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Novak Djokovic ist gegen die Coronareglen bei den US Open, ließ zuletzt aber in seiner Heimat Serbien ein eigenes Turnier ausrichten. © APA/afp / PHILIPPE LOPEZ

Disput um US Open: „Mit 150 Millionen ist es einfach…“

Die Tennis-Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty hat sich skeptisch über eine Austragung der US Open angesichts der Corona-Pandemie geäußert. Eine Entscheidung darüber, ob das Grand-Slam-Turnier wie geplant ab dem 31. August stattfindet, soll am Montag fallen. Es gibt auch viele Stimmen aus dem Spielerlager, die ein Turnier in New York fordern.

„Ich habe Bedenken. Ich verstehe, dass die Turniere unbedingt stattfinden sollen, aber die Sicherheit aller muss Priorität haben“, so die 24-jährige Australierin gegenüber AP. Die US-Open-Organisatoren überlegen, Charterflüge von überall auf der Welt zu organisieren, alle Spielerinnen und Spieler in einem Flughafenhotel ohne Zugang nach Manhattan unterzubringen und ihnen nur die Begleitung durch eine weitere Person auf die Anlage in Flushing Meadows zu gestatten.


Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hatte die Bedingungen als extrem bezeichnet. Bei einer kontroversen, über dreieinhalb Stunden dauernden Videokonferenz in der vergangenen Woche sollen etliche Profis diese Haltung aber nicht geteilt haben. Zudem richtete der Serbe zuletzt ein Turnier aus – inklusive Handschlag, Umarmungen und rappelvollen Tribünen.

„Wenn du in deiner Karriere schon fast 150 Millionen Dollar verdient hast, ist es einfach, dich gegen die Durchführung des US Open zu sträuben.“
Danielle Collins

Für viele Spielerinnen und Spieler ist das Preisgeld für Erstrunden-Verlierer bei den US Open ein schlagendes Argument, auch ziemlich einschneidende Einschränkungen auf sich zu nehmen, für die Topstars gilt dies nicht. „Wenn du in deiner Karriere schon fast 150 Millionen Dollar verdient hast, ist es einfach, dich gegen die Durchführung des US Open zu sträuben“, sagte die US-Amerikanerin Danielle Collins, Australian-Open-Halbfinalistin 2019 und aktuell die Nummer 51 der Weltrangliste. „Für die meisten von uns wäre es einfach wichtig, wieder arbeiten zu können. Es wäre schön, wenn uns die Nummer 1 unterstützen würde, anstatt uns dies zu vermiesen.“

Der Engländer Daniel Evans (ATP 28) sagte beim Radiosender BBC: „Nur eine Begleitperson dabei zu haben, ist wirklich keine große Sache. Es gibt keinen besseren Weg, die im Ranking nicht topklassierten Spieler finanziell zu unterstützen, als die Durchführung eines Grand-Slam-Turniers. Das wäre jetzt der richtige Moment für Novak und Rafa, zusammenzustehen und uns zu helfen, unseren Lebensunterhalt zu verdienen.“ Aber Rafael Nadal soll sich skeptisch über eine Austragung geäußert haben.

Autor: cst/dpa

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