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Die Enttäuschung steht Jannik Sinner ins Gesicht geschrieben. © APA/getty / Sarah Stier

Ein niedergeschlagener Sinner: „Das wird lange weh tun“

Jannik Sinner hat sich in der Nacht auf Donnerstag mit Carlos Alcaraz ein episches Duell geliefert. Am Ende musste er sich nach mehr als fünf Stunden geschlagen geben. Der Stachel der Enttäuschung saß beim Sextner tief.

Es war um weit nach 3 Uhr morgens, als sich Jannik Sinner bei der obligatorischen Pressekonferenz den Fragen der Journalisten stellte. Der 21-jährige Pusterer war sichtlich gezeichnet vom mehr als fünf Stunden langen Duell mit Carlos Alcaraz, an das sich alle Beteiligten wohl noch lange erinnern werden.


Die beiden größten Talente im Tennis-Zirkus übertrumpften sich in der New Yorker Nacht nur so mit Superlativen. Sie lieferten sich einen finalwürdigen Schlagabtausch, mit vielen brillanten Ballwechseln und fesselnder Spannung. „Einen solchen Auftritt hatte die Tenniswelt auch nur ganz selten von den Big Three Rafael Nadal, Novak Djokovic und Roger Federer gesehen“, befand die dpa. Nach so einer Leistung hätten sich eigentlich beide Spieler den Sieg verdient gehabt, doch es kann eben nur einer gewinnen. Und das war dieses Mal Carlos Alcaraz.

„Das ist schon hart.“ Jannik Sinner

Ob es denn die schwerwiegendste Niederlage war, die er je kassiert habe, wurde Sinner von einem Journalisten gefragt. Sichtlich fertig (physisch wie mental), überlegte der Sextner für längere Zeit und sagte schließlich: „Ich habe schon einige schmerzhafte Niederlagen kassiert. Diese hier ist in der Liste sicher weit vorne. Das wird noch für eine Weile weh tun, aber morgen oder besser gesagt heute werde ich aufwachen und versuchen, die positiven Sachen mitzunehmen. Aber es ist schon hart.“

Sinner und der vergebene Matchball

Eine Analyse fiel dem Youngster unmittelbar nach der Niederlage schwer. „Ich weiß nicht, was den Unterschied gemacht hat, ich muss erst mit meinen Trainern reden. In einem Spiel, das über fünf Stunden geht, wird es immer viele Schlüsselmomente geben. Einige hat er ausgenutzt, einige habe ich ausgenutzt.“

Nach dem Match herzten sich Sinner (links) und Alcaraz. © APA/afp / COREY SIPKIN


Einer dieser Schlüsselmomente ereignete sich im vierten Satz, als Sinner beim Stand von 5:4 und mit eigenem Service einen Matchball hatte, diesen jedoch liegen ließ. „Natürlich hätte ich es besser machen können, aber jetzt zu reden ist einfach. Auf dem Platz ist das ganz anders, da hast du Druck. Aber das ist Teil des Spiels. Bis zu jenem Punkt habe ich gut serviert, und dann ging es eben so, wie es gegangen ist.“

Alcaraz winkt die Nummer 1

Sinners Gegner Carlos Alcaraz sagte nach dem Match völlig entkräftet: „Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie ich das geschafft habe. Du musst immer an dich selbst glauben. Die Hoffnung darf man immer erst als Letztes verlieren.“ Geholfen habe die Unterstützung von den Zuschauern, erklärte der Weltrangliste-Vierte: „Die Energie, die ich um drei Uhr früh auf dem Platz gespürt habe, war unfassbar. Bei anderen Turnieren, auf anderen Plätzen wäre jeder wahrscheinlich nach Hause zum Schlafen gegangen.“ Alcaraz, der mit dem Turniersieg – im günstigsten Fall sogar mit dem Finaleinzug – die neue Nummer 1 der Welt wäre, trifft in der Vorschlussrunde auf Frances Tiafoe, während Sinner die Heimreise antreten muss.

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