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Jannik Sinner scheidet in der ersten Runde der Australian Open aus. © APA/afp / DAVID GRAY

Sinner kämpft wie ein Löwe, wird aber nicht belohnt

Der Siegeszug von Jannik Sinner ist gestoppt: Nach zehn Erfolgen und zwei gewonnenen Turnieren auf der ATP-Tour in Serie musste er sich in der ersten Runde der Australian Open dem Kanadier Denis Shapovalov – nach einem Marathon-Match – geschlagen geben, auch weil der Pusterer nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war.

Nur gut 28 Stunden nach dem gewonnenen Endspiel gegen Stefano Travaglia bekam es Sinner (ATP 32) zum Auftakt des ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres mit der Nummer 12 der Welt zu tun. Der Südtiroler unterlag Shapovalov nach einem dramatischen Fünf-Satz-Krimi und 3:55 Stunden Spielzeit mit 6:3, 3:6, 2:6, 6:4 und 4:6. Auch wenn ein todmüder Sinner am Ende als Verlierer vom Platz ging, verblüffte er die Tennis-Welt einmal mehr mit seinem Kämpferherz.


Die Partie fing aus der Sicht des Sextners gut an. So nahm er Shapovalov gleich den ersten Service ab und ging mit 2:0 in Führung. In der Folge brachte Sinner seine Aufschlagspiele alle durch und entschied den ersten Satz mit 6:3 für sich. Dabei zeigte Sinner viele gute Schläge mit einer bemerkenswerten Beschleunigung aus dem Unterarm.

Shapovalov übernimmt im 2. Durchgang die Kontrolle
Auch im zweiten Satz präsentierte sich Sinner zunächst stark, brachte seine Aufschlagspiele durch und hatte gar einige Breakchancen. Doch im Verlauf des zweiten Durchgangs wirkte Sinner dann zunehmend müder. Die Strapazen der letzten Woche waren ihm deutlich anzumerken. Diese Situation nutzte der 21-jährige Kanadier aus und nahm Sinner beim Stand von 4:3 den Service ab. Anschließend brachte Shapovalov sein letztes Aufschlagspiel durch und entschied den zweiten Durchgang mit 6:4 für sich.

Denis Shapovalov hatte das bessere Ende auf seiner Seite. © APA/afp / DAVID GRAY

Im dritten Satz machte Sinner dann einen ärgerlichen Doppelfehler, der Shapovalov mit 3:2 in Führung brachte. Von diesem Break konnte sich der 19-Jährige in der Folge nicht mehr erholen. So nahm Shapovalov dem Südtiroler beim Stand von 4:2 ein weiteres Mal den Service ab. Anschließend brachte er bei eigenem Aufschlagspiel den Satz mit 6:2 nach Hause.
Sinner meldet sich im 4. Satz zurück
Ein auf dem Zahnfleisch gehender Sinner versuchte im vierten Durchgang noch einmal alles, um ins Match zurückzukommen. Er ging ins Risiko und versuchte lange Ballwechsel zu vermeiden. Nachdem Shapovalov nach einem Break mit 2:1 in Führung ging, schlug Sinner zurück und nahm dem Kanadier sein drittes Aufschlagspiel ab (Zwischenstand 3:3).

Gab nie auf: Jannik Sinner © APA/afp / DAVID GRAY

Dadurch glaubte Sinner wieder an seine Chance und Shapovalov wirkte zunehmend nervöser. Der 21-Jährige hatte anschließend große Probleme mit der unglaublichen Kampfkraft von Sinner. So kam es in der Folge dazu, dass Sinner beim Aufschlag des Kanadiers seinen dritten Satzball verwertete und den vierten Durchgang mit 6:4 für sich entschied. Damit war zu Beginn des Satzes eigentlich überhaupt nicht zu rechnen.
Shapovalov entscheidet eine hochklassige Partie für sich
Somit musste der fünfte Satz über den Ausgang der Partie entscheiden. In diesem nahm Shapovalov dem Pusterer gleich zu Beginn den Service ab. Sinner gab jedoch nicht auf und hatte beim Stand von 1:3 einen Breakball. Diesen konnte er jedoch nicht nutzen. Beim letzten Aufschlagspiel des Kanadiers bekam Sinner eine weitere Breakchance. Shapovalov behielt allerdings die Nerven und nutzte seinen zweiten Matchball zum 6:4. Damit ging eine mehr als hochklassige Partie zu Ende.
Seppi spielt in der Nacht auf Dienstag
Sinner zieht es jetzt zurück nach Europa, wo er in Montpellier (22. bis 28. Februar) und beim ATP-500-Turnier in Rotterdam (1. bis 7. März) zu sehen sein wird. Die darauffolgende Woche spielt der Pusterer in Marseille.

In der Nacht von Montag auf Dienstag feiert auch der Kalterer Tennisprofi Andreas Seppi sein Debüt in Melbourne. Der 36-jährige Überetscher, der momentan mit Hüftproblemen zu kämpfen hat, bekommt es im zweiten Match nach 1 Uhr (MEZ) mit Pablo Cuevas (ATP 72) aus Uruguay zu tun. Seppi, Nummer 108 der Welt, führt in den direkten Duellen gegen den Südamerikaner mit 2:1-Siegen.

Autor: dl

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