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Laura Dahlmeier schaffte in Antholz 7 Mal den Sprung aufs Weltcuppodium © AFP / MARCO BERTORELLO

Olympia 2022 in Antholz? Dahlmeier hätte weitergemacht

Knapp ein Jahr nach ihrem Karriereende verrät Deutschlands ehemaliger Biathlon-Superstar einige der Beweggründe für ihr frühes Aus.

Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier hätte sich aus einem Grund
vielleicht doch noch für eine Fortsetzung ihrer Biathlon-Karriere entschieden. Das wäre der Fall gewesen, wenn die Olympischen Winterspiele 2022 nicht in Peking, sondern in einer wintersportbegeisterten Region stattgefunden hätten – wie etwa Anholz, das 2026 bei der Olympia-Ausrichtung von Mailand und Cortina die Biathlonveranstaltungen beheimaten wird. „In Cortina oder bei uns in der Alpenregion, dann hätte ich mir das sicherlich noch mal genauer überlegt. Es hätte die Entscheidung deutlich schwerer gemacht“, sagte die 26-Jährige, die wie einst Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner nie einen Hehl aus ihrer Kritik an Olympia machte.

„Olympia ist anders, als man es sich vorstellt. Irgendwie unecht.“
Laura Dahlmeier
Vor einem Jahr, am 17. Mai 2019, hatte die siebenmalige Weltmeisterin mit nur 25 Jahren ihren Rücktritt bekannt gegeben. „Ich würde es nicht nur darauf schieben, aber es beeinflusst eine Entscheidung dann doch“, meinte sie. Natürlich gab es auch noch viele andere Gründe für das frühe Karriereende. Doch irgendwie scheinen die großen Damen im deutschen Biathlon mit Olympia nicht glücklich geworden zu sein.
Denn genau wie Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner hat sich auch Laura Dahlmeier bei Olympia einen Kindheitstraum erfüllt und zweimal Gold gewonnen, aber auch viele negative Erinnerungen gesammelt.

Dahlmeier sagt: „Olympia ist das Größte, wenn man es von außen betrachtet. Ich habe immer diesen Traum gehabt, und ich bin extrem dankbar, dass es geklappt hat. Aber Olympia ist ganz anders, als man es sich vorstellt. Irgendwie so unecht.“
Dahlmeier studiert jetzt in München
Überraschend schnell hatte Dahlmeier im vergangenen Winter beim ZDF angeheuert und war zur TV-Kollegin von ARD-Expertin Neuner geworden. Ein Jahr nach ihrem Karriereende arbeitet Dahlmeier in Zeiten der Corona-Krise im Homeoffice für ihr Sportstudium, der Leistungssport spielt keine Rolle mehr: „Jetzt habe ich keinen Druck mehr – und genieße das gerade extrem“, sagt sie. Gerade jetzt in Corona-Zeiten ist ihre Heimat Garmisch-Partenkirchen das „Paradies“. Joggen im Wald, raus in die Berge. „Wenn ich jetzt die ganze Zeit in meiner kleinen Studentenbude in München gewesen wäre, wäre die Zeit um einiges härter gewesen“, gibt Deutschlands „Sportlerin des Jahres“ von 2017 zu.

Sie weiß, dass der Sport weiter ihr Leben bestimmen wird. Und sie vertraut darauf, dass sich das Richtige zur richtigen Zeit ergibt. Vielleicht als erste deutsche Bundestrainerin? „Nein, nein. Ich kann ausschließen, dass ich sofort als Trainerin im Biathlon-Zirkus einsteige“, sagt Dahlmeier lachend: „Aber wie heißt es so schön: Sag niemals nie.“

Autor: fop/dpa

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