F Fußball-WM 2018

Grzegorz Lato (2.v.r.) hat soeben Polens Siegtreffer gegen Brasilien erzielt. © Screenshot YouTube

WM-Zeitreise – 6.7.1974: Lato kürt sich zum Torschützenkönig

Wie immer während der Fußball-WM blickt SportNews auch heute auf Highlights zurück, die sich am selben Tag bei einer der früheren Weltmeisterschaften ereignet haben. Diesmal schauen wir 44 Jahre zurück auf den 6. Juli 1974 und auf das vorletzte Spiel bei der WM in Deutschland.

Einen Tag vor dem Endspiel wurde im Münchner Olympiastadion das Spiel um Platz drei ausgetragen. Gegenüber standen sich Brasilien und Polen.

Brasilien verpasst Finaleinzug


Auch wenn es damals durch eine zweite Gruppenphase keine echten Halbfinalspiele gab, so kam es aufgrund der Spielreihenfolge und Ergebnisse der ersten Gruppenspiele zu zwei Quasi-Halbfinalspielen: In Gruppe A trafen Brasilien und die Niederlande, die zuvor beide gegen Argentinien und die DDR gewonnen hatten, im letzten Spiel aufeinander, wobei den Niederländern schon ein Unentschieden zum Finaleinzug gereicht hätte. In einem von den Brasilianern überaus hart geführten Spiel konnten sich die Niederländer mit 2:0 durchsetzen. Und die Brasilianer mussten sich mit dem Spiel um Platz 3 begnügen.

Polen war Favorit im Duell gegen Deutschland


Ähnlich war die Konstellation vor dem letzten Spiel in Gruppe B: Die Bundesrepublik Deutschland hatte zunächst Jugoslawien und Schweden besiegt, doch den Polen war dies ebenfalls gelungen. Durch die bessere Tordifferenz genügte den Deutschen ein Unentschieden im letzten Spiel. Dieses Spiel am 3. Juli 1974 im Frankfurter Waldstadion ging als „Wasserschlacht von Frankfurt“ in die Fußballgeschichte ein. Vor Spielbeginn machte ein Wolkenbruch den Rasen unbespielbar. Die Feuerwehr versuchte, das Wasser mit Walzen vom Platz zu verdrängen.

Gemeinhin galt Polen damals als die technisch bessere Elf; aufgrund der widrigen Platzverhältnisse konnte sie ihre Stärke jedoch nicht ausspielen, und die Bundesrepublik Deutschland qualifizierte sich für das Finale mit einem 1:0-Sieg dank Goldtorschütze Gerd Müller. Den Polen blieb das „kleine Finale“.

Solo-Lauf führt zu Siegestreffer


Somit standen sich am 6. Juli 1974 der entthronte Weltmeister Brasilien und die Überraschungsmannschaft der WM, Polen, gegenüber. In einem an Höhepunkten armen Spiel vor 77.500 Zuschauern startete der polnische Rechtsaußen Grzegorz Lato in der 79. Minute einen Alleingang, umspielte 30 Meter vor dem Tor den Brasilianer Zé Maria, lief auf halbrechter Position bis zum Strafraum und schob aus 13 Metern zum entscheidenden 0:1 ein.

Latos siebter Turniertreffer bescherte Polen den sensationellen dritten Rang. Gleichzeitig festigte Lato damit seine Führung im Kampf um den Titel des WM-Torschützenkönigs, den er schließlich gewann, weil ihn die in der Torschützenliste Folgenden im abschließenden Finale nicht mehr überholen konnten.

https://www.youtube.com/watch?v=z36QPiiz8SY

Autor: ds

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