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Seun Adigun, Ngozi Onwumere und Akuoma Omeoga vom nigerianischen Damen-Bob-Team. © APA/afp / STEFAN HEUNIS

Erstes Bob-Team aus Afrika: diese Frauen schreiben Geschichte

Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang schickt Nigeria das erste Bob-Team Afrikas ins Rennen. Noch vor einem Jahr schien die Olympia-Hoffnung der drei Athletinnen eher ein Scherz zu sein, der sich auf Crowdfunding, soziale Netzwerke und viel Hoffnung stützte. Doch inzwischen werden die Frauen als Nationalheldinnen gefeiert und von Sponsoren umworben.

„Wir nehmen teil, um den Menschen zu zeigen, was möglich ist“, erklärt die 31-jährige Pilotin Seun Adigun. „Viele Menschen hätten nicht gedacht, dass wir vier soweit kommen könnten.“ Sie hätten „schon jetzt Geschichte geschrieben“, sagte Adegun Anfang des Monats bei einer Veranstaltung in Lagos. Die in den USA lebenden Athletinnen haben sich dort auf die Wettkämpfe vorbereitet.

Die Idee, ein Bob-Team zu gründen, hatte die in den USA geborene und aufgewachsene Ex-Leichtathletin Adigun. Sie trat u.a. bei Sommer-Olympia 2012 über 100 m Hürden an. Auf der Suche nach einem neuen Sport fing sie an, sich nach den Übertragungen der Wettkämpfe der Spiele 2014 in Sotschi für den Bobsport zu interessieren. Sie schloss sich dem US-Team an. 2016 kam ihr die Idee, mit anderen Ex-Leichtathletinnen ein nigerianisches Team zu gründen. „Ich hatte wieder Olympia-Fieber.“

Ohne ein Weltcup-Start nach Pyeongchang


Die schier unglaubliche Geschichte – von einer Schnapsidee hin zum olympischen Wettkampf – ähnelt einem Disney-Märchen. Zunächst trainierte das Team mit einem von Adigun selbst zusammengezimmerten Bob aus Holz. Über eine Crowdfunding-Kampagne warben sie dann 75.000 US-Dollar ein, auch um einen nigerianischen Bob-Verband zu gründen – eine Voraussetzung für die Olympia-Teilnahme.

An einem Weltcup haben sie bisher nie teilgenommen. Beste Platzierung beim Nordamerika-Cup war zweimal Platz zwölf – bei jeweils 13 Schlitten im Ziel. Schnell wurden sie dennoch eine Mediensensation, das Interesse von Sponsoren war geweckt. „Im gleichen Jahr total neu zu sein und gleichzeitig schon historisch zu sein, ist einzigartig und eine Herausforderung“, sagte Adigun. Die Begeisterung der Nigerianer sei beeindruckend.

Und wie sieht es mit den Olympia-Zielen aus? „Was wir hier erleben, wird für immer Bestand haben. Das ist es, was wir von den Spielen mitnehmen werden – Medaille oder keine Medaille.“

Autor: cst

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