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Lukas Hofer und Co. starten in eine Saison mit vielen Fragezeichen. © APA/afp / MICHAL CIZEK

So wollen die Biathleten die Corona-Saison meistern

Corona und kein Ende. Weiter strenge Hygieneregeln, auch nicht überall sind wie erhofft die Biathlon-Fans wieder dabei. Dann kommt im Februar 2022 Olympia in Peking, mitsamt einer noch unbekannten Anlage. Dennoch freuen sich die Skijäger auf den Saisonstart am Samstag.

Im Vorfeld des Weltcup-Openings im schwedischen Östersund beantworten wir jene Fragen, die den Biathlonfans weltweit unter den Nägeln brennen.



Wie sieht der Weltcup-Winter der Biathleten aus?

Nachdem im Vorjahr coronabedingt wegen Reisereduzierung Stationen in Schweden, Frankreich und Ruhpolding ebenso gestrichen wurden wie der Olympia-Test in Peking, läuft es diese Saison mit neun Weltcup-Stationen, darunter traditionell Mitte Januar Antholz, wieder normal. Neu ist das estnische Otepää. Höhepunkt sind die olympischen Rennen in China vom 5. bis 19. Februar.


Was ist sportlich für die heimischen Athleten drin?

Das große Zugpferd in Italiens Biathlon-Auswahl ist weiterhin Dorothea Wierer. Nachdem sie im Vorjahr die Top-3 im Gesamtweltcup verpasst hat, will sie den Skandinavierinnen ganz vorne wieder Paroli bieten. Ihr Fokus gilt aber ihren letzten Olympischen Spielen, bei denen sie endlich das ersehnte Gold einfahren will. Bei den Männern ist Lukas Hofer die große Lichtgestalt. Er wird versuchen, zu den dauerhaften Sieganwärtern aufzusteigen. Spannend ist darüber hinaus, wie sich die talentierte Rebecca Passler in ihrer ersten Weltcupsaison schlagen wird ( hier geht's zum Überblick des italienischen Kaders).


Wer sind die Favoriten?

Favoritinnen sind wieder Tiril Eckhoff, die Gesamtweltcupsiegerin der Vorsaison, und Marte Olsbu Röiseland aus Norwegen. Bei den Männern geht ihr Landsmann Johannes Thingnes Bö auf die Jagd nach seiner vierten großen Kristallkugel in Serie. Mal sehen, ob sein Teamkollege Sturla Holm Lægreid ihm wieder so einen großen Kampf liefert wie zuletzt. Auch die Franzosen dürften wieder vorne mitmischen. Die Spitze wird auch in diesem Winter wieder sehr dicht zusammen sein.

Johannes Thingnes Bö geht als Kugel-Verteidiger und großer Favorit in den Winter. © APA/afp / ANDERS WIKLUND


Sind nach den Geisterrennen der Vorsaison wieder Fans dabei?

Beim Saisonstart an diesem Samstag im schwedischen Östersund wird mit 3000 Zuschauern pro Tag, am Wochenende mit bis zu 5000, gerechnet. Restriktionen für Fans wie 2G oder 3G gibt es in Schweden nicht für Outdoor-Events, ebenso wenig wie eine Zuschauerlimitierung; die Arena dort fasst etwa 10.000 Menschen. Aber der zweite Weltcup in Hochfilzen muss wegen des Lockdowns in Österreich wieder ohne Fans stattfinden. In Frankreich bei den letzten Rennen dieses Jahres gilt 3G – was in dem Land auch die Akzeptanz von Antigen-Tests für Zuschauer beinhaltet. Im Januar beim Weltcup in Ruhpolding gilt 2G für die Fans, und die Tickets müssen personalisiert werden, was auch für die derzeit noch gültige 3G-Vorschrift in Antholz zutrifft. Dort wurde der Start des Einzelticketverkaufs vorsichtshalber auf 15. Dezember verschoben. In Oberhof sind hingegen keine Zuschauer erlaubt. Alles kann sich aber abhängig von der Pandemie-Entwicklung ändern.

In Östersund laufen die letzten Vorbereitungen.


Welche Regeln gibt es für die Biathleten?

Die normalen Hygieneregeln wie Abstand halten, Händewaschen usw. gelten weiter. Bei den Siegerehrungen ist wie im Vorjahr Händeschütteln nicht erlaubt, Pressekonferenzen finden erneut nur getrennt von den Journalisten statt. Masken müssen draußen nicht mehr getragen werden, innen bleiben sie Pflicht. Bei den Streichergebnissen geht es wieder zum Normalmodus auf zwei zurück, statt wie in der ersten Corona-Saison auf vier. „Eines ist ganz klar: Die Teams bzw. Athletinnen und Athleten sind durch ihr Verhalten selbst dafür verantwortlich, wie gut oder schlecht sie durch die Saison kommen“, sagte IBU-Sportdirektor Felix Bitterling.


Wie geht der Weltverband vor im zweiten Corona-Winter?

Die IBU geht von einer Impfquote von 80 Prozent aus, ggf. auch mehr. Geimpfte und Genesene haben etwas mehr Freiheiten als Ungeimpfte. Die IBU hat eine Online-Registrierungsplattform, auf der jeder Verband Informationen hinterlegen muss, ob der Sportler geimpft oder ungeimpft ist und mit welchem Impfstoff. Die dazugehörenden Dokumente müssen hochgeladen werden. Ist das nicht der Fall, kommt derjenige am Veranstaltungsort nicht ins Stadion. Zudem gibt es eine Scanning-App der IBU für die Weltcups, wo der jeweilige Status jeden Tag mehr oder weniger gescannt wird. Das betrifft in erster Linie die, die getestet werden müssen. Wenn kein aktueller PCR-Test vorliegt, kommt der Betroffene nicht rein. Ein eigenes Testlabor hat die IBU aufgrund der nun möglichen Impfungen nicht mehr, stellt aber für die Teilnehmer PCR-Testmöglichkeiten in Kooperation mit den Ausrichtern zur Verfügung.


Zahlt der Verband an die Ausrichter?

Nach den Geisterrennen in der Vorsaison beliefen sich die Mehraufwendungen wie Ausgleichszahlungen an die IBU-Event-Ausrichter und für das mobile IBU-PCR-Testlabor auf nahezu fünf Millionen Euro. Grundsätzlich habe der Weltverband seine Unterstützungsplanung für die Veranstalter bis 2026 festgelegt. Aufgrund der verbesserten Marketing- und Fernsehverträge ab 2022 sei in der jetzigen Planung eine „anständige Erhöhung der Unterstützungszahlungen“ vorgesehen. Sollten wieder Geisterrennen drohen, werde nach der Saison über einen nachträglichen Zuschuss für die betreffenden Veranstalter entschieden, sagte IBU-Sportdirektor Felix Bitterling.




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