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Karin Oberhofer belegte am Freitag in Ridnaun den neunten Platz (Foto: C. Manzoni)

Die Ridnauner Sprint-Europameistertitel wandern nach Osteuropa

Bei der Biathlon-EM in Ridnaun gingen am Freitag die Entscheidungen im Sprint über die Bühne. Zu den neuen Europameistern kürten sich dabei der Lette Andrejs Rastorgujevs sowie die Ukrainerin Iryna Varvynets. Karin Oberhofer aus Feldthurns landete als beste „Azzurra“ auf dem neunten Platz.

Im Sprint der Herren hatte Andrejs Rastorgujevs nach einem hochklassigen und spannenden Wettkampf hauchdünn die Nase vorn. Der Lette patzte am Schießstand einmal, zeigte sich in der Loipe aber bärenstark und gewann am Ende mit der Zeit von 23.09,6 Minuten. Im Biathlon-Weltcup ist Rastorgujevs alles andere als ein Unbekannter: Der Gesamt-18. der aktuellen Gesamtwertung lief heuer bereits zweimal unter die besten Zehn und stieg in der Saison 2016/17 im Massenstart von Oslo sogar einmal auf das Podest.

Auf dem zweiten Platz landete der Russe Alexander Loginov. Der 25-Jährige aus Saratov traf ebenso wie Rastorgujevs neun der zehn Scheiben und kam mit einem Rückstand von 5,5 Sekunden ins Ziel. Auch Loginov strahlte im Biathlon-Weltcup bereits vom Podest, und zwar als Dritter in der Verfolgung von Oslo 2012/13. In diesem Jahr überzeugte der Russe in der höchsten internationalen Biathlon-Serie mit drei Top-Ten-Ergebnissen, darunter einem vierten Platz in Annecy-Le Grand Bornand.

Die Bronzemedaille sicherte sich der Bulgare Krasimir Anev. Der 29-Jährige blieb am Schießstand fehlerfrei und hatte im Ziel einen Rückstand von 24,5 Sekunden auf Tagessieger Rastorgujevs. Anev ist ein echter Ridnaun-Spezialist: Bereits bei der EM 2011 hatte der Bulgare im Ridnauntal aufgezeigt und einmal Silber sowie einmal Bronze geholt. Im Weltcup stehen Anev ein vierter sowie zwei sechste Plätze als beste Resultate zu Buche.


„Azzurri“ jenseits der ersten 30

Die fünf Italiener am Start mussten sich mit Platzierungen jenseits der ersten 30 zufriedengeben. Als bester „Azzurro“ schnitt Rudy Zini ab – er landete ohne Fehlschuss auf Rang 32. Unmittelbar dahinter reihte sich Pietro Dutto auf Platz 33 ein. Saverio Zini wurde 74., während Südtirols einziger Starter, Andreas Plaickner aus Tsselberg, den 112. Platz belegte. Paolo Rodigari belegte hingegen den 118. Rang.


Varvynets fehlerlos zum Sprint-Titel der Damen

Im Sprint der Damen war die Ukrainerin Iryna Varvynets nicht zu schlagen. Die 25-Jährige traf alle zehn Scheiben ins Schwarze und stellte in 20.54,1 Minuten die schnellste Zeit des Rennens auf. Varvynets hatte auch im Weltcup schon mehrfach für Aufsehen gesorgt und war dort bereits dreimal in den Top Ten. Heuer lief es für die Ukrainerin in der höchsten internationalen Rennserie dagegen noch nicht so gut – mehr als ein 15. Platz schaute für Varvynets dort noch nicht heraus.

Silber ging an die Französin Chloé Chevalier. Zwar blieb die frischgebackene Einzel-Europameisterin am Schießstand nicht fehlerfrei, doch dank einer überragenden Laufleistung war ihr der zweite Platz nicht zu nehmen. Das Podest komplettierte mit der Japanerin Fuyuko Tachizaki eine Biathletin aus dem nicht-europäischen Raum. Weil die Biathlon-EM in Ridnaun jedoch als offene Europameisterschaft ausgetragen wird, durfte auch die Weltcup-erprobte Tachizaki starten und wurde als Drittplatzierte mit in die Wertung aufgenommen. Damit war der erste internationale Medaillengewinn einer japanischen Biathletin – in deren Trainerstab mit Ubaldo Prucker übrigens ein Südtiroler die Fäden zieht – perfekt.


Karin Oberhofer auf Platz neun

Mit einer ordentlichen Leistung wartete die Feldthurnerin Karin Oberhofer auf. Die Lokalmatadorin musste einmal in die Strafrunde und landete am Ende auf Platz neun – ihr Rückstand auf einen Podestplatz betrug dabei nur etwas mehr als 15 Sekunden. Die zweite „Azzurra“ im Bunde, Ginevra Rocchia, zielte am Schießstand dreimal daneben und belegte den 79. Rang.

Die EM in Ridnaun wird am Samstag mit den beiden Verfolgungswettkämpfen fortgesetzt.



Sprint-Wettkampf der Männer (10 km)

1. Andrejs Rastorgujevs LAT 24.03,0 Minuten / 1 Fehlschuss
2. Alexander Loginov RUS +5,5 / 1
3. Krasimir Anev BUL +24,5 / 0
4. Haavard Gutuboe Bogetveit NOR +31,7 / 0
5. Artem Pryma UKR +38,6 / 0
...
32. Rudy Zini ITA +1.39,6 / 0
33. Pietro Dutto ITA +1.40,1 / 1
74. Saverio Zini ITA +2.31,2 / 2
112. Andreas Plaickner ITA/Tesselberg +3.52,6 / 4
118. Paolo Rodigari ITA +4.30,5 / 4


Sprint-Wettkampf der Damen (7,5 km)

1. Iryna Varvynets UKR 19.53,8 Minuten / 0 Fehlschüsse
2. Chloé Chevalier FRA +12,5 / 1
3. Fuyuko Tachizaki JPN +15,5 / 0
4. Victoria Slivko RUS +17,6 / 0
5. Karolin Horchler GER +24,6 / 0
...
9. Karin Oberhofer ITA/Feldthurns +30,8 / 1
79. Ginevra Rocchia ITA +3.31,0 / 3


Die Stimmen zum Herren-Rennen:

Andrejs Rastorgujevs (Gold):
Beim Weltcup in Antholz habe ich mich am Schießstand noch etwas schwergetan, deshalb habe ich in den letzten Tagen mein Schießen intensiv trainiert. Heute hat man gesehen, dass sich dieses Training bezahlt macht. Für Olympia ist die Goldmedaille natürlich ein großer Motivationsschub.

Alexander Loginov (Silber): Das Rennen war sehr knapp, lediglich kleine Episoden haben über Platz eins und Platz zwei entschieden. Ich richte nun den Blick nach vorne auf die Verfolgung: Dort werde ich voll angreifen – was dann rauskommt, werden wir sehen.

Krasimir Anev (Bronze): Ich will in jedem Rennen alles geben, egal ob im Weltcup oder bei der EM. Das habe ich auch heute getan und kann mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein. Als ich als Viertplatzierter in die letzte Runde gegangen bin, musste ich ordentlich kämpfen – aber dank meiner Serviceleute und meinem Team, das mich hervorragend vorbereitet hat, ist sich doch noch der dritte Platz ausgegangen.


Die Stimmen zum Damen-Rennen:

Iryna Varvynets (Gold): Nach dem Einzelwettkampf am Mittwoch war ich mit meinem Schießen gar nicht zufrieden. Heute habe ich mich am Schießstand deshalb besonders konzentriert. Zum Glück für mich sind nicht viele fehlerfrei geblieben, ansonsten hätte es wohl nicht zum Sieg gereicht.

Chloé Chevalier (Silber): Zwei Rennen, zwei Medaillen – besser hätte es für mich wirklich nicht laufen können. Beim Stehendschießen habe ich die erste Scheibe verfehlt und wurde etwas nervös, aber zum Glück ist es bei diesem einen Fehler geblieben.

Fuyuko Tachizaki (Bronze): Mit dieser Medaille hat sich ein großer Traum erfüllt. Eigentlich habe ich den Fokus meiner Saison auf Olympia gelegt und bin „nur“ zur Vorbereitung darauf hier in Ridnaun, aber mit diesem Resultat habe alles bisher Geleistete übertroffen. Am Ende des Rennens habe ich in der Loipe nicht nur gekämpft, sondern bereits von einer Medaille geträumt. Nun bin ich im siebten Himmel.



Biathlon-EM in Ridnaun – 22. bis 28. Jänner 2018

Wettkampfprogramm:

Samstag, 27. Jänner: Verfolgung Männer (13.00), Verfolgung Frauen (15.00)
Sonntag, 28. Jänner: Single-Mixed-Staffel (13.00), Mixed-Staffel (15.00)

Autor: sportnews

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