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Jannik Sinner hat ein herausragendes Match gewonnen. © APA/getty / Sarah Stier

Thriller in New York: Sinner steht im Achtelfinale!

Was für ein Kampf, was für Emotionen, was für ein Sieg: Jannik Sinner ist am Samstagabend (MESZ) bei den US Open auf dramatische Art und Weise in das Achtelfinale eingezogen. Das Match gegen Gael Monfils bot alles, was das Tennis-Herz höher schlagen lässt.

In den ersten Runden Schwung holen, um sich dann kontinuierlich zu steigern, lautet die Marschroute im Tennis. Jannik Sinner hat sich diese offensichtlich zu Herzen genommen, denn nach zwei ordentlichen Leistungen legte der 20-Jährige am Samstag im Louis Armstrong Stadium einen Auftritt hin, der das Adjektiv ausgezeichnet verdient hat – zumindest für weite Strecken, denn zwischendurch ließ der Sextner noch die ein oder andere Schwäche erkennen. Dennoch setzte sich Sinner nach fast vier dramatischen Stunden mit 7:6, 6:2, 4:6, 4:6 und 6:4 durch.


Ab dem ersten Schlag war Sinner anzumerken, dass er angesichts der Klasse seines Gegners mit größerer Konzentration an die Sache heranging – vor allem in den eigenen Servicegames. Die Quote der ersten Aufschläge war hoch, die Fehleranzahl gering. Und trotzdem musste er beim Stand von 4:4 drei Breakbälle abwehren. Das lag jedoch am Franzosen, der auf alles draufhielt, dementsprechend risikoreich spielte und Sinner so unter Druck setzte. Mit dieser Taktik hatte der 35-Jährige beim Stand von 5:5 dann auch Erfolg. Er breakte Sinner, konnte den Satz aber nicht zumachen. Dabei hatte er noch mit 30:0 im Game geführt. Ab diesem Zeitpunkt verlor Monfils elf der nächsten zwölf Punkte. Im Umkehrschluss bedeutete dies, dass der Youngster nicht nur zum 6:6 ausglich, sondern auch den folgenden Tiebreak diskussionslos mit 7:1 gewann.

Sinner hat die Oberhand
Monfils war nun völlig von der Rolle. Zwar konnte er in den ersten Spielen des zweiten Satzes ein Break dank seines krachenden Aufschlags verhindern, mit Fortdauer der Minuten gewann er sobald der Ballwechsel begann aber quasi keinen Punkt mehr. Das konnte nicht gut gehen – auch weil Sinner auf der anderen Seite keinen Ball verschenkte, sich trotz vergebener Breakchancen nicht hängen ließ und spürte, dass er an diesem Tag der bessere Spieler war. Die Zahlen drückten diese Überlegenheit aus: Dank zweier Breaks schnappte er sich den zweiten Satz mit 6:2.

Ein Showman: Gael Monfils © ANSA / JUSTIN LANE


Was bis hierhin beeindruckte, war Sinners Leichtfüßigkeit: Trotz der sechs gespielten Stunden in den ersten beiden Matches bewegte er sich wie eine Gazelle, stand darum zu jedem Ball richtig und agierte in der Defensive entsprechend stark. Monfils fand auf diesen Sinner (zunächst) keine Antwort. Seine Ehefrau Elina Svitolina, die das Achtelfinale bei den Damen schon erreicht hat, guckte auf den Rängen ähnlich ratlos. Erst als sich das Publikum einschaltete und den Franzosen lautstark anfeuerte, bäumte sich der Weltranglisten-20. noch einmal auf. Er erspielte sich vier Breakbälle, die Sinner jedoch allesamt abwehrte. Mehr noch: Kurz darauf gelang dem Südtiroler ein Break, welches er aber nicht verteidigen konnte. Nicht zuletzt weil die Fehlerquote nun nach oben schnellte und Monfils deutlich besser spielte. Aus dem Nichts kam der Franzose zurück – und entschied den dritten Satz mit 6:4 für sich.
Sinner macht sich das Leben schwer
Die Wende? Mitnichten! Sinner verließ nach dem verlorenen Satz kurz den Platz und kam mit umso größerem Schwung zurück: Gleich im ersten Aufschlagspiel nahm er seinem Gegenüber – auch dank eines sensationellen Punktes – den Service ab. Und obwohl er anschließend auf 4:0 entwisch, war der Kuchen noch nicht gegessen. Ein schlechtes Game reichte aus, um Monfils wieder zum Leben zu erwecken – nur noch 4:3. Und wenige Augenblicke später hieß es sogar 4:5, nachdem Sinner neuerdings seinen Aufschlag abgab. Das Louis Armstrong Stadium, das geschlossen hinter dem extrovertierten Franzosen stand, hatte sich spätestens jetzt in ein Tollhaus verwandelt. Das beeindruckte den jungen Südtiroler, der nicht nur komplett seinen Faden verlor, sondern auch den Satz – es ging in den Fünften.

Wurde für seinen Einsatz belohnt: Jannik Sinner © ANSA / JUSTIN LANE


Dieser begann genau wie jener zuvor – nämlich mit einem Break für Sinner. Mit den Erfahrungen des vierten Satz im Rücken war der Youngster nun vorgewarnt. Er geriet in den eigenen Servicegames zwar immer wieder in Bedrängnis, zog seinen Kopf aber stets aus der Schlinge und rettete den Vorsprung mit letzten Kräften über die Distanz. Als er seinen ersten Matchball nach 3.44 Stunden verwertete, blickte Sinner erlöst nach oben, klopfte auf sein Herz und ließ seinen Emotionen freien Lauf. Monfils nahm die Niederlage sportlich und gratulierte fair.

Im Achtelfinale deutet nun alles auf ein Duell gegen den Deutschen Alexander Zverev (ATP 4) hin. Der 24-Jährige bestreitet seine dritte Runde gegen US-Amerikaner Jack Sock und ist dabei der haushohe Favorit.

Schlagwörter: Tennis US Open Jannik Sinner

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