H Schwimmen

Nicolo Martinenghi holte Gold über 100-Meter-Brustschwimmen, blieb aber ohne Anzug über 1,5 Sekunden hinter dem Weltrekord des Briten Adam Peaty. © ANSA / ANGELO CARCONI

„Shiny Suits“ verzerren das Bild noch immer

Sieben mit Schwimmanzügen fixierte Weltbestmarken der WM von 2009 in Rom bestehen noch immer. Insgesamt existieren noch elf Weltrekorde aus Anzug-Ära, die meisten im Kraulstil bzw. bei den Männern.

Nach 13 Jahren ist Rom wieder Schauplatz eines Schwimm-Großereignisses, auf die WM 2009 folgte die EM 2022. Vergleicht man Finalzeiten der damals besten Europäer mit der der diesmaligen Titelträger, mag man an eine rückläufige Entwicklung glauben. Denn in den ersten acht EM-Finali machte so nur eine Siegerzeit 2022 das Rennen. Sonst fehlt rund ein halbe Sekunde bis Sekunde pro 100 m auf die WM-Marke. Besser waren sie damals freilich nicht, aber sie hatten Ganzkörperanzüge.


Die Weltmeisterschaften im Foro Italico fanden am Höhepunkt der „shiny suit“-Ära statt, wie sie genannt wurde. Die Anzüge gaben Auftrieb und bewirkten somit auch, dass die Müdigkeit wegen weniger Wasserwiderstands später einsetzte. 43 Weltrekorde wurden damals in der WM-Woche aufgestellt. Mit Ende 2009 wurden die Anzüge verboten, die Rekorde blieben aber bestehen und exakt elf davon stehen noch heute. Sieben davon stammen von der Rom-WM – sechs bei den Männern, einer bei den Frauen.

Ohne Anzug sind die Schwimmer im Wasser deutlich langsamer. © ANSA / ANGELO CARCONI


Nur jener von Aaron Peirsol (USA) über 200 m Rücken (1:51,92) wurde nicht im Kraulstil fixiert. Da sind Cesar Cielo Filho (BRA) über 100 m (46,91), Paul Biedermann (GER) über 200 (1:42,00) und 400 m (3:40,07), Zhang Lin (CHN) über 800 m (7:32,12), die USA über 4 x 200 m (6:58,55) sowie bei den Frauen Federica Pellegrini (ITA) über 200 m (1:52,98) nach wie vor unerreicht. Noch aktuell sind auch die Rekorde von Cielo über 50 m Kraul (20,91), Michael Phelps (USA) über 400 m Lagen (4:03,84), der kurzen US-Kraulstaffel (3:08,24) bzw. von Liu Zige (CHN) über 200 m Delfin (2:01,81).
Alte Weltrekorde werden bestehen bleiben
Es wird noch eine Weile dauern, bis all diese elf aus der Anzug-Ära bestehenden Rekorde gefallen sind. Gemessen an den Jahresweltbestzeiten (JWBZ) 2022 können sich Peirsol (JWBZ 1:54,52), Zhang Lin (7:39,36) und Liu Zige (2:05,20) wohl noch länger Weltrekordler nennen. Auf den Kraulstrecken der Männer geht es schon enger zu, da sollte u.a. der 17-jährige Rumäne David Popovici einiges bewegen. Das Ausnahmetalent mit den perfekten Hebeln hat schon dieser Tage die Chance, über 100, 200 und 400 m Kraul Zeichen für die Zukunft und gegen die Vergangenheit zu setzen.

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