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Reist ohne Erfolgserlebnis aus England ab: Jannik Sinner © APA/afp / MIKE HEWITT

Jannik Sinner und die glücklose Wimbledon-Premiere

Die Wimbledon-Premiere des Jannik Sinner ist mit einer bitteren Erstrundenniederlage zu Ende gegangen. Er verlor gegen den erfahreneren Marton Fucsovics in vier Sätzen.

Dass das Spiel gegen den Weltranglisten-48. schwer werden würde, wusste Sinner. Zu wackelig hatte er sich in seinem einzigen Rasen-Match vor Wimbledon präsentiert. Die Selbstverständlichkeit, die ihn auf Hartplatz auszeichnet, ist auf Rasen nicht da. Das kam auch am Montagabend in London zur Geltung: Marton Fucsovics gewann die Partie nach über drei Stunden verdient mit 5:7, 6:3, 7:5 und 6:3.


Bevor Sinner sein Hauptfeld-Debüt im All England Club geben konnte, musste sich der junge Sextner lange gedulden. Die extreme Luftfeuchtigkeit hatte den Rasen extrem rutschig und deshalb unspielbar gemacht. Später begann es zudem zu regnen, sodass Sinner und Fucsovics erst gegen 17 Uhr den von Fans gesäumten Court 18 betraten. Nach einer verlängerten Aufwärmzeit merkte man den beiden Akteueren an, dass das lange Warten sie verunsichert hatte.

Sinner behält kühlen Kopf
In den ersten fünf Spielen gab es gleich vier Breaks, wobei diese vor allem der Schwäche des Aufschlägers und nicht der Stärke des Rückschlägers geschuldet war. Nach einem ersten Abtasten fanden die Kontrahenten etwas besser ins Spiel. Sinner versuchte sein gewohnt druckvolles Spiel aufzuziehen, während Fucsovics darin bemüht war, dieses zu entschärfen und gleichzeitig Nadelstiche zu setzen. Weil beide dabei zahlreiche Fehler begingen, war das Niveau zu Beginn überschaubar. Erst als Sinner nach den vier angesprochenen Breaks mit 6:5 führte, erhöhte er sein Level. Daraus resultierte das ausschlaggebende Game zum 7:5.

Davon unbeeindruckt steigerte sich der Ungar zu Beginn des zweiten Abschnittes. Gleichzeitig sackte Sinners Aufschlagleistung dramatisch nach unten: Wenn er den ersten Aufschlag ins Feld setzte, was nur in 46% der Fälle eintrat, gewann er lediglich 61% der Punkte. Vor allem die auf dieser Unterlage so wichtigen unreturnierten Aufschläge blieben fast komplett aus. All diese Umstände führten dazu, dass Fucsovics drei Mal breakte und den Satz mit 6:3 gewann.

Marton Fucsovics behielt die Oberhand. © APA/afp / MIKE HEWITT


Um sich zu sammeln, verließ Sinner den Platz. Die Probleme wurden damit aber nicht gelöst. Der Südtiroler fand weder bei seinem Aufschlag noch in den Ballwechseln den richtigen Schlüssel, um den aufsässigen Fucsovics zu knacken. Dieser schaffte es nun öfters, die Initiative zu ergreifen und den Youngster in die Defensive zu drängen. Sinner kämpfte trotz aller Schwierigkeiten tapfer weiter und erspielte sich vier Breakbälle, die er allerdings nicht nutzte. Sein Gegenüber machte es beim Stand von 6:5 zu seinem Gunsten besser und gewann den Durchgang. Ein Nackenbruch für Sinner? Keineswegs!

Er schaffte gleich zu Beginn des vierten Satzes zwei Breaks, konnte daraus aber kein Profit ziehen. Denn in den darauffolgenden Games schlug Fucsovics stets mit einem Re-Break zurück. Dies erwies sich als fatal, geriet doch der 29-Jährige so nie unter Druck. Stattdessen zog er auf 5:3 davon und machte wenige Augenblicke später alles klar.
Jetzt zu Olympia
Somit verabschiedet sich Sinner ohne Sieg aus England und mit dem Gewissen, dass auf Rasen noch viel Arbeit bevorsteht. Immerhin kann er sich damit trösten, dass die Saison auf Hartplatz schon bald wieder beginnt. Die großen Ziele sind die in rund einem Monat beginnenden Olympischen Spiele in Tokio und die US Open, die Ende August stattfinden.

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