T Tennis

Jannik Sinner steht im Achtelfinale. © APA/afp / CHRISTOPHE ARCHAMBAULT

Sinner erfüllt die Pflicht: Jetzt gegen Nadal

Ein exzellenter Jannik Sinner hat am Samstag bei den French Open dank eines klaren Dreisatzsieges gegen Mikael Ymer (ATP 105) das Achtelfinale erreicht. Dort kommt es nun zu einem Wiedersehen mit dem Sandplatz-König Rafael Nadal.

Wer am Samstag dachte, dass Ymer einen schier unaufhaltsamen Jannik Sinner in die Bredouille bringen könnte, sah sich getäuscht. Vom ersten Game, ja fast vom ersten Punkt an merkten die Zuschauer auf den Rängen des Court 7, dass die beiden Kontrahenten – vor allem was die Schlaghärte betrifft – nicht ebenbürtig sind. Ymer kam mit dem Tempounterschied während des gesamten Matches nicht zurecht und nur zu Punkten, wenn Sinner Fehler beging. Weil sich diese jedoch in Grenzen hielten und der Sextner bei eigenem Aufschlag ein starkes Match zeigte, machte der 19-Jährige nach rund zweieinhalb Stunden den Achtelfinal-Einzug sicher. Er gewann mit 6:1, 7:5 und 6:3.


In den ersten beiden Matches gegen Pierre-Hugues Herbert und Gianluca Mager hatte der Youngster den ersten Satz jeweils mit 6:1 gewonnen. Als ob Sinners Gegner von seinem unvergleichlichen, weil druckvollen Spiel beeindruckt wären, fand auch Ymer zunächst gar keine Mittel dagegen, gab insgesamt drei (!) Mal seinen Aufschlag ab und verlor den ersten Abschnitt ebenfalls mit 1:6.

Ymer wird besser
Grund für das klare Ergebnis war Sinners Offensivkraft, die Ymer trotz seiner guten Defensivqualitäten regelrecht von der Grundlinie wegdrückte. Dieses Bild bot sich den frenetischen Zuschauern auch im zweiten Satz – mit einer wichtigen Ausnahme. Hielt der Schützling von Riccardo Piatti im ersten Abschnitt die Fehler noch in Grenzen, so begann er mit Fortdauer der Minuten deutlich mehr zu streuen. Dadurch fand Ymer besser ins Spiel, wurde mutiger – und breakte Sinner beim Stande von 3:3. Dabei musste der Schwede im Game zuvor selbst drei aufeinanderfolgende Breakbälle abwehren. Der Satzgewinn? Mitnichten. Als Ymer für den Durchgang aufschlug, wehrte Sinner einen Satzball ab und holte sich dank eines fantastischen Ballwechsels das Break zurück. Und damit nicht genug: Nur wenige Augenblicke später stellte das Supertalent auf 6:5, ehe er noch einmal breakte – 7:5!

In guter Verfassung: Jannik Sinner © APA/afp / CHRISTOPHE ARCHAMBAULT


Grundlegend dafür war, dass Sinner seine Taktik geringfügig änderte, größere Geduld an den Tag legte und dadurch weniger unerzwungene Fehler beging. Die Gegenwehr des Schweden war aber noch nicht gebrochen: Sinner musste früh im dritten Satz vier Breakbälle abwehren, ehe er derer drei vorfand und einen davon eigentlich ausnützte. Doch weil die Stuhlschiedsrichterin einen klaren doppelten Aufprall bei einem Stopp nicht bemerkte, blieb es beim 2:2, obwohl es eigentlich 3:1 hätte stehen müssen. Davon unbeeindruckt, löschte der immer konzentrierte Sinner vier weitere Breakbälle – immer wieder mit der Vorhand, die an diesem Tag zweifellos sein gefährlichster Schlag war. Mit diesem Schwung im Rücken, erhöhte er den Druck auf Ymer, spielte bei dessen Service drei starke Punkte und holte sich das Break – 5:3 für den Südtiroler. Das Ausservieren war anschließend nur noch reine Formsache.
Nächstes Duell mit Nadal
Somit zieht Jannik Sinner zum zweiten Mal in Folge in das Achtelfinale der French Open ein. In der Runde der letzten 16 trifft Sinner am Montag auf Rafael Nadal. Der Spanier setzte sich gegen den Briten Cameron Norrie mit 6:3,6:3,6:3 durch. Der Spanier strebt beim zweiten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison seinen 14. Titel an.

Sinner und Nadal standen sich bislang zwei Mal gegenüber: Im vorjährigen French-Open-Viertelfinale und vor knapp einem Monat beim Masters-1000-Turnier in Rom. Beide Male konnte sich Nadal am Ende ohne Satzverlust durchsetzen – auch, wenn ihn Sinner jeweils unter Bedrängnis bringen konnte.

Schlagwörter: Tennis

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2021 Sportnews - IT00853870210