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Simone Giannelli brach nach dem Finalsieg gegen Slowenien in Tränen aus. © CEV

Wenn Tränen mächtiger sind als Worte

„Italien hat seinen König“, schreibt die Gazzetta dello Sport am Montag. Gemeint ist damit Simone Giannelli. Der Bozner wurde am Sonntagabend nicht nur Europameister, sondern zugleich auch zum besten Spieler des gesamten Turniers gewählt. Es ist sein bisher größter sportlicher Erfolg.

Obwohl erst 25 Jahren alt, zählt Simone Giannelli seit geraumer Zeit zu den besten Volleyballspielern der Welt. Neben unzähligen Klub-Titeln durfte er bislang eine Olympia-Silbermedaille und ein EM-Bronze sein Eigen nennen, nun kam endlich die ersehnte Goldene hinzu. Als Kapitän und absoluter Superstar führte er Italien am späten Sonntagabend zum Europameistertitel.


Anders als während des Spiels, als Giannelli seine Teamkollegen immer wieder pushte und zugleich in den brenzligen Momenten beruhigend wirkte, bekam er unmittelbar nach dem großen Triumph kaum ein Wort über die Lippen. Mit Freudentränen in den Augen sank er zu Boden. Als ihn mehrere seiner Mitspieler wieder aufgerichtet hatten, sagte er in den ersten TV-Interviews: „Es ist eine Ehre, Kapitän dieser Mannschaft zu sein. Ich bin einfach nur so stolz, mir kommen die Tränen. In Vergangenheit gab es große Enttäuschungen und auch Medaillen, doch nichts ist mit diesem emotionalen Moment vergleichbar.“


Der Leitwolf bei den Azzurri: Simone Giannelli. © CEV / Conny Kurth / www.kurth-media.de


Erst später am Abend ging der Aufspieler aus Bozen, der auch im Finale eine Schlüsselrolle einnahm und die überragenden Jungspunde Alessandro Michieletto und Yuri Romanò immer wieder exzellent in Szene setzte, zur ausführlicheren Analyse über: „Es war ein ganz schwieriges Spiel. Ich habe versucht, meinen Mitspielern den Rücken zu stärken, ihnen Ruhe zu vermitteln. Einfach das mitzugeben, was ich in all meinen Jahren in Trient gelernt habe“, berichtet Giannelli, der nun seine Heimatregion verlässt und in der kommenden Saison bei Spitzenklub Perugia auflaufen wird. Zunächst aber gönne er sich zuhause „ein paar Tage zum Durchschnaufen“, so Giannelli

Apropos: Am Abend des großen Triumphs richtete Giannelli auch eine Grußbotschaft in Richtung Südtirol: „Meine Gedanken gehen in diesem Moment an meine Familie, an meine Eltern, meine Schwester und meine Freundin. Sie wissen, wie viel Liebe ich in diesen Sport stecke und wieviel mir dieser abverlangt.“ Jetzt haben sich für Giannelli jedenfalls all die Mühen auch im Nationalteam endlich gelohnt.

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