F Fußball-WM 2018

Gerd Müller (r.) mit Bundestrainer Helmut Schön. © dpa file / STAFF

WM-Zeitreise – 7.7.1974: Deutschland gewinnt Heim-WM

Während der Fußball-WM 2018 blickt SportNews täglich auf Highlights zurück, die sich am selben Tag bei einer der früheren Weltmeisterschaften ereignet haben. Wie bereits gestern schauen wir auch diesmal 44 Jahre zurück auf den 7. Juli 1974 und zum Finale der WM in Deutschland zwischen dem Gastgeber und den Niederlanden.

An jenem Tag hatte es schon der Spielbeginn in sich: Vom Anstoß weg kombinierten die Niederländer über 16 Stationen, ohne dass ein deutscher Spieler dazwischen kam. 17. Anspielstation war Johan Cruyff, der den Ball im Anstoßkreis erhielt und sich von dort bis zum deutschen Strafraum durchkämpfte, wo er hart hinter der Strafraumgrenze vom grätschenden Uli Hoeneß zu Fall gebracht wurde.

Das schnellste Führungstor der WM-Final-Geschichte


Nach nur 53 Sekunden Spielzeit entschied der englische Schiedsrichter John Taylor auf den ersten Strafstoß in der Geschichte der WM-Endspiele. Neeskens trat den Elfmeter in die Mitte des Tors und ließ dem nach rechts abtauchenden Sepp Maier keine Chance. Das 1:0 für die Niederlande nach eineinhalb Minuten ist die bis heute früheste Führung in einem WM-Endspiel.

Die bundesdeutsche Mannschaft konnte sich im Folgenden nur langsam von diesem Schock erholen, wurde danach jedoch stärker. Die Niederländer schienen technisch gefälliger und hatten etwas mehr vom Spiel, doch die Deutschen wirkten vor dem Tor gefährlicher. In der 23. Minute wurde Gerd Müller bei einer Spielunterbrechung hinter den Augen des Schiedsrichters beidhändig von hinten durch van Hanegem umgestoßen. Nach Rücksprache mit dem Linienrichter erhielt dieser dafür eine gelbe Karte.

Auch der Ausgleich per Elfmeter


Nach einer langen Vorlage aus der Mitte der eigenen Hälfte von Overath trat Hölzenbein in der 25. Minute auf der linken Seite zu einem Sturmlauf in den niederländischen Strafraum an und wurde von Jansen durch eine Grätsche zu Fall gebracht. Den Elfmeter verwandelte Paul Breitner mit einem Schuss in die linke Ecke zum 1:1. Torhüter Jongbloed war chancenlos.

Die Deutschen spielten nach dem Ausgleich überlegen. Beckenbauer scheiterte jedoch mit einem Freistoß an Jongbloed. Vogts und Grabowski vergaben ebenfalls gute Chancen zur Führung. In der 42. Minute passte Bonhof nach Vorarbeit in die Mitte zu Gerd Müller. Dieser, bedrängt von zwei Niederländern, ließ den Ball zunächst etwas abprallen, drehte sich um die eigene Achse und erwischte Jongbloed auf dem falschen Fuß. Der Ball rollte zum 2:1 für Deutschland flach ins linke Eck.

Sepp Maier ein sicherer Rückhalt


Die zweiten 45 Minuten wurden zur Abwehrschlacht der Deutschen. In der 48. Minute köpfte Bonhof noch um Zentimeter am linken Pfosten des niederländischen Tors vorbei. Danach waren die Niederländer spielbestimmend, scheiterten aber mit zahlreichen Chancen, unter anderen von Rep und van Hanegem, am deutschen Torwart Sepp Maier. Der Treffer durch Gerd Müller zum 3:1 in der 59. Minute wurde vom Linienrichter fälschlich wegen vermeintlichem Abseits annulliert, obwohl Müller bei Grabowskis Pass um 2,5 Meter nicht abseits war. In der 85. Minute verweigerte der Schiedsrichter einen Strafstoß nach einem Foul an Hölzenbein. Neeskens verfehlte kurz vor Schluss knapp das Tor, und die deutsche Mannschaft hielt letztendlich den Vorsprung.

Müllers letztes Länderspieltor ist Gold wert


Das Siegtor durch Gerd Müller war sein 14. WM-Tor – gleichzeitig sein letztes Länderspieltor – und brachte ihm damit die alleinige Führung in der ewigen Torschützenliste – die Müller erst bei der WM 2006, wiederum in Deutschland – verlor, als er vom Brasilianer Ronaldo mit 15 Toren übertroffen wurde.

Autor: ds

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