T Tennis

Stefanos Tsitsipas war nach dem Sieg emotional berührt. © APA/afp / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT

Tsitsipas nach Sieg über Zverev im French-Open-Finale

Stefanos Tsitsipas hat am Freitag zum ersten Mal in seiner Tennis-Karriere den Einzug ins Finale der French Open fixiert. Er tat dies auf dramatische Art und Weise.

Der 22-jährige Grieche rang am Freitag im ersten Semifinale in Roland Garros den Deutschen Alexander Zverev in fünf Sätzen mit 6:3, 6:3, 4:6, 4:6 und 6:3 nieder und kämpft am Sonntag um seinen ersten Grand-Slam-Titel. Dabei geht er als Außenseiter ins Rennen, geht es doch gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic oder den 13-fachen Paris-Champion Rafael Nadal. Es steht auch fest, dass Tsitsipas sich unabhängig vom Finalausgang in der neuen Weltrangliste am Montag an Dominic Thiem vorbei auf Rang vier verbessern wird.


Zverev erwischte vor 5000 Zuschauern auf dem Court Philippe-Chatrier einen schlechten Start und gab sofort seinen Aufschlag ab. Tsitsipas zog schnell auf 3:0 davon und bestimmte fortan das Geschehen. Nach gerade einmal 38 Minuten holte sich der Grieche, der im Vorfeld der French Open bereits die Sandplatz-Turniere in Monte Carlo und Lyon gewonnen hatte, den ersten Satz – auch weil sich Zverev bis zu diesem Zeitpunkt bereits elf vermeidbare Fehler geleistet hatte.

Tsitsipas oben auf
Der Deutsche wirkte insgesamt nicht so druckvoll und dynamisch wie in den Runden zuvor und bewegte sich deutlich schlechter. Es schien so, als hätte Zverev die Pause von zwei Tagen nach seinem Viertelfinale gegen den Spanier Alejandro Davidovich Fokina nicht gut getan. Doch im zweiten Satz steigerte sich Zverev zunächst und ging nun selbst mit einem Break in Führung. 3:0 stand es für den gebürtigen Hamburger, doch dann gelang ihm auf einmal nichts mehr. Tsitsipas machte sechs Spiele in Serie und holte sich auch den zweiten Satz. „Wenn er jetzt so weiter spielt, ist das Spiel in einer halben Stunde vorbei“, sagte Tennis-Legende Boris Becker nach dem verlorenen zweiten Satz als TV-Experte bei Eurosport.

Gratulierten sich fair: Stefanos Tsitsipas und Alexander Zverev © APA/afp / ANNE-CHRISTINE POUJOULAT


Und Zverev haderte mit sich, blickte immer wieder zu seinem Vater und Trainer Alexander Senior hoch auf die Tribüne. Er steckte aber nicht auf. Zu Beginn des dritten Satzes schaffte der Weltranglisten-Sechste wieder ein frühes Break, dass er dieses Mal auch behaupten konnte. Zverev war nun auch deutlich emotionaler als noch in den ersten beiden Sätzen. Als der Schiedsrichter beim Stand von 5:3 eine Entscheidung des Linienrichters überstimmte, diskutierte Zverev minutenlang mit dem Unparteiischen und sogar dem Oberschiedsrichter.
Tsitsipas nutzt die Gunst der Stunde
Den Frust wandelte der 24-Jährige jetzt in Weltklasse-Tennis um. Wenig später holte sich Zverev den dritten Satz und leitete damit erst einmal die Wende ein. Auch im vierten Durchgang nahm er dem Griechen sofort das Service ab. Die deutsche Nummer eins bestimmte das Geschehen nun auf erstaunliche Art und Weise. Tsitsipas spielte nicht schlechter als in den ersten beiden Sätzen, aber Zverev hob das Niveau jetzt auf ein anderes Level und schaffte nach 2:50 Stunden den Satzausgleich.

Das Momentum sprach nun für Zverev. Doch dann leistete er sich zu Beginn des fünften Satzes eine kleine Schwächephase, die Tsitsipas zum entscheidenden Break nutzte. Zwar kämpfte Zverev weiter und wehrte beim Stand von 2:5 vier Matchbälle ab, doch am Ende reichte es nicht. Während der 24-Jährige enttäuscht vom Platz ging, kämpfte Tsitsipas beim Siegerinterview mit den Tränen.

Autor: apa/dpa

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210