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Daniil Medvedev übernimmt die Spitze der Weltrangliste. © ANSA / David Guzman / Gr

Medvedev erstmals die Nummer 1, Sinner fällt zurück

Die neue Nummer eins im Welt-Tennis begann seine Regentschaft mit einer Friedensbotschaft.

Bevor Daniil Medvedev am Montag auch ganz offiziell nachlesen konnte, dass er nun die Herren-Weltrangliste anführt, warb der Russe im Namen aller Kinder und ihrer Träume um Frieden in der Welt und zwischen Ländern. Die russische Invasion in der Ukraine erwähnte Medvedev in seiner Botschaft auf Social Media nicht.


Der 26-jährige gebürtige Moskauer hat in einer schwierigen Zeit den Thron erklommen, auf dem über mehr als anderthalb Jahrzehnte vor allem der von ihm abgelöste Serbe Novak Djokovic, der Spanier Rafael Nadal und der Schweizer Roger Federer saßen. Angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine mehren sich die Beschlüsse und Bemühungen, nicht mehr gegen russische Mannschaften anzutreten und Sportler von Veranstaltungen auszuschließen.

Eine Ära endet
Bisher gibt es im Profi-Tennis keine Forderungen, russische Profis wie Medwedew oder den Weltranglisten-Sechsten Andrey Rublev zu verbannen. „Wir spielen in so vielen verschiedenen Ländern, ich war als Junior und als Profi in so vielen verschiedenen Ländern. Es ist nicht leicht, all diese Neuigkeiten zu hören“, sagte Medvedev vorige Woche beim Turnier in Acapulco. „Hier in Mexiko aufzuwachen und die Nachrichten aus der Heimat zu sehen, war nicht einfach.“

Novak Djokovic stand insgesamt 361 Wochen an der Spitze. © ANSA / ALI HAIDER


Novak Djokovic, der sagenhafte 361 Wochen lang die Nummer eins war, durfte wegen seiner fehlenden Corona-Impfung nicht seinen Titel bei den Australian Open verteidigen und verlor viele Punkte. Der wie Federer 20 Mal bei Grand-Slam-Turnieren siegreiche 34-Jährige ist nun die Nummer zwei. Medvedev avanciert zum ersten Spieler an der Spitze seit Februar 2004, der nicht Djokovic, Roger Federer, Rafael Nadal oder Andy Murray heißt. Die vier Spieler wurden wegen ihrer langjährigen Dominanz auch „Fabolous Four“ genannt.

„Natürlich freue ich mich, dass ich die Nummer eins geworden bin. Das war mein Ziel, seit ich jung war und besonders in letzter Zeit“, sagte Medwedew. Die Sympathien vieler Fans gehörten beim grandiosen Fünf-Satz-Endspiel in Melbourne Nadal, denn Medvedev hat sich in der Vergangenheit schon hier und da mit dem Publikum angelegt. Sein unorthodox aussehendes Spiel mit der weit ausholenden Vorhand und dem starken Aufschlag eröffnet Medvedev aber alle Chancen, seine Position zu behaupten. Mindestens genauso schwierig aber dürfte es sein, in diesen Zeiten auch als guter Botschafter aufzutreten.
Sinner verliert Top-10-Platz an Hurkacz
Jannik Sinner ist in der Weltrangliste auf Rang 11 abgerutscht. Er musste seinen Top-Ten-Platz wieder an seinen Kollegen Hubert Hurkacz abgeben. Der Pole hatte den Südtiroler in der vergangenen Woche beim ATP-500-Turnier in Dubai im Viertelfinale besiegt. Hurkacz liegt jetzt gerade einmal einen Zähler vor Sinner. Der Sextner schlägt in dieser Woche ab Freitag beim Davis Cup in Bratislava gegen die Slowakei auf. Mit einem Sieg wollen sich die Azzurri für die 2. Runde mit 16 Teams im September qualifizieren.
Die neue Weltrangliste
Pos.NameLandPunkte
1.Daniil MedvedevRUS8.615
2.Novak DjokovicSRB8.465
3.Alexander ZverevGER7.515
4.Rafael NadalESP6.515
5.Stefanos TsitsipasGRE6.445
6.Andrey RublevRUS5.000
7.Matteo BerrettiniITA4.928
8.Casper RuudNOR3.915
9.Felix Auger-AlliassimeCAN3.833
10.Hubert HurkaczPOL3.496
11.Jannik SinnerITA/Sexten3.495
123.Andreas SeppiITA/Kaltern546

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