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Jannik Sinner hat das Finale in Miami verloren. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / MICHAEL REAVES

Kein i-Tüpfelchen in Miami: Sinner verliert das Finale

Schon allein der Finaleinzug beim Masters-1000-Turnier in Miami war für Jannik Sinner eine Sensation. Im Endspiel musste er sich seinem guten Freund Hubert Hurkacz aber geschlagen geben.

Jannik Sinner hat in Miami erst zum dritten Mal in seiner blutjungen Karriere ein Masters-1000 – das nach den Grand Slams die höchste Turnierserie ist – bestritten. Dass er dabei ins Finale eingezogen ist, war an sich schon eine große Überraschung. Das i-Tüpfelchen, also die Krönung in Form des Turniersiegs, blieb dem Sextner aber verwehrt: Er musste sich Hubert Hurkacz mit 6:7 (4), 4:6 geschlagen geben.


Trotzdem: Für Sinner war die Reise nach Miami ein riesiger Erfolg. Das Finale beim Masters-1000 in Florida haben im Teenager-Alter vor ihm nur Andre Agassi (1990), Rafael Nadal (2005) und Novak Djokovic (2007) erreicht. Später waren sie alle auf Platz 1 der Weltrangliste zu finden. Davon ist der 19-jährige Youngster aus Südtirol zwar noch ein Stück entfernt, doch in der Tenniswelt zweifelt mittlerweile kaum jemand mehr, dass er das Zeug dafür auf alle Fälle mitbringt. Im ATP-Ranking hat Sinner einen Satz nach vorne gemacht und ist von Position 31 auf Rang 23 vorgeprescht.

Sinner mit vielen Fehlern, aber riesigem Kampfgeist
Am Sonntagabend lieferte sich Sinner mit Hubert Hurkacz, den der Pusterer als seinen besten Freund auf der ATP-Tour bezeichnet, einen harten Fight, in dem der junge Südtiroler ein Spiel mit zwei Gesichtern zeigte. Auf der einen Seite merkte man ihm die Nervosität an und er machte über das gesamte Match gesehen zu viele unerzwungene Fehler. Auf der anderen Seite ließ er auch im Finale immer wieder seine ganze Klasse, vor allem aber seinen großen Kampfgeist aufblitzen. Im zweiten Satz lag er beispielsweise mit 0:4 (und einer Breakchance zum 0:5 gegen sich) hinten, kämpfte sich aber auf 4:5 zurück. Den Satz drehen konnte er jedoch nicht mehr – dafür schlug Hurkacz einfach zu stark auf.

Hubert Hurkacz gewann sein erstes Masters-Turnier. © APA/getty / MATTHEW STOCKMAN


Überhaupt befindet sich dieser Hurkacz, 24 Jahre alt und aus dem polnischen Breslau stammend, in überragender Form. Er hat – obwohl im Weltranking „nur“ auf Position 37 gelegen – in Miami auf seinem Weg ins Finale Spieler wie Andrey Rublev (Nummer 8 der Welt), Stefanos Tsitsipas (5), Denis Shapovalov (11) und Milos Raonic (19) ausgeschaltet. Nun darf er sich über den ersten Masters-Turniersieg seiner Karriere und Platz 16 in der Weltrangliste freuen.
Knackpunkt und Aufholjagd
Für Sinner begann das Finalmatch bei windigen Bedingungen nicht nach Wunsch: Bereits nach elf Minuten lag er mit 0:3 hinten. Die knallharten Aufschläge des Polen machten dem Youngster zu schaffen, erst nach und nach biss sich Sinner ins Match und holte sich im fünften Game das Break zurück. Nun war der Südtiroler voll im Rennen und spielte richtig gutes Tennis. Beim Stand von 5:5 krallte er sich sogar erneut ein Break und schlug zum Satzgewinn auf. Doch ausgerechnet jetzt spielte der 19-Jährige das schlechteste Game des Tages und verlor, ohne einen Punkt zu machen. Das war der Knackpunkt bei Sinner, der das Tie-Break (und somit den Satz) abgeben musste und im zweiten Abschnitt zunächst überhaupt nicht in die Spur fand.

In Miami lieferten sich Sinner und Hurkacz ein packendes Finale. © APA/getty / MATTHEW STOCKMAN


Hurkacz holte sich prompt zwei Breaks und zog auf 4:0 davon. Als der Pole im Game darauf auch noch zwei Breakchancen hatte, schien die Partie für Sinner endgültig gelaufen zu sein. Doch wieder einmal verblüffte der junge Tennisstar aus dem Pustertal alle. Er wehrte beide Breakchancen ab und kämpfte sich in beeindruckender Manier wieder zurück. Hurkacz wurde nun zunehmend nervöser, auch, weil es plötzlich nur mehr 5:4 aus seiner Sicht stand. Dann schlug der Pole jedoch zum Satzgewinn auf – und brachte seinen Service durch. Der bisher größte Erfolg in der Karriere von „Hubi“ Hurkacz war unter Dach und Fach.

Für Jannik Sinner bleibt keine Zeit zum Verschnaufen. Für ihn steht nun das nächste Masters-Turnier auf dem Programm, nämlich jenes in seiner Wahlheimat Monte Carlo. Dieses beginnt am kommenden Sonntag.

Das ganze Match zum Nachlesen gibt's in unserem Liveticker.

Autor: det

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