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Dorothea Wierer stellte sich den Fragen der Journalisten. © det

Dorothea Wierer: „Das Herz hat entschieden“

Man hat das Gefühl: Dorothea Wierer freut sich richtig auf die neue Saison, die Ende November losgehen wird. Im Vorfeld ist SportNews bei der 32-jährigen Biathlon-Queen auf Stimmenfang gegangen – und hat dabei nicht nur über Sportliches gesprochen.

Von:
Thomas Debelyak

Der Glamourfaktor war enorm. Auf dem Laufsteg im Armani Silos – einem Modekunstmuseum inmitten von Mailand, das dem Armani-Stil gewidmet ist – fand sich am Montag das Who-is-Who des italienischen Wintersports ein. Passender hätte die Location für Dorothea Wierer also nicht sein können: Sie ist ja schon seit Jahren eine, wenn nicht die glamouröseste Biathletin der Welt. Vom Erfolg ganz zu schweigen.


Auch „Doro“ stand am Montag auf dem Laufsteg. Allerdings nicht, um für eine Modenschau zu posieren, sondern um den Journalisten und Journalistinnen Auskunft zu geben. An jenem Tag wurden nämlich Italiens Wintersportler der Presse präsentiert – und das in den beachtlichen Gemäuern des neuen Ausrüsters Armani. Dass nur wenige Kilometer entfernt ein Rechtsstreit um diesen Ausrüstervertrag tobt, das tat der Stimmung keinen Abbruch. Und Doros Lächeln ebenfalls nicht. Wie immer stellte sich Italiens erfolgreichste Biathletin professionell den Scharen an Journalisten und Journalistinnen, um ausführlich auf jedwede Frage zu antworten.

Die Motivation ist noch da

Eine Antwort musste Wierer dabei besonders oft wiederholen: Warum sie denn nun doch weitergemacht hat? „Das Herz hat entschieden“, sagt die Niederrasnerin beinahe poetisch. „Die letzte Saison hat mir gezeigt, dass die Motivation noch da ist. Ob ich noch gewinnen kann, weiß ich nicht, aber um Podiumsplätze will ich absolut noch kämpfen.“ Im Biathlon sei es immer schwierig, Prognosen zu erstellen. „Denn jedes Jahr gibt es andere Favoritinnen. Manchmal ist eine Top-Athletin weg, manchmal schießt ein neuer Star aus dem Boden heraus. Ich werde jedenfalls das Maximum geben.“
„Du musst auch Rennen bestreiten, wenn du halb krank bist, sonst wird's schwierig.“ Dorothea Wierer

Wierer will also wieder angreifen. Auch wenn sie betont, dass keine einfache Saison wartet. Das hat auch mit einer Regeländerung zu tun. „Es gibt keine Streichergebnisse mehr“, weiß die 32-Jährige. „Das heißt, du musst auch zu Rennen antreten, wenn du halb krank bist, sonst wird es schwierig.“

Gesamtweltcup außer Reichweite – oder?

Trotzdem möchte Wierer auch in diesem Jahr wieder „bei den Besten mitmischen“. Eine Favoritenrolle – sofern es diese gibt – schiebt sie schnell beiseite. „Wir müssen realistisch sein: Einen Gesamtweltcup zu gewinnen, wird ganz schwierig. So wie die letzten beiden Jahre gelaufen sind (Platz 5 und Platz 9, Anm. d. Red.) denke ich erst gar nicht darüber nach, weil er außer Reichweite ist.“ Typisch Doro, kommt jedoch ein „Aber“: „Vielleicht ändern sich die Dinge ja schnell.“

Wierer will wieder angreifen. © ANSA / KIMMO BRANDT


Eine Sache ist im Leben der Dorothea Wierer aber fix. Ihr neues Eigenheim in Cavalese ist fertiggestellt. „Endlich“, schnauft die Biathletin durch und fügt mit ihrem Lächeln an: „Ich konnte nicht mehr. Bezeichnend dafür: Nach dem Umzug wurde ich krank.“ Somit liegt der Fokus von „Doro“ nun wieder voll und ganz auf Biathlon. Das erste Rennen steigt am 30. November in Kontiolahti.

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