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Peter Fill beim Abfahrts-Training in Kitzbühel (Foto afp)

Fill: „Angst vor dem Abfahrts-Tod? So etwas musst du ausblenden“

Am Samstag steht in Kitzbühel das wohl größte Ski-Highlight des Jahres an: Dann werden die Abfahrts-Asse auf der legendären Streif um die goldene Gams kämpfen.

Das Hahnenkamm-Rennen gilt nicht nur als das prestigeträchtigste im Ski-Weltcup, sondern auch als das gefährlichste. Das bezeugt allein die Tatsache, dass die Streif in all den Jahren auch die hartgesottensten und talentiertesten Ski-Asse immer wieder Mal abgeworfen hat. Das Thema Sicherheit wird deshalb immer groß geschrieben – heuer vielleicht noch um einen Tick mehr. Im Hinterkopf vieler schwebt nämlich immer noch der tragische Tod des Franzosen David Poisson, der im November in Kanada bei einer Trainingsfahrt gestürzt ist und sein Leben verloren hat.

In einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung hat sich nun Peter Fill, der die Streif-Abfahrt 2016 gewonnen hat, über diesen Vorfall geäußert: „Für mich war es in dem Moment brutal schwierig, als der tödliche Unfall von David Poisson passiert ist.“ Ob die Angst also immer mitfährt? „Du darfst so etwas nicht in deinen Kopf lassen. Wenn wir auf der Strecke sind, egal wo, ist viel Sicherheit gegeben. Aber es ist kein sicherer Sport. Bei Poisson hat viel zusammengespielt. Aber das müssen wir ausblenden – sonst können wir nicht mehr fahren.“


„Ihr müsst uns den Kampf ansagen“

Im Interview, das zusammen mit Dominik Paris geführt wurde, kamen aber auch andere Themen zur Sprache – beispielsweise Fill’s Leben als zweifacher Familienvater, das er mit einem Schmunzler kommentierte: „Meine große Angst war immer, dass ich nicht mehr Rennen fahren kann, wenn ich Vater werde. Dass ich mich nicht mehr traue, Vollgas zu geben. Aber seit ich eine Familie und ein Haus habe, bin ich auch im Flachen richtig gut.“ Kollege Paris, der am Samstag als Titelverteidiger in die Kitz-Abfahrt geht, hatte auf die Frage, warum die Südtiroler auf der Streif so stark sind, eine simple wie passende Antwort parat: „Keine Ahnung. Wenn dir etwas liegt, dann geht es etwas leichter von der Hand.“

Abschließend noch die Frage des Redakteurs, ob die beiden den Österreichern auch heuer den Kampf ansagen werden – die Antwort? „Nein, ihr müsst uns den Kampf ansagen.“

Das komplette Interview gibt's hier.


SN/td

Autor: sportnews