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Erwischte nicht den besten Tag: Jannik SInner © Open Parcaro

Ein No-Name überrascht Sinner

Arthur Rinderknech ist nur eingefleischten Tennis-Fans ein Begriff. Dennoch hat der Franzose am Donnerstag beim ATP-250-Turnier in Lyon Jannik Sinner bezwungen und damit dessen Generalprobe für die French Open vermasselt.

Nach dem großartigen Auftaktsieg gegen Aslan Karatsev traf Sinner im Achtelfinale auf einen auf dem Papier schwächeren Gegner: Arthur Rinderknech (ATP 125) hat trotz seiner 25 Jahre erst sechs Partien auf ATP-Niveau bestritten, fünf davon in dieser Saison. Dennoch wusste Sinner, dass der Franzose ein harter Brocken werden würde. Auf der Challenger-Tour gewann Rinderknech, der als Lucky Loser ins Lyon-Hauptfeld gerutscht ist, in der laufenden Saison nämlich 15 von 21 Matches. Dass er großes Selbstvertrauen hatte, zeigte sich während des gesamten Spiels. Rinderknech spielte groß auf, drängte seinen jüngeren Kontrahenten immer wieder in die Defensive – und gewann letztlich verdient mit 6:7, 6:2 und 7:5.


Sinner hatte im ersten Teil des ersten Satzes nicht nur mit dem starken Aufschlag des Franzosen zu kämpfen, sondern auch mit der eigenen Vorhand, die ihm unter anderem ein Break kostete. Rinderknech profitierte von Sinners Anlaufschwierigkeiten und zog auf 4:1 davon, bekam jedoch schnell die ganze Klasse seines Gegenübers zu spüren. Der Südtiroler passte seine Returnposition an, spielte dadurch mehr Aufschläge zurück und glich prompt auf 4:4 aus.

Sinner ist der Tiebreak-König
Rinderknech ließ jedoch nicht locker und überzeugte weiterhin mit seinem schnörkellosen und aggressiven Tennis. Sinner hingegen zeigte nach wie vor nicht seine Bestleistung. Das führte dazu, dass er beim Stande von 4:5 aus seiner Sicht zwei Satzbälle, u.a. mit einem sehenswerten Stoppball, abwehren musste. Der Sextner rettete sich ins Tiebreak, den er einmal mehr für sich entschied. Damit schraubte Sinner seine Tiebreak-Bilanz in dieser Saison auf 13:4 in die Höhe – beeindruckend.

Wer meinte, dass der gewonnene erste Satz Rinderknechs Widerstand brechen würde, sah sich getäuscht. Sinner fand einfach nicht in sein Spiel. Stattdessen häufte er viele Fehler an, die Rinderknech einerseits Auftrieb verliehen und andererseits den zweiten Satz in eine Richtung lenkten: In jene von Arthur Rinderknech. Der 25-Jährige enteilte dank zweier Breaks auf 5:1 und entschied den zweiten Abschnitt wenige Minuten später mit 6:2 für sich.
Sinner hat Sehprobleme
Der dritte Satz begann so, wie der zweite aufgehört hatte: Mit einem fehlerhaften Sinner und einem konzentrierten Rinderknech, der seine Chance nun witterte und im dritten Game erneut breakte. Obwohl Sinner zu allem Überfluss nun auch Probleme mit seinen Augen bekam und dafür einen Physiotherapeuten auf den Platz rief, holte er sich das Break dank eines Zauberschlages zurück – 3:3.

Mehr als ein kurzes Aufflackern war dies jedoch nicht. Rinderknech nahm Sinner den Aufschlag postwendend erneut ab, verlor diesen in der Folge zwar noch einmal, servierte nach knapp zweieinhalb Stunden Spielzeit im zweiten Anlauf aber zum 7:5 aus. Während die French-Open-Generalprobe für Sinner damit in die Hose ging, freute sich Rinderknech über den größten Erfolg seiner Karriere und gleichzeitig über den Viertelfinaleinzug.

Schlagwörter: Tennis

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