L Ski Alpin

Weltmeister Dominik Paris mit den beiden Vize Kriechmayr (l) und Clarey (r) © pentaphoto

Die SportNews-Skikanone: 33,33 Prozent Gold

Das erste Kapitel der Ski-WM 2019 in Åre ist geschrieben, sechs Weltmeister wurden bereits ermittelt, vier Goldmedaillen stehen noch aus, plus der Team-Bewerb.

Aus Südtiroler Sicht begann die WM mit einem Armutszeugnis: Zum vierten Mal in Folge ging bei einem WM-Super-G der Damen keine Südtirolerin an den Start, wie bereits 2013, 2015 und 2017. Die bislang letzte Starterin in einem WM-Super-G war die Olangerin Hanna Schnarf 2011 in Garmisch-Partenkirchen. Zugegeben, Schnarf wäre wohl fix im Aufgebot für den Super-G gewesen, sie ist jedoch verletzt (Schien- und Wadenbeinbruch im November). Ungeachtet dessen ist dies für eine „Ski-Nation“ wie Südtirol eine richtige Schmach, die nachdenklich stimmt. Was läuft da falsch im Land an der Etsch, wenn so ein Weckruf seit sechs Jahren nicht gehört wird? Dabei hat Südtirol eine Super-G-Tradition, 1996 und 1997 schnappte sich die Grödnerin Isolde Kostner die Goldmedaille in dieser schwierigen Disziplin.

Erstklassiges WM-Debüt für Nicol Delago © APA/afp / FABRICE COFFRINI


In die entgegengesetzte Richtung zeigt die Statistik bei den Herren: Dominik Paris kürte sich auf der 2172 Meter langen Olympia-Piste zum dritten Super-G-Weltmeister aus Südtirol, nach Patrick Staudacher 2007 und Christof Innerhofer 2011. Letzterer verpasste als Vierter seine vierte WM-Medaille um 0,29 Sekunden oder 6,67 Meter.
Noch weniger, nämlich 3,45 Meter fehlten der Grödnerin Nicol Delago bei ihrem ersten WM-Start. Die 23-Jährige wurde in der Abfahrt hervorragende Sechste, geschlagen nur von den Superstars dieses Fachs, Ilka Stuhec (Abfahrts-Weltmeisterin 2017, 2019), Lindsey Vonn (Abfahrts-Weltmeisterin 2009) und der Überraschung aus der Schweiz, Corinne Suter (Silbermedaille Abfahrt, Bronzemedaille Super-G). Trainiert wird die 24-Jährige von Roland Platzer, der Vinschger ist Cheftrainer der Schweizer Speed-Damen und war zuvor schon bei den Schweizer Herren mit Didier Cuche und Didier Defago erfolgreich.

Weil bei einer WM nur die Medaillen zählen, ging eine sensationelle Leistung in der Berichterstattung unter. Die 22-jährige Kanadierin Roni Remme beendete die Kombination auf Platz 5, der Schützling von Chefcoach Manuel Gamper (Ulten) fuhr im Slalom Bestzeit und machte damit 23 (!) Positionen gut. Kurssetzer im Kombi-Slalom war übrigens Manuel Gamper.

Es geht in den Stangenwald

Mit einem WM-Titel und zwei vierten Plätzen ( Christof Innerhofer im Super-G, Riccardo Tonetti in der Kombi) haben die Speed-Herren die Messlatte für die Techniker hoch gelegt, gemessen an den bislang drei vergebenen Goldmedaillen liegt die heimische Ausbeute bei 33,33 Prozent! Ein Wert, der in der zweiten WM-Woche nur schwer zu überbieten sein wird, doch Manfred Mölgg holte bereits bei der Ski-WM 2007 in Åre die Silbermedaille im Slalom, der 36-Jährige aus Enneberg zählt auch zwölf Jahre danach noch immer zur Weltspitze im Stangenwald. Mit Alex Vinatzer (19) steht ein ganz junger Grödner im WM-Aufgebot. Der Vize-Juniorenweltmeister im Slalom holte in diesem Winter seine ersten Weltcuppunkte, in erster Linie geht für ihn um nix – eine Medaille erwartet niemand. Doch auch in Slalom und Riesentorlauf hat Südtirol ein Problem: Seit dem Rücktritt von Manuela Mölgg ist die Lücke noch nicht gestopft, in Slalom und Riesentorlauf ist keine Südtirolerin bei der WM am Start. Schade. Sehr schade.


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Die SportNews -Skikanone begleitet Sie als regelmäßige Rubrik durch den WM-Winter 2018/19.


Autor: zor

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