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Jannik Sinner spielte einmal mehr groß auf. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Was für ein Traum-Einstand: Sinner verzaubert Turin!

Er hat wieder einmal für eine ganz große Show gesorgt. Jannik Sinner entschied am Dienstagabend in Turin das Match gegen Hubert Hurkacz mit beeindruckender Souveränität für sich und hat somit in seinem ersten Spiel bei den ATP-Finals prompt einen großen Erfolg eingefahren.

Was war das für ein turbulenter Tag für Jannik Sinner. Der Sextner, der bekanntlich als Ersatzmann bei den ATP-Finals in Turin ist, wusste bis kurz vor 17 Uhr nicht, ob er am Abend das Gruppenspiel gegen Hubert Hurkacz bestreiten wird oder nicht. Der Grund: Matteo Berrettini, eigentlich ein Fixstarter beim glamourösen Turnier im Piemont, wollte nach seiner Bauchmuskelverletzung alles versuchen, um antreten zu können. Doch nach einer Trainingseinheit musste der Römer die weiße Fahne hissen – und der Weg war frei für Sinner, für den es nun ruckzuck in die Pala Alpitour ging, wo er einen denkwürdigen Abend erleben sollte. Gegen seinen guten Freund Hurkacz (ATP 9) gewann der Pusterer mit 6:2, 6:2 und sorgte so für große Begeisterung.


Finalspiele hat Jannik Sinner in diesem Jahr schon einige bestritten, unter anderem auch gegen Hurkacz in Miami, das er verlor. Doch eine solche Stimmung wie am Dienstagabend erlebte der 20-Jährige bislang noch nie. Bei jedem Punkt des Südtirolers war das Publikum aus dem Häuschen, immer wieder hallten „Jannik, Jannik, Jannik“-Rufe durch die Halle.

Jannik Sinner beim Betreten der Pala Alpitour: Die Halle in Turin war ein Hexenkessel. © ANSA / ALESSANDRO DI MARCO

Sinner dankte es dem Publikum und legte einen Gala-Auftritt an den Tag. Der ansonsten für seine kühle Art bekannte Youngster ließ dabei ungewöhnlich oft seinen Emotionen freien Lauf. Wie auch beim Siegerinterview auf dem Platz, wo er nicht nur starke Worte an Berrettini richtete, sondern auch mit den Tränen kämpfte.
Sinner ist wieder in den Top 10
In der „Roten Gruppe“, in der auch noch Alexander Zverev und Daniil Medvedev vertreten sind, wahrt Sinner also seine Chance aufs Halbfinale – auch wenn das extrem schwierig wird. Er muss am Donnerstag gegen die Nummer 2 der Welt, Medvedev, gewinnen und gleichzeitig hoffen, dass Zverev gegen Hurkacz verliert. Ansonsten würden Zverev, Medvedev und Sinner bei jeweils zwei Siegen halten – und der Südtiroler wäre draußen, weil er nur zwei anstatt drei Spiele bestritten hat.

Hubert Hurkacz (rechts) gratuliert Sinner zum Sieg. © ANSA / ALESSANDRO DI MARCO


Doch schon jetzt hat sich Sinners Einsatz gelohnt: Durch seinen Sieg gegen Hurkacz bekam der 20-Jährige 200 Weltranglistenpunkte gutgeschrieben und wird somit wieder in die Top 10 einziehen. Ein traumhafter Tag für Südtirols Ausnahmeathlet!
Zuerst nervös, dann große Klasse
Jannik Sinner war zu Beginn des Matches die Nervosität anzusehen. In den ersten beiden Games gab Hurkacz den Ton an, weshalb der Sextner sofort einen Breakball abwehren musste. Danach war der Berrettini-Ersatzmann aber im Spiel – und wie!

Zeigte großes Tennis: Jannik Sinner. © ANSA / ALESSANDRO DI MARCO


Angetrieben von einem frenetischen Publikum, das jeden Sinner-Punkt exzessiv bejubelte, nahm der Pusterer seinem Gegenüber im dritten Game den Service ab und zeigte danach wahre Nervenstärke, als er gleich drei Breakbälle abwehrte und auf 3:1 stellte. Dieses extrem lange Spiel (knapp 12 Minuten) war der Knackpunkt im ersten Abschnitt, den Sinner trotz eines Wacklers ganz zum Schluss mit dem vierten Satzball nach Hause brachte – 6:2!

Im zweiten Satz gab es zu Beginn ein ähnliches Bild. Zunächst hatte Sinner zu kämpfen, übernahm dann aber bald das Ruder und ließ Hurkacz nach seiner Pfeife tanzen. Das variationsreiche Spiel des Sextners brachte den Polen immer wieder zum Verzweifeln. Mit zwei Breaks kaufte Sinner seinem Gegner endgültig die Schneid ab und verwandelte nach 1.25 Stunden seinen ersten Matchball.

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