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Lukas Hofer (links) und Dorothea Wierer hatten in der Single-Mixed-Staffel eine Medaille vor Augen. © APA/afp / JOE KLAMAR

Kein Grund zum Trübsal blasen

Erstmals seit 9 Jahren holte Italiens Biathlon-Nationalteam bei einem Großereignis keine Medaille. Deswegen gibt es jedoch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Eine Analyse.

Bei der WM auf der Pokljuka wurde wieder einmal ersichtlich, dass das Leistungsniveau im Biathlon (sowohl bei den Damen als auch bei den Herren) derzeit extrem hoch ist. Wenn man in einem Einzelrennen ganz vorne mitmischen will, darf man sich eigentlich keine Fehlschüsse erlauben. Dennoch wäre für Italien mehr drin gewesen.



Mit den überragenden Norwegern, die bei den Titelkämpfen auf der slowenischen Hochebene nahezu alles abräumten, braucht sich Italien selbstverständlich nicht zu vergleichen. Doch es war schon ernüchternd, als Lisa Vittozzi am Sonntag in der Schlussrunde des Massenstarts von Ingrid Landmark Tandrevold, Tiril Eckhoff und Marte Olsbu Røiseland stehen gelassen wurde. Dabei hatte man nach dem letzten Schießen noch mit einer italienischen Medaille geliebäugelt. Die Power, die die 3 Norwegerinnen auf der letzten Runde noch hatten, war schon beeindruckend. Wobei das Team von Patrick Oberegger höchstwahrscheinlich auch auf das bestmögliche Material zurückgreifen kann.

Tiril Eckhoff holte (genauso wie Sturla Holm Lægreid bei den Herren) 4 Goldmedaillen. © APA/afp / ANZE KACIN

Aus Südtiroler Sicht war das Abschneiden in der Single-Mixed-Staffel extrem ärgerlich. Dorothea Wierer und Lukas Hofer lieferten bis zum letzten Schießen einen extrem starken Wettkampf ab. Ausgerechnet Wierer, die normalerweise am Schießstand eine Bank ist, flatterten dann beim letzten Schuss etwas die Nerven. Deshalb fiel das heimische Duo – in einem extrem hochklassigen Rennen - auf Rang 5 zurück.
In der Herren-Staffel wäre mehr drin gewesen
Anders sah die Gesamtlage bei der Herren-Staffel am Samstag aus. Nationen wie Frankreich oder Schweden hatten an diesem Tag ihre Probleme. Eine Medaille wäre für die Azzurri, die sich in der Loipe stark präsentierten, sicherlich im Bereich des Möglichen gewesen. Nach gut der Hälfte des Wettkampfs war Italien auf Rang 2 gelegen, doch dann mussten sowohl Tommaso Giacomel als auch Dominik Windisch in die Strafrunde. Am Ende landete Italien trotzdem noch auf Rang 6, obwohl niemand aus dem Spitzenfeld annähernd so viele Fehlschüsse zu verzeichnen hatte. Mit Blick auf die Damen-Staffel wurde hingegen einmal mehr ersichtlich, dass den Azzurre derzeit weitere Top-Athletinnen – hinter Wierer und Vittozzi – fehlen.

Lukas Hofer kann in der Loipe mit den Besten mithalten. © APA/afp / JOE KLAMAR

Die Medaille war für die Azzurri bei dieser WM öfters zum Greifen nahe. So auch für Lukas Hofer am Sonntag im Massenstart. Doch der Montaler, der in der Loipe zu den Stärksten im Biathlon-Zirkus zählt, leistete sich – wieder einmal – einen Fehler zu viel, um am Ende ganz vorne mitzumischen. Einen Top-3-Platz (Hofer stand zuletzt im März 2019 am Podest) hätte er sich in dieser Saison längst verdient. Trotzdem ist Hofer die Konstanz in Person und landet regelmäßig in den Top-15.

Genauso wie Wierer bei den Damen, auch wenn die zweimalige Gesamtweltcupsiegerin nicht die Form der Vorjahre hat. Immerhin konnte die Niederrasnerin auf der Pokljuka im Einzel den Sieg in der Disziplinenwertung (gemeinsam mit Lisa Theresa Hauser) eintüten. Wierer zeigte ihren besten Wettkampf bei dieser WM aber in der Verfolgung, als sie nach einer fulminanten Aufholjagd (von Platz 20 auf Rang 4) eine Medaille nur knapp verpasste.
Kurze Verschnaufspause für Wierer & Co.
Das Wettkampfglück hatten die Azzurri auf der Pokljuka sicherlich nicht auf ihrer Seite. Dieser Aspekt sollte aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass es mit Blick auf Olympia 2022 in Peking einiges zu tun gibt. Im Weltcup geht es für die Biathleten am 4. März im tschechischen Nove Mesto weiter.

Autor: dl

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