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Laut Schröcksnadel wusste der ÖSV von nichts. © APA / BARBARA GINDL

Die Folgen der Doping-Razzia: Österreich attackiert Deutschland

Österreichs Skiverbandspräsident versucht, den Dopingskandal bei der Nordischen Ski-WM vornehmlich dem großen Nachbarn in die Schuhe zu schieben. Der deutsche Spitzensport betont hingegen, dass bislang keiner seiner Athleten betroffen ist.

Österreich gegen Deutschland, Schröcksnadel gegen Hörmann – die Diskussion um die Folgen der Doping-Razzia bei der Nordischen Ski-WM ist auch ein verbales Fernduell zwischen dem Präsidenten des Österreichischen Skiverbandes und dem ersten Mann des Deutschen Olympischen Sportbundes. Peter Schröcksnadel bekräftigte seinen Vorwurf, dass deutsche Athleten in den Fall verwickelt sind, der sich um den Erfurter Sportmediziner Mark S. rankt.

Alfons Hörmann hatte zuvor in einer umfassenden schriftlichen Erklärung betont, „dass keine deutschen Sportlerinnen und Sportler von der Razzia betroffen waren“. Im TV-Sender MDR formulierte er vorsichtig, dass „Stand heute“ keine deutschen Athleten in den Fall verwickelt seien. Lars Mortsiefer, Vorstand der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), unterstrich, dass es „im Moment“ keine Anhaltspunkte dafür gebe.

ÖSV-Boss teilt aus

Schröcksnadel sagte nun im Interview der „Bild“-Zeitung: „Mir hat das ein Ermittler gesagt, dass auch deutsche Sportler betroffen seien. Und dass der Fall eine internationale Geschichte ist.“ Und weiter: „Entscheidend finde ich, dass sich die Betrüger Hilfe von außen, aus Deutschland, holen mussten, um ihren Betrug durchzuführen.“ Für ihn sei das ein Beweis, dass sein Verband sauber arbeite.

Eine große Dopingaffäre mit deutschen Athleten im Mittelpunkt würde den deutschen Sport gerade jetzt besonders treffen. Das Bundesinnenministerium entwickelt derzeit eine Strategie, um mit einer Reihe von Großveranstaltungen die Sportbegeisterung zu steigern und eine Olympia-Bewerbung vorzubereiten. Nordrhein-Westfalen wirbt intensiv für Spiele 2032, in Berlin wird über 2036 diskutiert. Die nächsten Weltmeisterschaften im jetzt betroffenen Nordischen Skisport finden 2021 in Oberstdorf statt, und Oberhof richtet 2023 die WM im Biathlon aus.

DOSB weist Schuld von sich

Hörmann betonte, dass gemäß den Aussagen des Deutschen Skiverbandes keiner seiner Athletinnen und Athleten in Kontakt mit Mark S. stand: „Bei den Festnahmen von deutschen Personen handelt es sich ausschließlich um den Arzt und weitere involvierte Hintermänner.“

Neue Erkenntnisse im Doping-Kampf

Der aktuelle Doping-Skandal hat möglicherweise Auswirkungen auf die Kontrollsysteme der NADA. In Bezug auf Blutdoping sei man bislang davon ausgegangen, „dass es etwas Längerfristiges ist, was einige Tage vor dem Wettkampf angewendet wird, um die Ausdauerleistung zu steigern“, sagte Mortsiefer der Deutschen Presse-Agentur. „Unmittelbar vor dem Wettkampf, unter widrigsten Bedingungen, ist das wegen möglicher Infektionen ja natürlich auch risikobehaftet. Und so ein Blutbeutel transportiert sich ja nicht ohne Weiteres.“

Autor: dpa

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