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Schwer enttäuscht: Christof Innerhofer verpasste beim Super-G in Bormio sogar die Punkteränge. © Pentaphoto (2)

Innerhofer frustriert: „So schlecht wie noch nie“

Die Unzufriedenheit war Dominik Paris nach Platz 18 beim Super-G in Bormio ins Gesicht geschrieben. Vor allem der große Zeitrückstand wurmt den Ultner, der für die Abfahrt am Mittwoch auf Besserung hofft. Christof Innerhofer, der die Punkteränge verpasste, klang hingegen resigniert. Der Gaiser spricht von einem „Desaster“.

An Sensationssieger Ryan Cochran-Siegle gab es am Dienstag kein Vorbeikommen. Der US-Amerikaner dominierte den Super-G auf der Stelvio und ließ die Konkurrenz blass aussehen. Nur Vincent Kriechmayr (2.) und Adrian Sejersted (3.) blieben unter einer Sekunde Rückstand. Der Rest der Welt schaute im Zielraum meist verdutzt – und mit einer satten Packung an Zeitrückstand auf dem Konto – auf die große Anzeigetafel.

„Es fehlt mir die Selbstverständlichkeit und das Selbstvertrauen.“
Dominik Paris

Dominik Paris (18.) verlor über zwei Sekunden auf den Sieger, war damit aber immer noch bester Azzurro. Zufrieden war das Ultner Kraftpaket damit freilich nicht, wie er im ORF-Interview preisgab: „Es fehlt mir noch die Selbstverständlichkeit, es läuft nicht so wie gewohnt. Wenn man am Limit ist und pusht, dann passieren Fehler und die bedeuten wiederum Zeitverlust. Man kann wenig dagegen machen, aber es wird mit jedem Tag Skifahren besser.“

Es läuft nach dem Kreuzbandriss noch nicht rund bei Dominik Paris.

Angesprochen auf die Abfahrt am Mittwoch meinte Paris: „Viel Zuversicht habe ich nicht. Eher ist es die Hoffnung darauf, dass es bei der Abfahrt besser wird.“
Innerhofer: „Ein Desaster“
Noch drastischer als Paris drückte sich Christof Innerhofer aus. Der Gaiser verfehlte als 31. sogar die Punkteränge. „Meine Fahrt war von oben bis unten ein Desaster. Ich kann nichts Positives finden, es war einfach nur grausam. Das, was ich gezeigt habe, kann man nicht einmal Skifahren nennen, es ist ganz weit weg davon. Die Fahrt war so schlecht wie noch nie. Das ist mir in 15 Jahren noch nicht so ergangen. Ich denke, ich muss sehr viel Super-G trainieren“, gab sich der Pusterer gegenüber dem italienischen Wintersportverband FISI sehr selbstkritisch.

Zum ersten Mal in der Mitte: Ryan Cochran-Siegle feierte am Dienstag seinen Premierensieg im Skiweltcup. © ANSA / ANDREA SOLERO

Überglücklich war hingegen Ryan Cochran-Siegle. Der US-Amerikaner aus dem Bundestaat Vermont an der kanadischen Grenze feierte in Bormio seinen ersten Weltcupsieg. Nach Platz 2 in der Gröden-Abfahrt vor zehn Tagen ist es der zweite Podestplatz für Cochran-Siegle im Skiweltcup. „Gröden war herausragend, aber das hier ist ein Traum, der wahr wird“, strahlte er trotz Corona-Maske in die TV-Kamera. Jetzt steht die Abfahrt auf dem Programm, wobei Cochran-Siegle in beiden Trainings die schnellste Zeit hinknallte. Als Favorit sieht er sich aber nicht: „Nein nein, ich bin noch jung (28; Anm. d. Red.) und muss von den Besten lernen. Ich versuche, mir jeden Tag etwas abzuschauen, um besser zu werden.“

Cochran-Siegle ist übrigens einer der wenigen Weltcupathleten, die ohne Kopfsponsor auf dem Helm auskommen müssen. Darauf angesprochen meinte der US-Boy mit einem Grinsen: „Mal schauen, ob sich jetzt etwas ändert. Da muss ich wohl noch einmal mit meinem Manager reden.“

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