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Andreas Seppi befindet sich in überragender Form. © APA/afp / PETER PARKS

Seppi einfach unfassbar: Final-Einzug in Sydney

Erstmals seit dreieinhalb Jahren steht Andreas Seppi wieder in einem Endspiel der ATP-Tour. Südtirols bester Tennisspieler aller Zeiten landete am Freitagmorgen den nächsten Außenseitersieg und bezwang mit Diego Schwartzman den vierten Top-50-Spieler in Serie.

Andreas Seppi bot auch im Halbfinale des ATP-250-Turniers in Sydney sein allerbestes Tennis und machte genau dort weiter, wo er am Tag zuvor beim überraschenden Sieg gegen Stefanos Tsitsipas aufgehört hatte: Mit powervollen, gut überlegten Schlägen und enormer Nervenstärke. So entschied er das Duell mit dem Weltranglisten−19. aus Argentinien nach 1 Stunde und 43 Minuten schließlich mit 7:6(3) und 6:4 für sich.

Dramatisches Ende im Regen
Bei seinem Halbfinalsieg beeindruckte der 34-jährige Kalterer besonders durch seine extreme Coolness. Besonders im zweiten Satz bewies er Nerven aus Stahl: Er lag bereits mit 5:2 in Führung, als Schwartzmann nochmal auftrumpfte und auf 5:4 herankam. Dann begann es plötzlich in Strömen zu regnen. Als alle bereits mit dem Abbruch der Partie rechneten, ging Seppi „All in“. Auf gefährlich rutschigem Untergrund und bei gegnerischem Aufschlag spielte er seine ganze Klasse und Routine aus. Mit seinem fünften Matchball zwang er den wiedererstarkten Südamerikaner schließlich in die Knie.

© AFP / PETER PARKS

Total entnervt: Seppis um 8 Jahre jüngerer Gegner, Diego Schwartzmann.

Bereits zuvor hatte sich Seppi mehrfach mit Geschick aus misslichen Situationen befreit. Nachdem er bereits beim ersten Aufschlag gebreakt wurde und mit 0:2 hinten lag, drehte er den Spieß und zog auf 5:3 davon. Es folgt das erste Comeback von Schwarztmann und dessen spätere 6:5-Führung, doch Seppi rettete sich ins Tieabreak und entschied dieses Nervenduell klar mit 7:3 für sich. Der folgende zweite Satz ist Geschichte.
Mit 49.000 Dollar ins 9. Finale
Am Samstag ab 9 Uhr wird Andreas Seppi zum neunten Mal in seiner Karriere – erstmals seit Halle 2015 – im entscheidenden Duell um den Turniersieg antreten. Bislang stehen dem Kalterer auf der ganz großen internationalen Bühne drei Finalsiege zu Buche, der bislang letzte datiert aber aus dem Jahr 2012.

Mit dem Einzug ins Sydney-Endspiel hat Seppi bereits 150 ATP-Punkte sowie 49.200 Dollar Preisgeld sicher. Nun trifft er nun entweder auf den erfahrenen Franzosen Gilles Simon (ATP 31) oder den erst 19-jährigen Lokalmatador Alex De Minaur (ATP 29), die erst am Samstag den zweiten Finalisten ermitteln. Wie auch immer das letzte Turnierspiel für den Südtiroler enden mag, schon jetzt steht fest: Das schwere Auftaktmatch der Australian Open kommende Woche gegen Steve Johnson kann kommen.

Seppis bisherige acht Endspiele (3:5 Siege):

Gstaad 2007: Paul Henri Mathieu (ATP-Nummer 28) 7:6, 4:6, 5:7
Eastbourne 2011: Janko Tipsarevic (30) 7:6(5), 3:6, 5:3 Aufgabe
Belgrad 2012: Benoit Paire (96) 6:3, 6:2
Eastbourne 2012: Andy Roddick (33) 3:6, 2:6
Metz 2012: Jo-Wilfried Tsonga (7) 1:6, 2:6
Moskau 2012: Thomaz Bellucci (41) 3:6, 7:6(3), 6:3
Zagreb 2015: Guillermo Garcia Lopez (33) 6:7(4), 3:6
Halle 2015: Roger Federer (2) 6:7(1), 4:6

Autor: alexander foppa

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