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Jannik Sinner steht im Finale von Miami. © APA/getty / MATTHEW STOCKMAN

Finale in Miami! Dieser Jannik Sinner ist unglaublich

Langsam gehen für diesen Jungen die Superlative aus: Jannik Sinner steht beim Masters-1000-Turnier in Miami sensationell im Finale.

Wahnsinn, was dieser Jannik Sinner zurzeit leistet. Der 19-Jährige aus Sexten hat am Freitagabend erstmals in seiner Karriere das Finale eines Masters-Turniers erreicht. Zur besseren Einordnung: Diese Serie ist nach den Grand Slams die höchste im gesamten Tenniszirkus. Sinner hat also einen weiteren, riesigen Meilenstein in seiner Karriere gesetzt – und das in seinem erst dritten Masters-Turnier!


Im Halbfinale setzte sich der Südtiroler gegen Roberto Bautista Agut mit 5:7, 6:4, 6:4 durch. Der Spanier ist die Nummer 12 im ATP-Ranking und hatte im Viertelfinale keinen Geringeren als Daniil Medvedev, die aktuelle Nummer 2 der Welt, ausgeschaltet. Nun musste sich der 32-Jährige erneut Sinner geschlagen geben, nachdem er schon vor 16 Tagen in Dubai als Verlierer vom Platz gegangen war. Der Shootingstar ist nach Andre Agassi, Rafael Nadal und Novak Djokovic erst der vierte Teenager im Miami-Finale.

Finale am Sonntagabend
Der Pusterer macht dank diesem Sieg in der Weltrangliste einen Satz nach vorne: Aktuell steht er noch auf Rang 31, durch den Finaleinzug scheint er ab Montag aber mindestens an Position 22 auf. Sollte er das Endspiel gewinnen, würde er auf Rang 14 vorpreschen und so sogar den Südtiroler Allzeitrekord von Andreas Seppi (Nummer 18) toppen. Im Finale am Sonntag (19 Uhr MESZ) trifft der 19-Jährige auf Hubert Hurkacz (ATP 37), der im Halbfinale überraschend gegen Andrey Rublev (7) mit 6:3, 6:4 die Oberhand behielt.

Sinner und Bautista Agut klatschen ab. © APA/getty / MATTHEW STOCKMAN


Das Halbfinale war ein Krimi, in dem Sinner einmal mehr seine große Stärke ausspielte: Die Mentalität. Im ersten Satz war dem Sextner noch eine gewisse Nervosität anzumerken: Er beging viele vermeidbare Fehler und ließ so wichtige Punkte liegen. Bautista Agut wusste das auszunutzen, spielte auf Sicherheit und schenkte kaum einen Punkt her. Eine erfolgsbringende Formel: Nachdem sich beide Spieler zu Beginn je einmal den Aufschlag abgenommen hatten, verwandelte der Spanier beim Stand von 5:5 ein weiteres Break und brachte den Satz unter Dach und Fach.
Sinner sah schon wie der sichere Verlierer aus
Der zweite Abschnitt verlief lange Zeit ausgeglichen. Als entscheidend für diesen Satz, vielleicht aber auch für das ganze Spiel entpuppte sich das siebte Game. Beim Stand von 3:3 lag Sinner bei eigenem Aufschlag 0:40 zurück. Hätte Bautista Agut dieses Break gemacht – wer weiß, ob der Youngster da noch einmal rangekommen wäre. Der Südtiroler behielt aber die Nerven, wehrte alle drei Breakchancen ab, machte danach auch noch einen vierten Breakball zunichte und holte sich schließlich das Game. Sinner strotzte nun vor Selbstvertrauen und holte sich den Satz schlussendlich mit einem Break zum 6:4.

Sinner zeigte eine überragende Leistung. © APA/getty / MATTHEW STOCKMAN


Es ging also in den letzten, entscheidenden Abschnitt. Und hier drehte Bautista Agut zunächst wie von der Tarantel gestochen auf und machte 13 (!) Punkte in Folge. Sinner lag also – auch wegen eines kassierten Breaks – mit 1:3 hinten. Es hatte aber den Anschein, als hätte der Shootingstar in diesen Minuten nur Luft geholt, um zu einem fantastischen Finish anzusetzen.
Ein grandioses Finish
Plötzlich war er der bestimmende Spieler auf dem Platz, ließ den Spanier laufen, zwang ihn zu Fehlern, machte ihn nervös. Das Break holte er sich ohne Punktverlust zurück und zog sein aggressives und nun sehr sauberes Spiel bis zum Schluss durch. Nach zweieinhalb Stunden hatte Sinner – bei Aufschlag seines Gegenübers – schließlich den ersten Matchball zur Verfügung, den er eiskalt zum 6:4 verwertete.

Somit greift Sinner am Sonntag nach seinem dritten ATP-Titel. Die ersten beiden hatte er in Sofia und Melbourne geholt – das waren damals noch 250er-Turniere. Jetzt steht er in einem 1000er im Finale. Grandios!


Das Match zum Nachlesen gibt's in unserem Liveticker.

Autor: det

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