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Dominik Fischnaller im SportNews-Interview.

Dominik Fischnaller: „Rodeln ist mein Hobby, kein Beruf“

Dominik Fischnaller ist Südtirols bester Rodler und der große Hoffnungsträger in Italiens Nationalmannschaft. Mit 26 Jahren stehen ihm bereits fünf Einzel-Weltcupsiege und zwei WM-Medaillen zu Buche. Wir haben den Ausnahmekönner aus Meransen in Brixen getroffen und mit ihm über die bevorstehende WM-Saison, das Fernziel Olympia 2026 und den Alltag eines Profi-Rodlers gesprochen.


Dominik Fischnaller, wie verläuft die Vorbereitung auf die Weltcupsaison?

„Ich musste zwar vergangene Woche wegen einer starken Erkältung aussetzen, doch ansonsten verläuft alles nach Plan. Wir haben sehr viel Athletiktraining absolviert, waren aber auch schon mehrere Wochen auf Eis. Jetzt habe ich noch ein paar Monate Zeit, um meine absolute Bestform zu erreichen.“


In der vergangenen Saison blieb Ihnen ein Sieg verwehrt. Nagt das noch an einem?

„Nein, das ist abgehakt. Die Saison war einigermaßen okay. Ich habe zwar drei Podestplätze eingefahren, bin aber auch häufig auf den Plätzen sieben bis zehn gelandet. Mein Ziel für den nächsten Winter muss es sein, diese Positionen zu vermeiden und mich konstant in den Top-6 anzusiedeln.“

Dominik Fischnaller raste vergangene Saison an einem Sieg vorbei, landete aber mehrfach am Podium. © Sobe Hermann


Was fehlt Ihnen, um in jedem Rennen um den Sieg mitzufahren?

„Ein Eiskanal (lacht). Im Ernst: Da es in Italien keine Bahn gibt, haben wir ein riesengroßes Handicap. Andere Nationen können viel mehr testen und haben dadurch einen großen Materialvorteil. Wenn man bedenkt, dass Deutschland allein für Trainingszwecke vier Bahnen zur Verfügung stehen, ist das ein enormer Unterschied. Mit Olympia 2026 dürfte sich dieses Problem aber endlich lösen.“

„Auf Olympia 2026 werde ich die nächsten sieben Jahre hinarbeiten“

Apropos Olympia 2026: Sie werden dann 33 Jahre alt sein.

„Wenn ich gesund bleibe, ist das sicherlich eine ganz große Sache, die ich in vollen Zügen genießen will. Für jeden Sportler ist eine Heim-Olympiade das Größte. Auf dieses Fernziel werde ich die nächsten sieben Jahre hinarbeiten.“


Ein unmittelbares Ziel dürfte dagegen die Weltmeisterschaft kommenden Winter in Sotschi sein, oder?

„Genau. Russland taugt mir richtig gut. Die Bahn passt zu mir, die Anlage ist sehr schön und auch die Menschen dort sind sehr freundlich. Bei der WM zählt das alles nichts, dort geht es einzig und allein um Medaillen. Das muss auch mein Anspruch sein.“

„Ich kann mich nicht mit Armin Zöggeler vergleichen“

Einer der unzählige WM-Medaillen eingefahren hat, ist Armin Zöggeler. Stört Sie der ständige Vergleich mit ihm?

„Nein, das ist für mich kein besonderer Druck. Seine Erfolge sind gewaltig und unerreichbar. Deshalb kann ich mich mit Armin nicht vergleichen. Wenn ich Weltmeister werden will, dann nicht weil es Armin in Vergangenheit war, sondern einzig und allein, weil ich meine eigenen Träume verwirklichen will.“


Im nachfolgenden Video gewährt Dominik Fischnaller Einblicke in das Leben eines Profi-Rodlers und verrät bei welchen Konkurrenten er sich etwas abschaut.




Fragen: Alexander Foppa

Autor: fop

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