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Einsame Zuschauer auf den riesigen Tribünen in Paris: So werden die French Open 2020 aussehen. © APA/afp / MARTIN BUREAU

French Open in der Blase: „Eiffelturm vom Hotelzimmer aus“

Und wieder beginnt ein Turnier voller Zweifel, Ungewissheiten und reichlich Zoff schon vor dem ersten Aufschlag. Nur zwei Wochen nach dem Ende der Geister-US-Open trifft sich die internationale Tennis-Elite zu den French Open.

Wie schon in New York leben die Profis in der französischen Hauptstadt in einer sogenannten Blase. Anders als in den USA sind keine Extravaganzen wie etwas private Häuser erlaubt. Den Spielerinnen und Spielern stehen zwei Hotels zur Verfügung. In einem wohnen die Profis auf den Ranglisten-Plätzen 1-60, im anderen der Rest des Teilnehmerfeldes. Hotel – Tennis-Court – Hotel: So wird der Alltag aussehen.


„Mehr als den Eiffelturm, den ich von meinem Hotelzimmer aus sehen kann, werde ich wohl dieses Jahr von Paris nicht mitbekommen“, sagte die Deutsche Angelique Kerber und betonte: „Mittlerweile habe ich mich darauf eingestellt, und versuche, das Beste draus zu machen.“

Falsche Testergebnisse? Tennis-Asse protestieren
Mit dieser Einstellung gehen auch die Top-Favoriten Rafael Nadal (Spanien), Dominic Thiem (Österreich), Novak Djokovic (Serbien) in das Sandplatz-Turnier. Spaß macht das Leben in der Blase und ohne Kontakte und ohne Möglichkeiten für einen Ausflug in die Stadt nicht wirklich. Es ist derzeit allerdings die einzige Chance, dass die Stars und auch die Nicht-ganz-so-üppig-Verdiener der Branche ihren Job ausüben können. „Ich freue mich, dass die French Open überhaupt stattfinden“, sagte Kerber.

Fernando Verdasco darf nicht an den French Open teilnehmen und ist fuchsteufelswild. © APA/afp / CHRISTOPHE SIMON


Einigen Profis wurde die Teilnahme jedoch verwehrt – was den Organisatoren um Turnierchef Guy Forget schon harsche Kritik eingebracht hat. Zuletzt machte der spanische Routinier Fernando Verdasco seinen Frust öffentlich, nachdem er positiv auf Covid-19 getestet und vom Turnier ausgeschlossen worden war. Spätere Tests seien negativ gewesen, aber die Veranstalter hätten ihm einen weiteren Test verweigert, schrieb der 36-Jährige in den Sozialen Medien und äußerte seine „völlige Frustration und Empörung“. Ihm sei „das Recht genommen worden, an diesem wichtigen Event teilzunehmen“.

Dies gilt auch für den Bosnier Damir Dzumhur, dessen Trainer positiv getestet wurde. Er sei von einem falschen Ergebnis überzeugt, sagte Dzumhur und drohte sogar eine Klage gegen die French-Open-Macher an.
Nur 1000 Zuschauer pro Tag
Und doch werden allen Widrigkeiten zum Trotz am Sonntag die ersten Hauptrunden-Matches gespielt – jedoch nicht vor 20.000 Zuschauern, wie sie es in Paris vor einiger Zeit noch gehofft hatten. In regelmäßigen Schritten mussten die Veranstalter die Zahl der Fans auf der engen Anlage am Bois de Boulogne reduzieren. Nach aktuellem Stand dürfen 1000 Menschen pro Tag zuschauen – keine Geister-Atmosphäre wie zuletzt in New York, von der Normalität aber noch weit entfernt.

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