab sich jedoch nicht geschlagen, holte beide Aufschlagverluste wieder auf und verkürzte auf 3:4. Mehr als ein kurzes Aufbäumen war dies jedoch nicht. Postwendend meldete sich Nadal, der die Vorhand nun deutlich satter und präziser platzierte, zurück. Der Satzgewinn zum 6:3 war nicht nur die Folge, sondern auch verdient.

In Paris eine Macht: Rafael Nadal © APA/afp / MARTIN BUREAU


Bitter für Sinner: Zu diesem Zeitpunkt hatte er nur acht Gewinnschläge geschlagen, gleichzeitig aber 33 Fehler produziert. Ein Verhältnis, mit dem man nur selten ein Match und schon gar nicht gegen den Sandplatz-König schlechthin gewinnt. Was man Sinner an diesem Tag trotz aller Schwierigkeiten nicht absprechen konnte, war sein Einsatz. Er versuchte sich dagegen zu stemmen, Lösungen zu finden, fand diese – vor allem bei eigenem Aufschlag – aber nicht. Zu bescheiden waren seine Aufschläge, zu gut Nadals Returns. Und so gewann Sinner lediglich vier von 13 Servicegames, bedauerlicherweise erneut keinen Satz und auch das dritte Aufeinandertreffen gegen die Tennis-Legende nicht. Der 35-Jährige manifestierte im letzten Durchgang seine ganze Überlegenheit, indem er Sinner kein einziges Game überließ.
Nadal auf Rekordjagd
Somit zieht Nadal standesgemäß ins Viertelfinale ein, greift nach seinem 14. French-Open-Titel und gleichzeitig den Grand-Slam-Rekord, den er sich mit Roger Federer teilt, an. Sinner hingegen reist mit der Erkenntnis aus der Stadt der Liebe ab, dass sein Niveau noch nicht hoch genug ist, um gegen den Weltranglisten-3. auf dieser Unterlage zu bestehen. Aber wie heißt es so schön? Was noch nicht ist, kann ja noch werden.

>>> Den ganzen Spielverlauf finden Sie hier <<<

Schlagwörter: Tennis

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