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Raphaela Folie kehrte 2019 eindrucksvoll auf die Volleyball-Bühne zurück. © Grafik: A. Delvai

Rückblick 2019 | Das Comeback des Jahres

Berauschende Erfolge, große Überraschungen, herbe Enttäuschungen: Das Jahr 2019 hatte aus Südtiroler Sicht einiges zu bieten. SportNews blickt in einer mehrteiligen Serie auf jene Protagonisten zurück, die das abgelaufene Jahr besonders geprägt haben. Heute an der Reihe: Das Comeback des Jahres.

Im Leben eines Sportlers gibt es oft Momente, in denen einfach alle Dämme brechen. Bei manch einem passiert es nach einer bitteren Finalniederlage, bei manch anderem nach einem besonderen Erfolgserlebnis. Gefühle, Emotionen, Tränen – es sind dies die Eigenschaften, die den Sport so faszinierend machen. Auch Raphaela Folie hatte im vergangenen Jahr einen solchen Moment, und zwar am Abend des 4. Augusts 2019. Gerade hatte die Missianerin mit der italienischen Nationalmannschaft am sizilianischen Hafen in Catania die Olympia-Qualifikation perfekt gemacht, da brach Folie in Tränen aus. „Da waren einfach 1000 Emotionen dabei“, sagte sie später – und hat vollkommen Recht, immerhin hat sie bewegende Monate hinter sich.

Es war im April 2018, als das linke Knie von Raphaela Folie nach einer unglücklichen Landung nachgab und das Kreuzband, Seitenband und Meniskus rissen. Eine Horror-Verletzung, die eine Heilungsdauer von 6 bis 8 Monaten nach sich zieht. Tatsächlich kam die Eppanerin erst Anfang 2019 wieder zurück, allerdings verlief der Weg holprig. Obwohl sich Folie mit ihrem Klub Conegliano in der ersten Jahreshälfte den Italienmeistertitel schnappte, war die Missianerin noch nicht die Alte. „Mein Knie war immer instabil, deshalb erreichte ich auch nie mein altes Level“, so Folie.

Raphaela Folie (Mitte) schreit ihre Freude heraus.


Deshalb war ihre Hoffnung auch nicht groß, im August beim so wichtigen Olympia-Qualifikations-Turnier in den Reihen Italiens eine wichtige Rolle zu spielen. Doch es kam anders: Obwohl Folie nur zweieinhalb Wochen mit der Nationalmannschaft trainiert hatte (und dafür fast einen Monat auf eigene Faust an ihrem Knie arbeitete), bekam sie vom Trainer das Vertrauen und zahlte dieses mit bärenstarken Leistungen zurück. So war sie in den 3 Quali-Spielen eine der überragenden Figuren auf dem Feld und mitentscheidend, dass sich die Azzurre das Olympia-Ticket sicherten.

Dies war eine kleine Wiedergeburt von Südtirols bester Volleyballspielerin, die anschließend mit Italien Bronze bei der Europameisterschaft holte und sich auch im Alltagsgeschäft wieder von ihrer besten Seite zeigte. Mit Conegliano holte sich Rapha am 16. November in Mailand den Supercup-Titel, einen Monat später gelang mit dem Gewinn der Klub-WM der größte Coup des Jahres – mit einer Raphaela Folie in Hochform. Für 2019 erklärt die SportNews-Redaktion das Volleyball-Ass aus Eppan jedenfalls zum Comeback des Jahres.
Die bisherigen Teile unserer Serie:
Newcomer des Jahres: Jannik Sinner
Mannschaft des Jahres: SSV Bozen Handball
Pechvogel des Jahres: HC Pustertal

Autor: det

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