T Tennis

Jannik Sinner duelliert sich mit einem Landsmann um den ersten Titel des Jahres. © APA/afp / PAUL CROCK

Jannik Sinner, die Kraftfrage und die ärgerliche Ansetzung

Jannik Sinner hat in der Nacht auf Sonntag bei den Great Ocean Road Open die Chance, seinen zweiten ATP-Titel zu gewinnen. Vor dem mit Spannung erwarteten Match (4 Uhr MEZ) gegen Stefano Travaglia drängen sich drei Fragen auf.

Erste Frage: Wie steht es um die Kräfte von Jannik Sinner? Nach über drei Stunden Spielzeit waren dem Sextner im Halbfinale – genauso wie seinem Gegner Karen Khachanov – die Strapazen deutlich anzumerken. Die Beine wurden schwerer, die Pausen zwischen den Punkten länger. Dass Sinner am Freitag aufgrund des Corona-Chaos zwei Partien bestritt, trug sein Übriges dazu bei. Mit 19 Jahren dürfte der Südtiroler das Marathon-Programm jedoch wegstecken. Nicht zuletzt, weil er mit Claudio Zimaglia einen der renommiertesten Physiotherapeuten im Tennis-Zirkus an seiner Seite hat.


Zweite Frage: Wie steht es um das Nervenkostüm von Stefano Travaglia? Der 29-Jährige hat erst im Juli 2019 den Einzug in die Top-100 geschafft, lediglich 18 Matches auf der ATP-Tour gewonnen (Sinner steht bei 30), befindet sich zurzeit aber in der Form seines Lebens. Nach dem Viertelfinale beim ersten Turnier des Jahres in Antalya steht der Mann aus Ascoli nun erstmals in einem Finale, das er mit einem glatten 6:3, 6:4-Erfolg im Halbfinale gegen Thiago Monteiro (ATP 83) fixiert hat. Dass er keine 90 Minuten dafür benötigt hat, spricht im Endspiel für den Italiener, obwohl er Sandplätze bevorzugt.

Am Ende seiner Kräfte: Jannik Sinner © APA/afp / PAUL CROCK


Dritte Frage: Warum wurde Sinners Match bei den Australian Open gegen Denis Shapovalov am Montag angesetzt? Einfache Antwort: Weil der Youngster der oberen Hälfte zugelost wurde. Dennoch wirft dies einige Fragen auf.

Einerseits, weil bei einer Grand-Slam-Partie über fünf Sätze die perfekte körperliche Verfassung das A und O ist. Andererseits, weil Sinner damit quasi bestraft wird, dass er das Finale beim Vorbereitungsturnier erreicht hat. Aus genau diesem Grund haben Stars wie Naomi Osaka, Victoria Azarenka oder Serena Williams bei den Vorbereitungsturnieren frühzeitig Forfait gegeben. Im Gegensatz zu den hoch dekorierten, oben genannten Athletinnen will und kann sich Sinner die Chance auf seinen zweiten ATP-Titel nicht entgehen lassen. Deshalb ist auch nicht davon auszugehen, dass dieser Umstand in Sinners Hinterkopf präsent ist.

Autor: leo

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210