Wintersport

Das diesjährige Forum Nordicum fand in Polen statt

Forum Nordicum: Über die Zukunft des nordischen Skisports

Im polnischen Szklarska Poreba trafen sich dieses Jahr Pressevertreter aus 14 verschiedenen Nationen, um vor Beginn des Winters über den Nordischen Skisport zu debattieren. Beim „Forum Nordicum“ (einst u. a. vom legendären Pepi Aussersdorfer mit ins Leben gerufen) werden Informationen ausgetauscht, geht es um Verbesserungen der Medienarbeit bei Veranstaltungen und hat man auch den Blick auf die so genannten „neuen Medien“ gerichtet.


Von Luis Mahlknecht aus Szklarska Poreba


Da ließ es sich auch die Spitze im internationalen Skiverband FIS nicht nehmen, in Polen vor Ort zu sein, und zwar gleich mit dem Präsidenten Gianfranco Kaspar und der Generalsekretärin Sarah Lewis; auch weitere Spitzenfunktionäre des Weltverbandes waren zugegen. Kaspar hielt ein viel beachtetes Referat und blickte sorgenvoll auf so manche Entwicklung, die vor allem mit Hinblick „Olympia“ dem Willen der Skisportbegeisterten gar nicht entspricht. So sollten beispielsweise das Springen von der Großschanze oder der 50-km-Langlauf verschwinden, auch die Speed-Disziplinen im alpinen Bereich seien in Gefahr. Auch äußerte der Schweizer Bedenken, dass derzeit Olympische Spiele fast ausschließlich nach Asien vergeben werden (2018 Südkorea, 2020 Japan, 2022 China). „Der Gigantismus von Sochi hat andere Veranstalter irgendwie gelähmt, aber ich denke, dass es sicher auch möglich ist, die Spiele in einfacherer Form zu organisieren“, meinte Kaspar, der Europäer ermutigen möchte, sich für die große Sportveranstaltung („mit Kopf und mit Herz gemacht“) zu bewerben.

Neben einer gediegenen Information über künftige Startregelungen beim Langlauf-Einzelstart und einem Überblick über die TV-Quoten der einzelnen Disziplinen (im FIS-Bereich liegt da das Skispringen noch vor dem Alpinskisport an erster Stelle) gab es Gelegenheit zu Fragen, was die vielen Pressevertreter auch weidlich ausnutzten.

Das war in Sachen Biathlon dann leider nicht möglich. Die IBU (Internationale Biathlon Union) hatte wissen lassen, dass man sich vom Forum Nordicum zurückziehen möchte, zumal man in Kommunikationssachen eine andere Strategie verfolge. Dies empfanden sämtliche Teilnehmer am Forum in Polen als Affront und auch als geringe Wertschätzung der Medienarbeit, der ja eigentlich der Biathlonsport (und mit ihm die IBU) die große Popularität verdankt.

So präsentierten sich in Szklarska Poreba einzelne Veranstalter (u. a. der WM-Ausrichter Oslo, der sensationellerweise recht „vernünftige“ Preise versprach), die bei den Pressevertretern aufgekommene Fragen an die IBU (davon gibt es in Bezug auf Medienarbeit doch einige) blieben indes unbeantwortet. Es war dies ein bitterer Wermutstropfen in einer sonst interessanten und sehr gut organisierten Tagung.

Autor: sportnews

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