e Biathlon

In Obertilliach waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt, wie diese besonderen Zuschauer beweisen.

Randtreffer aus Obertilliach: Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Luis Mahlknecht kennt die Welt des Biathlons wie seine eigene Westentasche. Der Sportjournalist aus St. Ulrich gilt als ausgewiesener Experte der Szene, der außerdem schon seit über einem Jahrzehnt als Stadionsprecher bei diversen Wintersport-Events rund um den Globus tätig ist. In den vergangenen Tagen berichtete er für SportNews von der Junioren-Weltmeisterschaft in Obertilliach. Hier zieht er ein persönliches Resümee.

Luis Mahlknecht fungiert nicht nur in Anholz als Stadionsprecher, sondern zuletzt auch in Obertilliach. © SN


Meine 25. Junioren-Weltmeisterschaft der Biathleten als begeisterter Reporter und diesmal auch als Platzsprecher war für die Vertretung des italienischen Wintersportverbandes wohl die erfolgreichste. Zehn Medaillen sammelten die Schützlinge von Mirco Romanin, und besonders erfreulich war, dass dazu auch drei „Antholzer Gitschn“ wesentlich dazu beigetragen haben: Linda Zingerle, Rebecca Passler und Hannah Auchentaller. Aber auch David Zingerle konnte durch seine Laufstärke überzeugen, verschoss aber am Schießstand zu oft.

Neuer Teamspirit bei den Azzurri
Insgesamt herrscht im Team eine wunderbare Einigkeit, man hält zusammen wie Pech und Schwefel. Es ist den Trainern gelungen, eine große „Familie“ zu einen, wo man sich gegenseitig anspornt, ermutigt oder eben auch tröstet, wenn es sein muss. Dazu passt auch – gerade heute zum Tag der Frau – die „weibliche Note“, die die Trainerinnen Samantha Plafoni und Aline Noro ins Team gebracht haben. Eine etwas differenzierte Sichtweise, die allen gut tut.

Rebecca Passler (r.) trug zur überragenden Medaillenausbeute bei. © EXPA/ Lukas Huter

Gold verdienen auch die Organisatoren in Obertilliach. Sie haben in der Pandemie mit Geschick und Einfühlungsvermögen ihr Sicherheitskonzept durchgezogen, dadurch tolle und vom ersten bis zum letzten Augenblick spannende Wettkämpfe ermöglicht. Ein gut eingespieltes Organisationsteam, stets freundliche Feuerwehrleute an den Zugangskontrollen, Hilfsbereitschaft und eine schmackhafte Verköstigung für Mitarbeiter kennzeichneten die zehn Tage in Osttirol. Und als besonderes I-Tüpfelchen hat man anstelle der fehlenden Zuschauer mit den Volksschul-Kindern Holzgestelle „eingekleidet“ und am Streckenrand aufgestellt, so dass das Ganze fast wie echt und „ganz normal“ aussehen konnte.
Frankreich vor einer großen Zukunft
Gewinner der Junioren-WM waren sicherlich die Franzosen mit dem überragenden Emilien Claude. Oder mit Camille Bened, die sich nicht nur als Juniorenweltmeisterin im Einzelwettkampf kürte, sondern zum vierten Mal in Folge (!) in der siegreichen französischen Juniorinnenstaffel mitlief. Die Kehrseite der Medaille waren dazu allerdings die enttäuschenden Leistungen großer Nationen wie Deutschland, Norwegen (hatten allerdings in der Jugendklasse keine Biathleten aufgeboten) und vor allem der russischen Damen, die in Obertilliach komplett leer ausgingen. Besonders die Schießleistungen der Russen (bis auf den dreifachen Weltmeister Denis Irodov) waren mitunter haarsträubend.

Es war aber auch die WM der kleinen und großen Überraschungen, der kleinen und stillen Freuden. So die Entdeckung des slowenischen Biathlon-Flohs Lena Repinc, die im Training mit dem Tour-de-France-Triumphator Tadej Pogacar gemeinsame Sache macht, so der erstmalige Staffelerfolg einer polnischen Jugendstaffel, so das stets freundliche Lächeln dar Athletinnen aus Kasachstan, so der geduldig für Selfies posierende Simon Fourcade, so die Wunderkerzen auf dem Kuchen in der „französischen Stube“ beim „Unterwöger“ und so die stets passenden Musikeinspielungen des DJ Max Engelmaier.

Autor: luis mahlknecht

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