e Biathlon

Alexia Runggaldier präsentiert stolz ihre Medaille (Foto: C. Manzoni)

Alexia Runggaldier gewinnt in Ridnaun EM-Silber

Die Grödnerin Alexia Runggaldier hatte gleich beim ersten Wettkampf der Biathlon-Europameisterschaft in Ridnaun ihren großen Auftritt. Sie startete prompt mit einer Podiumsplatzierung.

Felix Leitner gewann den ersten EM-Bewerb, den Einzelwettkampf der Männer am Vormittag, in souveräner Manier. Der 21-Jährige aus Mils bei Hall war auf den Skiern einer der schnellsten Biathleten im 111 Mann starken Starterfeld. Mit einem Strafschuss setzte sich der Junioren-Weltmeister im Einzel von 2016 in 53.32,8 Minuten durch. „Ich habe einfach versucht, zu zeigen, was ich kann. Das ist mir heute gelungen und deshalb bin ich überglücklich. Heute waren zahlreiche Olympiamedaillengewinner am Start und Biathleten, die auch bei Weltmeisterschaften schon erfolgreich waren. Aber darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht“, sagte der Nordtiroler Leitner bei der offiziellen Pressekonferenz.

Platz zwei belegte der Tscheche Tomas Krupcik. Der 30-Jährige aus Vrchlabi, der im Weltcup einen 19. Platz als bestes Resultat vorzuweisen hat, war 43 Sekunden langsamer als Leitner. „Heute morgen fühlte ich mich wirklich schlecht. Nie hätte ich gedacht, dass das mein Tag sein kann. Aber auf der Strecke ging es mir dann immer besser und als ich im Ziel war, da habe ich gewusst, dass das ein guter Tag war“, erklärte Krupcik, der 13,6 Sekunden Vorsprung auf den Drittplatzierten Philipp Horn aus Deutschland hatte. Auch Horn stand wie Leitner und Krupcik ein Fehlschuss zu Buche. „Nach den beiden Top-Ten-Ergebnissen beim letzten IBU Cup war mein Ziel so konstant weiterzumachen. Ich mag Ridnaun, ich mag diese Strecke und auch den Schießstand, der sicherlich zu den schwierigsten auf der ganzen Tour zählt. Diese EM-Medaille ist sicherlich das Ergebnis der harten Arbeit im Sommer“, so der Bronzemedaillengewinner.


„Azzurri“ ohne Medaillenchance

Bester „Azzurro“ war Rudy Zini, der mit 3.39,8 Minuten den 25. Platz belegte – unmittelbar vor den Topstars Jean Guillaume Beatrix (Frankreich), der stehend gleich vier Mal danebenschoss und dem Russen Alexey Volkov, der auch drei Fahrkarten produzierte. Der einzige Südtiroler am Start, Andreas Plaickner aus Antholz, landete mit fünf Fehlschüssen auf Rang 91.


Chevalier auf den Skiern unwiderstehlich

Die neue Einzeleuropameisterin heißt hingegen Chloe Chevalier. Trotz eines Schießfehlers setzte sich die Französin mit einer sagenhaften Vorstellung auf den schmalen Langlauflatten in 46.32,9 Minuten durch. Die 22-Jährige war heuer im IBU-Cup bereits in Lenzerheide und Brezno-Osrblie aufs Podest gelaufen. „Der Fehler im ersten Schießen war wohl notwendig, um mich wachzurütteln. Denn danach habe ich das Beste herausgeholt und eigentlich nur daran gedacht, was zu tun ist und nicht welches Resultat möglich ist. Dass ich mir den ersten Sieg ausgerechnet für die EM aufgespart habe, ist natürlich phantastisch“, so die neue Europameisterin.


Runggaldier am Schießstand überragend


Die Silbermedaille holte eine Südtirolerin. Alexia Runggaldier blieb am Schießstand fehlerfrei, hatte am Ende aber trotzdem 47,7 Minuten Rückstand auf Chevalier. Für die 26-Jährige aus St. Christina, die nach krankheitsbedingter Pause in Antholz in den Weltcup zurückgekehrt war, ist die EM-Teilnahme die perfekte Vorbereitung auf die Olympischen Spiele. Über den zweiten Platz zeigte sich die Südtiroler Skijägerin erfreut. „Was das Schießen angeht bin ich extrem zufrieden und läuferisch muss ich einfach noch ein wenig Geduld haben. Ich merke aber, dass die Form von Tag zu Tag besser wird. Zu Hause aufs Podium zu laufen ist immer etwas ganz Besonderes, das war letztes Jahr in Antholz so und ist es natürlich auch hier in Ridnaun. Ich werde am Sonntag noch die Mixed-Staffel bei dieser EM bestreiten“, sagte Runggaldier.

Bronze ging an die Russin Victoria Slivko, die fehlerfrei 55,9 Sekunden auf Chevalier einbüßte. „Die EM ist für mich sehr wichtig. Deshalb habe ich mich im letzten Monat explizit auf die Titelkämpfe hier in Ridnaun vorbereitet. Ich habe um diese Medaille hart kämpfen müssen, weil ich viel Zeit aufholen musste. Im Ziel war ich überglücklich, dass ich es geschafft habe“, gab Slivko zu Protokoll.

Die EM in Ridnaun wird am Freitag mit dem Sprint fortgesetzt. Um 11 Uhr beginnen die Männer, ab 13.30 Uhr sind die Frauen im Einsatz. Beide Rennen werden live übertragen.



Ergebnisse Einzel Männer (20 km):

1. Felix Leitner AUT 53.32,8 Minuten/1 Fehlschuss
2. Tomas Krupcik CZE +43,0/1
3. Philipp Horn GER +56,6/1
4. Krasimir Anev BUL +1.00,9/2
5. Martin Otcenas SVK +1.25,3/2
6. Dzmitry Abasheu BLR +1.31,8/1


Ergebnisse Einzel Frauen (15 km):

1. Chloe Chevalier FRA 46.32,9 Minuten/1 Schießfehler
2. Alexia Runggaldier ITA/St. Christina +47,7/0
3. Victoria Slivko RUS +55,9/0
4. Yuliia Zhurakov UKR +56,4/0
5. Iryna Varvynets UKR +1.07,6/1
6. Svetlana Mironova RUS +1.26,0/3


Biathlon-EM in Ridnaun – 22. bis 28. Jänner 2018

Wettkampfprogramm:
Donnerstag, 25. Jänner: Offizielles Training
Freitag, 26. Jänner: Sprint Männer (11.00), Sprint Frauen (14.00)
Samstag, 27. Jänner: Verfolgung Männer (13.00), Verfolgung Frauen (15.00)
Sonntag, 28. Jänner: Single-Mixed-Staffel (13.00), Mixed-Staffel (15.00)


Autor: sportnews