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Der Sturz von Emanuele Buzzi im Ziel © APA/afp / FABRICE COFFRINI

Die SportNews-Skikanone: Das Kreuz mit dem Kreuzband

In der griechischen Mythologie gibt es die Sagenfigur Achilleus, der Held war beinahe unverwundbar, seine einzige Schwachstelle war die Ferse. Daraus ist der Begriff Achillesferse entstanden, als Metapher für eine verwundbare Stelle.

Die Achillesferse der Ski-Asse ist eindeutig das Kreuzband. Die Kreuzbänder kreuzen sich im Zentrum des Kniegelenks, deswegen der Name. Gemeinsam mit dem Außen- und Innenband sorgen die Kreuzbänder für die Stabilisierung des Kniegelenks bei jeder Bewegung. Dann aber kommt das zweite Newtonsche Gesetz zur Anwendung und schon nimmt das Unheil seinen Lauf: Durch die hohe Geschwindigkeit beim Skifahren ist die Kraft, die auf den Skifahrer nach einem Sprung oder am Ende einer Kurve einwirkt, extrem groß. Ist die Kraft, die am Band zieht, stärker als das Band, gibt es einen astreinen Kreuzbandriss, frei nach dem Motto „Der Klügere gibt nach“.

Die Liste der gerissenen Kreuzbänder ist am vergangenen Wochenende wieder einmal länger geworden: Am Freitag erwischte es Marco Schwarz, am Samstag Ilka Stuhec . Beide zählen zu den besten Skifahrern der Welt, Schwarz holte bei der WM in Åre 3 Medaillen, Stuhec kürte sich zur Abfahrtsweltmeisterin. Allein bei den Herren gab es in diesem Winter bislang 17 Verletzte.

Wenige Sekunden später der fatale Sturz von Ilka Stuhec © APA/afp / FABRICE COFFRINI


Hier eine unvollständige Übersicht:

Beim Abfahrtsklassiker in Kitzbühel zog sich Max Franz (AUT) einen Fersenbruch zu, ausgelöst durch einen harten Schlag aber ohne Sturz. Für den 29-Jährige war die Saison vorbei.

Federica Sosio: Die 24-Jährige stürzte bei der Abfahrt in Garmisch so schwer, dass sie mit dem Hubschrauber abtransportiert werden musste. Diagnose im Krankenhaus: Schien- und Wadenbeinbruch.

Abfahrts-Hoffnung Emanuele Buzzi (Sappada/Plodn) kam in Wengen beim Abbremsen im Ziel zu Sturz, Diaganose: Schienbeinkopf-Fraktur und Kreuzbandverletzung im rechten Knie – Saison vorbei.

Hiier verletzt sich Emanuele Buzzi © APA/afp / FABRICE COFFRINI


Cornelia Hütter (AUT) zog sich Ende Jänner bei der Abfahrt in Garmisch einen Innenbandeinriss und einen Muskelfaserriss zu, die Speedspezialistin will diese Woche erneut auf Ski zurück.

Mitte Jänner hat sich die Österreicherin Anna Veith einen Kreuzbandriss im Knie zugezogen – wieder einmal, muss angemerkt werden. Die 29-Jährige erwischte es Mitte Jänner beim Riesenslalom-Training in Pozza di Fassa.

Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen krachte Ende November bei der Abfahrt in Beaver Creek in die Fangnetze, der Deutsche riss sich die Kreuzbänder im linken Knie.

Thomas Dreßen im Fangnetz © APA/getty / TOM PENNINGTON


Der Österreicher Daniel Hemetsberger hat sich bei seinem schweren Sturz beim Super-G in Bormio Ende 2018 das vordere Kreuzband, das Innenband und den Meniskus im linken Knie gerissen.

Die Norwegerin Nina Haver-Loeseth hatte beim Slalom am Semmering im ersten Lauf fünf Tore vor dem Ziel an einer Torstange eingefädelt, mit schmerzhaften Folgen für die zweifache Weltcupsiegerin: Fraktur des Schienbeins und des Meniskus.

Bereits beim ersten Speedrennen der Saison erwischte es den Kanadier Manuel Osborne-Paradis, er zog sich in Lake Louise einen Schien- und Wadenbeinbruch zu.

In der Saisonvorbereitung verletzten sich Hanna Schnarf und Sofia Goggia. Während Schnarf nach einem Schien- und Wadenbeinbruch an ihrem Comeback arbeitet, steht Goggia nach der Verletzung im Sprunggelenk wieder am Podium: In Are wurde sie Vize-Weltmeisterin im Super-G, bei der Abfahrt in Crans-Montana am Wochenende feierte sie ihren ersten Weltcupsieg nach dem Comeback.


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Die SportNews - Skikanone begleitet Sie als regelmäßige Rubrik durch den WM-Winter 2018/19.

Autor: zor

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