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Der Aufschlag ist Sinners Achillesferse. © APA/afp / ADRIAN DENNIS

Die bemerkenswerte Arbeitsmoral des Jannik Sinner

Die überraschende Erstrundenniederlage beim ATP-500-Turnier im Queens’Club hat an Jannik Sinner genagt. Die Flinte ins Korn wirft der Sextner jedoch nicht, im Gegenteil: Er arbeitet härter denn je zuvor.

Wenn man im ersten Satz mit 4:0 und 40-15 bei eigenem Aufschlag führt und den Abschnitt dennoch nicht gewinnt, ärgert dies jeden Tennisspieler maßlos. So auch Jannik Sinner, der gegen Jack Draper auch im zweiten Durchgang für den Satz servierte. Doch der Brite kam zurück – und drehte die Abschnitte jeweils zu seinem Gunsten. Ausschlaggebend dafür war der Service des Youngsters. „Heute habe ich nicht gut aufgeschlagen – wie schon seit einiger Zeit“, sagte Sinner nach dem Match.


Dass der Weg an die Tennis-Spitze steinig ist und schon gar nicht auf einer Linie verläuft, ist bekannt. Sinner weiß dies am besten und betont deshalb gebetsmühlenartig, dass die stetige Arbeit die einzige Lösung sei. Das ist keine Floskel, sondern die Realität. Das belegte der Südtiroler am Dienstag. Nach seinem Sieg im Doppel mit Feliciano Lopez packte Sinner nicht etwa seine Tasche und verließ den Platz, sondern arbeitete unter den strengen Augen seines Mentors Riccardo Piatti am Aufschlag.

Neuer Ansatz
Auffällig dabei: Eine neue Aufschlagbewegung, die man so von Sinner nicht kennt. Normalerweise führt der 19-Jährige seinen Service aus dem Pin-Point-Stand aus. Das heißt, dass er sein rechtes Bein heranzieht, um dann abzuspringen und den Ball zu treffen. Diese Methode wird unter anderem von Rafael Nadal oder Alexander Zverev angewendet. Am Dienstag aber war auf einem Video zu erkennen, wie Sinner den Aufschlag aus einem Plattform-Stand ausführte. Für die Bewegung, bei der sich die Füße nicht von der Stelle bewegen, sind Roger Federer, Novak Djokovic, Dominic Thiem oder Stefanos Tsitsipas bekannt.

Ob Sinner seine Aufschlagbewegung so kurz vor Wimbledon tatsächlich modifiziert, ist ungewiss. Dass er sich wenige Minuten nach einem gewonnen Match aber hinstellt und weiter an sich arbeitet, ist ein Zeichen seiner Arbeitsmoral, die ihn dorthin gebracht hat, wo er nun ist.

Schlagwörter: Tennis

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