F Fußball-WM 2018

Bastian Schweinsteiger tröstete nach Deutschlands 7:1-Triumph gegen Brasilien vor vier Jahren seine Gegenspieler Dante (l.) und David Luiz. © AFP / FABRICE COFFRINI

WM-Zeitreise – 8.7.: Deutschlands Super-Tag

Wie immer während der Fußball-WM blickt SportNews auch heute auf Highlights zurück, die sich am selben Tag bei einer der früheren Weltmeisterschaften ereignet haben. Vom 8. Juli gibt es allerdings nicht weniger als vier Geschichten zu erzählen – über vier Triumphe Deutschlands .

Doch gehen wir der Reihe nach, drehen wir die Zeit 36 Jahre zurück und blicken wir zum 8. Juli 1982.

„Die Nacht von Sevilla“


Eines der mitreißendsten Spiele der WM in Spanien war das zweite Halbfinale, die Nacht von Sevilla. Im Duell gegen Frankreich brachte Pierre Littbarski die deutsche Mannschaft in Führung. Nach dem Ausgleich der Franzosen durch Michel Platini blieb es beim 1:1.

In der Verlängerung führte Frankreich dank Trésor und Giresse schon 3:1. Mit der Einwechslung von Karl-Heinz Rummenigge kam doch noch die Wende. Er traf zum 2:3 und Klaus Fischer per Fallrückzieher in der 108. Minute zum 3:3.

Erstmals musste ein Elfmeterschießen entscheiden. Toni Schumacher hielt gegen Six und Bossis, Horst Hrubesch schoss die deutsche Elf ins Finale. Oft wird dieses Spiel wegen seiner Dramatik mit dem sogenannten Jahrhundertspiel, dem WM-Halbfinale 1970 gegen Italien (3:4 n. V.), verglichen.

In den Schlagzeilen blieb von damals aber auch der Zusammenprall zwischen dem deutschen Torhüter Toni Schumacher und dem gerade eingewechselten Franzosen Patrick Battiston, der verletzt auf einer Trage vom Platz gebracht werden musste.


Die WM-Finalrevanche von 1990

Acht Jahre später, am 8. Juli 1990, kam es bei der WM in Italien erstmals in der Geschichte der Weltmeisterschaften zu einer Finalrevanche, denn schon vier Jahre zuvor standen sich Argentinien und Deutschland im Finale gegenüber, damals mit dem glücklicheren Ende für Argentinien.

Wie im Viertel- und Halbfinale verließen sich die Argentinier beim Finale in Rom auf ihren Elfmeterkiller Sergio Goycochea. Die ersatzgeschwächte Mannschaft – vier Spieler waren gesperrt – hatte im ganzen Spiel keine einzige Torchance. Insbesondere Diego Maradona konnte nicht an die üblichen Leistungen anknüpfen, da er von Guido Buchwald in Manndeckung genommen wurde.

Aber da die deutsche Mannschaft ihre Torchancen lange Zeit nicht nutzen konnte, musste ausgerechnet ein Elfmeter die Entscheidung bringen. Dieser wurde aber nicht nach einem klaren Foul an Klaus Augenthaler gepfiffen, sondern nach einer umstrittenen Attacke gegen Rudi Völler, was viele Beobachter als Konzessionsentscheidung auffassten. Andreas Brehme übernahm die Verantwortung und erzielte in der 85. Minute den Siegestreffer.

Mit dem dritten Titel konnte Deutschland in der Zahl der Titel mit Brasilien und Italien gleichziehen. Franz Beckenbauer gelang es als zweitem Nationaltrainer nach Mário Zagallo (Brasilien), sowohl als Spieler (bei der WM 1974) als auch als Trainer („Teamchef“) Weltmeister zu werden.


„Schweini“ glänzt im „kleinen Finale“ von 2006

16 Jahre später, am 8. Juli 2006, bestritten Deutschland und Portugal das „kleine Finale“ der WM in Deutschland. Deutschland hatte im Halbfinale gegen Italien verloren, Portugal gegen Frankreich. Traditionell wird das Spiel um Platz 3 als eher unbedeutendes Spiel offensiv geführt und endet zumeist torreich.

Zunächst schien diese Tradition einen Bruch zu erleiden, da trotz einiger Chancen die Tore ausblieben, unter anderem durch Paraden von Oliver Kahn, der in diesem Spiel den Vorrang vor Jens Lehmann erhielt und damit sein 86. und letztes Länderspiel bestritt.

Erst in der 56. Minute brach Bastian Schweinsteiger den Bann und erzielte durch einen „flatternden“ Distanzschuss das 1:0 für Deutschland. Nur vier Minuten später war der Münchener wieder an einem Tor beteiligt, als Petit seinen Freistoß zum 2:0 abfälschte. Nach munterem Spielverlauf schoss Schweinsteiger, kurz vor seiner Auswechslung in der 78. Minute, noch das 3:0 für das deutsche Nationalteam. Damit war die Partie entschieden. Der späte Gegentreffer durch Nuno Gomes konnte nicht mehr verhindern, dass die deutsche Nationalmannschaft den dritten Platz errang.


Das legendäre 7:1 gegen Brasilien

Weitere acht Jahre später, am 8. Juli 2014, wurde im ersten Halbfinale der WM in Brasilien Fußball-Geschichte geschrieben: Deutschland ging in der 11. Minute gegen Brasilien durch Thomas Müller nach einem Eckball von Toni Kroos in Führung. Zwischen der 23. und der 29. Minute erzielte die deutsche Mannschaft vier weitere Tore gegen eine nun desolate brasilianische Abwehr.

Nach der Halbzeitpause wurde Brasilien in der Offensive gefährlicher, scheiterte jedoch immer wieder an der deutschen Abwehr mit Torwart Manuel Neuer. Nachdem André Schürrle noch zwei weitere Tore für Deutschland erzielt hatte, überwand Brasilien die deutsche Verteidigung erst in der 90. Minute mit dem Ehrentreffer durch Oscar.

Der Endstand von 1:7 ist das höchste Ergebnis, das es jemals in der Runde der letzten vier einer Fußball-Weltmeisterschaft gab, zusammen mit dem 7:1 von Brasilien gegen Schweden bei der Weltmeisterschaft 1950, das allerdings kein Halbfinal-, sondern ein Finalrundenspiel war. Es ist auch die höchste Niederlage eines Gastgebers und zusammen mit dem 0:6 gegen Uruguay im Jahr 1920 die höchste Niederlage Brasiliens überhaupt.

Autor: ds

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