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Frustriert: Dominik Thiem. © ANSA / Riccardo Antimiani

„Eine bodenlose Frechheit“: Thiem platzt in Rom der Kragen

So verärgert hat man den sonst so bescheidenen und ruhigen Dominic Thiem selten gesehen.

Weniger die knappe 6:4, 4:6, 5:7-Niederlage gegen Fernando Verdasco wurmte den 25-jährigen Weltranglisten-Vierten, als die Vorgeschichte beim Masters-1000-Turnier. Allen voran die Tatsache, dass man die Spieler am Mittwoch trotz absehbar anhaltenden Regens bis zum letzten Moment auf der Anlage behalten hat.

„Ich bin sehr schwer verärgert, weil mir taugt es einfach nicht, wie mit uns Spielern bei dem Turnier umgegangen wird. Gestern war für mich eine bodenlose Frechheit, weil es hat jeder Spieler und jedes Wetter-Radar gewusst, dass es gestern unmöglich war, auch nur einen Tennisball zu spielen“, echauffierte sich Thiem. Man habe die Spieler so lange auf der Anlage behalten und die Matches exakt dann gecancelt, bis der italienische Fußball-Cup im sehr nahe an der Tennis-Anlage gelegenen Olympiastadion begonnen hat.

Der Österreicher verlor am Donnerstag knapp... © ANSA / Riccardo Antimiani


Das zu erwartende Verkehrschaos hat dann sein Übriges getan, denn der Transfer von der Anlage ins Hotel hat dann laut Thiem auch noch fast zwei Stunden gedauert. „Das ist für mich extrem schlecht organisiert. Ich war irgendwann spät im Bett und mich dann um 10.00 Uhr auf den Platz zu holen ist auch witzlos, finde ich.“ Über die durch den Regen entstandene Ansetzung von zwei oder drei Matches am Tag würde er sich hingegen nie beschweren.

„Eines 1000er-Turniers nicht würdig“
Die Italian Open haben für ihn schon am ersten Tag nach seiner Ankunft Sonntagmitternacht aus Madrid schlecht begonnen. „Ich musste dann am Montag so viele Dinge fürs Turnier machen, was mich auch nicht stört und dazu gehört, aber dass ich dann nicht mehr als eine Stunde allein am Trainingsplatz kriege, weil sie einfach nicht genug haben da, ist nicht professionell und eines 1000er-Turniers nicht würdig.“

... und ließ seinem Ärger danach freien Lauf. © ANSA / Riccardo Antimiani


Dass diese Vorgeschichte für ihn keine gute Vorbereitung war, wollte Thiem schon angemerkt wissen. „Die Ausgangsposition war sehr schlecht. Wenn man von so vielen anderen Sachen abgelenkt wird und leer gemacht wird im Kopf, für die wir diesmal nichts können. Es gibt auch Sachen, wo ich mich selbst in die Schuld nehme.“ Für Thiem war dies „ein Riesenausschlag dafür, dass ich heute so schlecht performt habe.“

Hätte man am Mittwoch um 14.00 oder 15.00 Uhr gecancelt, dann hätte man relativ freie Straßen ins Hotel gehabt. Er spreche da nicht nur für sich, so habe man etwa auch Novak Djokovic und Denis Shapovalov Mittwochabend noch auf die Anlage geholt, obwohl das Wetter aussichtslos war. Auch deren Fahrt auf die Anlage habe für die beiden eineinhalb Stunden gedauert.

Autor: apa/det

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Kommentare (1)

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Diego Clara [melden]

War dort und Thiem hat recht. Man hat die Matches vom Mittwoch so oft um jeweils eine halbe Stunde verschoben, denn man wollte wohl mit allen Mitteln verhindern, dass man die Tickets rückerstatten muss. Es hat dann doch nicht geklappt und es wurde kein Spiel ausgetragen. Die Tickets mussten rückerstattet werden, doch drauf gezahlt haben die Spieler, die genauso wie die Zuschauer, Stunden lang hingehalten wurden. Naja. Und dann findet man sich in Horden von wild gewordenen Fussballfans wieder, die zum Italiencupfinale ziehen und dabei Molotov-Cocktails auf Polizeiautos werfen... schöne Visitenkarte für Rom und Italien bei einem internationalen Sportevent...

17.05.2019 20:28

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